Rawhead Rex


“...he lives again to feed again.“


Originaltitel: Rawhead Rex (1986) Regie: George Pavlou Drehbuch: Clive Barker
Darsteller: David Dukes, Kelly Piper, Niall O'Brien FSK: 18


Nix da 'Rawhead', selbst
die Zähne sind aus Gummi.
Der Wissenschaftler Hollenbeck kehrt mit Frau und Kindern in seine Heimat Irland zurück, um dort ein paar Fotoaufnahmen für eine wissenschaftliche Arbeit zu machen.
Währenddessen versucht ein einheimischer Bauer mit allen Mitteln eine Säule von seinem Acker zu entfernen. Was ihm den lieben langen Tag, mithilfe von Kollegen und einem Traktor nicht gelingen will, klappt plötzlich ohne weiteres, als sich der Himmel verdunkelt und ein Blitz in die Säule schlägt. Und aus der Erde erhebt sich ’Rawhead Rex’, ein Monster aus uralten Zeiten, das seinen Platz als König des Landstrichs wieder einnehmen will und von nun an durch das kleine Dorf latscht, um die Einwohner zu bekehren, sie zu massakrieren oder sie durch sein schreckliches Aussehen in den Wahnsinn zu treiben…

Naja, schrecklich ist die Pappnase eigentlich nur in einer Hinsicht: schrecklich albern! Und das ist auch das größte Problem dieser trashigen, aber nicht total versauten Verfilmung einer Kurzgeschichte von Horror-Ikone Clive Barker. Das Monster ist riesig, zerfleddert (soweit ok) hat aber eine so dämliche Gummi-Fresse, dass man es eher in Unglauben, denn in Terror bestaunen muss.

Irische Kirchenfenster.
Egal, ob auf dem Bauernhof, im Trailerpark oder im Wald, der ’Rex’ meuchelt und metzelt was die irische Kleinstadtbevölkerung hergibt. Und auch wenn der Streifen Plotlöcher von der Größe Bayerns hat (Wieso sehen die Hollenbecks den Rex auf einer Weide stehen und zig Kilometer später, zur Pinkelpause, ist das Monster gleich an Ort und Stelle!?), hält sich der Film erstaunlich dicht an die Vorlage (inklusive der ’Rex killt den Jungen’ und ’Rex pieselt den Pfaffen voll’ – Szenen, sans Finale) und kommt dementsprechend auch ziemlich grantig rüber (trotz des ’Hurra Deutschland’ Gedächtnis-Monsters).
Die Darsteller versuchen ihr bestes, schliddern aber des öfteren schon mal über Dialog-Pfützen („Wer ist da. Ich sagte: Wer ist da?“ oder „Renn. Lauf! Schnell“ -1,5 Sekunden später- „Ich kann nicht mehr!“). Die teilweise heftigen Effekte (minus Gummikopp Rex) sind durchaus anschaubar, die Musik aber eher nichtssagend.
Wie schon erwähnt, basiert der Plot des Films auf einer der Kurzgeschichten der genialen ’Bücher des Blutes’ von Clive Barker, der schon selber mit dem finsteren ’Hellraiser’ und dem genialen ’Cabal – Die Brut der Nacht’ bewiesen hat, dass seine Stoffe ungemein filmtauglich sind, wenn man mit genügend Liebe für das Material an die Sache geht. Und mit einem größeren Budget und etwas mehr Talent hätte ’Rawhead Rex’ auch ein durchaus anständiger Horror-Schocker werden können.

"Es kann nur einen..." Huch, falscher Film!

’Rawhead Rex’ ist ein durchschnittlicher Monster-Reißer, der durch zuweilen stimmige Grusel-Atmosphäre und grantige Gore-Effekte dem einen oder anderen Splatter-Horror Freund gefallen könnte, aber im Monster-Design so sehr schwächelt, dass die unfreiwillige Komik zum größten Feind des Filmgenusses wird.

Nool