Repo Man


"...It's 4 A.M., do you know where your car is?"


Originaltitel: Repo Man (1984) Regie & Drehbuch: Alex Cox
Darsteller: Emilio Estevez, Harry Dean Stanton, Tracey Walter FSK: 16


Otto (Emilio Estevez) ist ein Rebell, er benimmt sich auf seinem Job derartig daneben, dass er gefeuert wird, hängt in übelster Gesellschaft ab, die ihm auch nichts gibt und scheint mit dem Establishment und der Gesamtsituation mehr als unzufrieden zu sein.

Life sucks...
Ottos Leben nimmt eine unverhoffte Wendung, als er Bud (Harry Dean Stanton, Alien’) kennenlernt, der ihn mitten auf der Straße überredet, ein Auto zu klauen. Bud und seine Partner (u.a Tracey Walter, ’Conan - Der Zerstörer’) sind sogenannte ’Repo Men’, Männer die verschuldeten Leuten den fahrbaren Untersatz stehlen und sich mit den Worten „Ja wir haben dein Auto geklaut, du Arschloch!“ am Telefon melden. Nach ersten Zweifeln nimmt Otto einen Job bei den durchgeknallten Jungs (die alle Namen von Biermarken haben) an und sammelt erste Erfahrungen in der Branche und mit ausrastenden Kunden.
„Normale Menschen versuchen extreme Situationen zu vermeiden, Repos hingegen geraten absichtllich jeden Tag hinein!“ erklärt Bud seinem neuen Schützling.
Eines Tag lernt Otto die nicht minder verrückte Leila (Olivia Barash) kennen, die behauptet für eine Geheimorganisation zu arbeiten, die von einer anderen Organisation gejagt wird, weil sie den Beweis für Ausserirdische gefunden hat. Auch mit seinen alten Freunden, den Punks, sowie mit den Rodriquez Brüdern von der Konkurenz bekommt Otto bald Probleme. Und da gibt es noch den verrückten, alten Mann, der in einem (von allen Seiten heiß begehrten) Chevy Malibu durch die Gegend gondelt und dessen hell illuminierter Kofferaum Menschen von der Straße schmilzt…

...manchmal aber auch auf
angenehme Art und Weise!
…und und und! Es gäbe viel zu erzählen über ’Repo Man’, doch dieses irre Schmankerl von Regisseur Alex Cox (’Sid & Nancy’) sollte unbedingt selbst gesehen werden.
Zugegeben, nach der ersten Hälfte scheint der Film etwas abzuschweifen, was jedoch größtenteils der eher unkonventionellen Erzählstruktur der Handung zu verdanken ist. Doch diese hat es in sich. Sozial-satirische Elemente, Anspielungen auf den berühmten SciFi Autor Isaac Asimov und deren Regeln der Robotik und verrückte Charaktere, mit noch verrückteren Motivationen, wie die urigen, philosophierenden Repo Men („Mal angenomen du reflektierst über Shrimps und dann sagt jemand etwas über Teller oder Shrimps oder ’voll mit Shrimps’. Es wär sinnlos eine Verbindung zu suchen. Ist weiter nichts als kosmisches Unterbewusstsein.“ „Hast in der Hippie-Zeit viele Trips geworfen, hä?“).
Die Schauspieler sind großartig. Von Harry Dean Stanton als Mentor-Figur, über Tracey Walter als kauziger Grübler, bis hin zu den abgedrehten, strunzdummen Punks hat jeder seinen Spaß an der Action-SciFi-Groteske und zeigt es auch. Die große Überraschung ist jedoch Emilio Estevez, den ich sonst für einen eher weniger begabten Darsteller halte. Niemals war er so cool und authentisch wie Otto.

Bitte recht freundlich!

Tolle Musik, augenzwinkernde Effekte und eine extra Portion Verrücktheit runden dieses kultige Vergnügen ab. Für manche vielleicht zu verrückt, geradezu irrsinnig.
Doch vergesst nicht: „Das Leben eines Repo Man ist immer irrsinnig!“

Hudson