Raw Nerve


‘No Clues! No Motives! No End To The Madness!’


Originaltitel: Raw Nerve (1991)
Regie: David A. Prior Drehbuch: David A. Prior & Lawrence L. Simeone
Darsteller: Ted Prior, Sandahl Bergman, Jan-Michael Vincent FSK: 16


Ohje, David A. Prior, Regisseur solch unheilig verschroteter Machwerke wie ’Future Force’ und ’Final Sanction’ verpasste Hollywood-Altholz Glenn Ford (’Heisses Eisen’) mit diesem Film den Todesstoß.

Einst waren sie Freunde...

Ein Killer geht in Los Angeles um. Schön, es gehen andauernd irgendwelche Killer in Los Angeles um, aber der hier meint es ernst und schießt willkürlich hilflosen Frauen mit einer Schrotflinte ins Gesicht.
“Ins Gesicht. Warum immer ins Gesicht?“ wundert sich Polizei-Captain (Ford). Weder sein Lieutenant Ellis (Jan-Michael Vincent, ’Straße der Verdammnis’), noch dessen Exfrau und angebliche Kollegin (Sandahl Bergmann, ’Conan’) können sich einen Reim aus den Umständen der Morde machen. Da kommt plötzlich Autorennfahrer Jimmy Clayton (Ted Prior) in ihr Büro gewackelt und behauptet, er wüßte durch Visionen, die in Form periodischer Kopfschmerzen vorbeischauen, wann und wo der Killer zuschlägt. Selbstverständlich winken die Beamten ihn direkt wieder zur Tür hinaus. Doch Gloria interessiert sich mehr für die Story. Ihre Nachforschungen resultieren in einer Liebesbeziehung mit Jimmy, doch als der Killer erneut zuschlägt, gerät der Rennfahrer selbst in den Kreis der Verdächtigen…

… und zwar weil: “Unser Psychater hat alle Merkmale, die auf den Mörder passen zusammengefasst und der Computer hat seinen Namen ausgespuckt.“

... doch dann waren sie Feinde...

Tja, dass der Mann für die Tatzeit ein wasserfestes Alibi hatte, interessiert diesen Computer eher wenig. Aber hey, ich brauch hier gar nicht erst groß rumzutönen. Schließlich kenne ich die Auflösung dieser unterirdischen ’Whodunit’-Klamotte und weiß, es geht immer noch einen Happen dämlicher.
Kurz gesagt: David Prior hat sich an die eigene Tagline gehalten und’s mal wieder verkackt.
Dabei hatte er doch eine handvoll anständiger Darsteller am Start. Sein Bruder und Regular Ted in der Hauptrolle ist schon mal gar nicht schlecht. An seiner Seite Sandahl Bergmann, bezaubernd wie eh und je, aber ausnahmsweise mal komplett bekleidet. Den Halb-nackedei gibt hier nämlich Suberblondi Traci Lords. Dazu ein zottelig unrasierter Randall Tex Cobb (’Blinde Wut’) und der angepisste Jan-Michael Vincent mit seltsamer Frisur. Und dann eben Glenn Ford, der als Polizei-Captain nochmal das letzte bisschen Würde zusammenkratzt. Alles akzeptabel, tolle Typen, solide Leistungen, passt. Im Gewirr der saloppen Handlungsmeierei, die ohne jegliche Höhepunkte oder gar Spannung auskommen muss, sind alle guten Besetzungsmitglieder jedoch die sprichwörtlichen Perlen, die vor die Sau geworfen wurden. Oink, oink, Mr. Prior. Sie haben den falschen Nerv getroffen!

... und dann ging alles den Bach herunter!

Fazit: Hier retten wirklich nur die Schauspieler vor dem Totalausfall. Das Mysterium ist witzlos, Action gar nicht erst vorhanden und an Unterhaltung ist kaum zu denken. Krimifans schauen solche C-Gurken sowieso nicht, bleibt die Frage, für wen dieser Film gemacht wurde.


Hudson