Von allen Geistern besessen


‘The Devil's back.
But he's never dealt with an exorcist like this!’


Originaltitel: Repossessed (1990) Regie & Drehbuch: Bob Logan
Darsteller: Leslie Nielsen, Linda Blair, Anthony Starke FSK: 12


’Das, was sie hier lesen hat mit nichts irgendetwas zu tun. Also müssen sie es auch nicht lesen. Danke schön.’

So, jetzt schlägt’s aber wirklich dreizehn.
MAY I introduce you to the beklopptest Spoof-Movie since… since… I don’t even know!

’Universität von Kalifornien in Chicago’:

'Re Re Re Repossessed'
Pfarrer Jebediah Mayii (Leslie Nielsen) erzählt die Geschichte seines Lebens. Von der Begegung mit der jungen Nancy, deren Körper vom Teufel besessen war, bis er selbst den Exzorzismus vollführte. Doch nun, 20 Jahre später, ist es wieder soweit. Nachdem ihre Familie sie an den Rand des Wahnsinns genervt hat, nimmt Satanas durch das heimische TV-Gerät wieder Besitz von Nancys Leib und lässt sie eine saftige Packung Erbsensuppe auf ihre Brut kotzen.
Der junge Pfarrer Brophy soll’s richten. Doch seine Vorgesetzten (nein, nicht die ganz oben) entscheiden, dass der Fernsehprediger Weller (Ned ’Fuckin’ Beatty) und seine nervtötende Frau Fanny (mit Hündchen Fufu) die Chose im Fernsehen Live präsentieren dürfen. Das ist des Teufels große Chance, seine Übel in der Prime-Time zu verüben…

“Es sind wirklich alle wesentlichen Symptome zu erkennen. Eine sehr unheilige Stimme, manischer Gesichtsausdruck, häftige Krämpfe!“
“Ich bitte sie! Das bedeutet gar nichts. Sie könnte mit Joe Cocker vervandt sein.“

Holy Shit!

Ist dies die Schule
des Method Acting?
Als 13-Jähriger waren Genre-Parodien das Allerallerallergrößte für mich. Die herrlichen Verarschen des Z.A.Z-Teams, Mel Brooks absurde Possen und natürlich Monthy Python, die Königsklasse allen Humors (ja, bis heute noch!).
Das es mit Leslie Nielsen Filmen ein ewiges Auf und Ab ist (in letzter Zeit gings’s nur noch abwärts), ist kein Branchengeheimnis. ’Repossessed’ ist einer jener 'Verarschen', die in die güldene Mitte fallen. Unübersehbare Schwächen gekreuzt mit genug Schwachsinn, um diese fast vollends vergessen zu lassen. Fast.
Wie Nielsens Mayii schon sagte “Bezaubernde Kinder, aber vor dem Film hätten sie ruhig Schauspielunterricht nehmen sollten.“ Den hätten nicht nur die beiden Blagen nötig gehabt. Nein, auch Linda Blair (sollte sie je im Fach unterrichtet worden sein) hat die meisten Lektionen verlernt. (Wer mir nich glaubt, schlägt bitte noch mal in Kapitel ’Grotesk’ nach.) Meister Nielsen selbst ist sich mal wieder für nichts zu schade. Ob im Michael-Jackson-Dress auf der Bühne des Teufels rockend, oder im Gym in ein rosa Tütü gekleidet. Nielsen delivers!

Kommen wir zu den unleugbaren Pluspunkten dieser Farce:
- ein Vater im Gespräch mit seiner Tochter: “Weißt du Friedrich. Im Mittelalter bedeutete unser Name ’der, der kleine Plastikröhrchen am Ende von fusseligen Schnürsenkeln befestigt.“
- Parodien auf ’Body Parts’, ’Rocky’, ’Blues Brothers’, ‘Star Wars’ etc.
- eine Nonne namens Schwester Bruder
- WWF-Sprechonkel ’Mean’ Gene und Steroid-Kadaver Jesse Ventura (’Abraxas’) als Kommentatoren
- eine deutsche Synchro, die es schafft, Rudi Carell, Karl Dall, die Lindenstraße und die Schwarzwaldklinik mit ins Spiel zu bringen

Und auch, wenn die unablässige Spaß-Berieselung ab der Mitte ein wenig nachlässt, ist dies hier der gröbste Schwachsinn jenseits von ’Geht gar nicht mehr Müll’ a la ’2002 – Space Travesty’.

'Addicted to Spoofs'

Wie soll ich diesen Film bloß bewerten, wenn Herz und Hirn sich nicht einig sind. Ich werd ihn mir wohl einfach nochmal anschauen, dann wird sich das mit dem Hirn auch erledigt haben.

Hudson