Redwing – Flucht vor den schwarzen Droiden



Originaltitel: Starship (1985) Regie: Roger Christian
Drehbuch: Roger Christian & Matthew Jacobs
Darsteller: John Tarrant, Deep Roy, Donogh Rees FSK: 12


Der Minenplanet Ordessa ist ein trister Ort.
Die Lebensbedingungen sind erschwert, es gibt kein Bier, keine Parties, lediglich ein paar öde Spielhallen, in denen ein furchtbar geschminkter Pausenclown Songs von Peter Gabriel singt. Kurz gesagt: Hier liegt der Hund in toten Hosen begraben!

Plastekopp beim Boxenstopp
Als ein Großteil der Arbeiterschaft einen Streik anzettelt, reagiert die Administration mit einer Invasion der titelgebenden ’schwarzen Androiden’ (starr-gesichtige Gewehrhalter mit Footballhelmen und Blechstimme). Daraufhin bildet sich wiederum eine Untergrundbewegung unter der Leitung des jungen Lorca. Dieser belässt es nicht bei ’Wir sind das Volk!’ und ’Roboter Raus!’ Parolen, sondern schnüffelt mit seinen Gefährten, dem freundlichen Mini-Androiden Grid (Deep Roy, der/die ’Umpah Lumpah’ Darsteller aus Burtons ’Charlie & the Chocolate Factory’) und den Mädels Suzie und Abbie, in den Datenbanken der Minenstation herum und kommt dabei einem grausamen Komplott auf die Spur. Die Regierungsvertreter wollen alle Arbeiter durch Droiden austauschen und sie haben nicht vor, die Menschen einfach nach Hause zu schicken…

So so, das ist er also, der einzige Science Fiction Film aus der Videosammlung meines alten Herren, den ich bisher immer im Regal habe stehen lassen.
Ich scheine mit seltsamen Intuitionen gesegnet zu sein, denn soviel steht fest: Der Film ist öde! Bestes Zeichen dafür war, dass ich 1.) nach ca. 30 Minuten sowohl den Faden, als auch das Interesse an dieser langatmigen Science Fiktion Klamotte verlor und 2.) statt der wirren Story zu folgen, wie gebannt auf das alte ZDF Symbol links oben stierte.
Dabei ist die Ausstattung nicht von schlechten Eltern. Sowohl die visuellen Effekte, als auch die Modelle und Interieurs der Kulissen sind stimmig und liebevoll gestaltet.

Rebell auf Kugelfang
Was diese jedoch an Punkten einheimsen, verschenkt man dann gleich wieder mit dem Look der Androiden (bei deren Anblick jeder NFL Fan in ein brünstiges “Ready, down, hut-hut-hut!“ ausbrechen dürfte).
Hinzu kommt noch die merkwürdige Figur des Grid, der irgendwann plötzlich zum zentralen Charakter wird, bis dahin aber lediglich eine Art ’R2D2’ mit Panzerhaube war (nix für ungut, Deep, in der ’Unendlichen Geschichte’ warst du der Geilste!)
Überhaupt gewinnt die dürftige Darstellung ebenso dürftiger Charaktere, seitens der unmotivierten Schauspieler, keinen Blumentopf. Des öfteren werden die Damen und Herren von den Sets regelrecht verschluckt. Lediglich Blauauge Hugh Keays Byrnes (’Mad Max’) als grober Trekker-Fahrer mit heiserer Stimme kann etwas Schwung in den lahmen Schuppen bringen. Ihn und sein übergroßes Monster-Vehikel in Aktion zu sehen, gehört noch zu den unterhaltsamsten Momenten im Film.
Gedreht wurde im australischen Outback, welches hin und wieder ein Garant für ansehnliche Bilder ist, meist aber nur Sand und Felsen offenbahrt. Der Rest spielt, spült und spult sich in pomösen Lagerhallen oder engen Gängen ab, deren optische Anleihen bei ’Alien’ und ’Star Wars’. Ein Blick in den Lebenslauf des Regiesseurs Christian Rogers (’Battlefield Earth’ AUTSCH!) zeigt uns dann auch, warum. Bei diesen beiden Klassikern der Filmgeschichte war er nämlich als Art Director tätig.

"Alles was wir verdienen, schulden wir ihnen!"

Fazit: Trotz toller Sets ist ’Redwing’ ein ödes Science Fiction Filmchen, dessen visuelles Potential in der Transusigkeit der Story, und der Gesichtslosigkeit der Darsteller verpufft. Nicht der Rede wert.

Hudson