Jäger des tödlichen Jade


‘Its nourishment - human flesh. Its guardian - the undead. Its sanctuary - the island’


Originaltitel: Raw Force (1982) Regie & Drehbuch: Edward D. Murphy
Darsteller: Cameron Mitchell, Geoffrey Binney, Hope Holiday FSK: 18


"TRAAASH! Dort bläst er."

Aaah, Filipino Action-Adventures. Da lacht das Herz des Trash-Touristen.

Bei ’Raw Force’ geht’s um einen Mädchenhändlerring unter einem schmierigen Vogel mit deutschem Akzent, Hornbrille und Hitler-Bärtchen, der gemeinsame Sache mit kannibalischen Mönchen auf einer geheimen Insel namens ’Warrior Island’ macht. Der Deal lautet wie folgt: Ihr schiebt uns die Weiber auf die Insel, wir schieben euch unverarbeitetes Jade aufs Schiff. Unter fiesem Lachen und mit Hilfe von Kung Fu Zombies (!) zieht man diese miese Mache ab, bis eines Tages ein paar Karate-Touristen die irre Idee haben, ’Warrior Island’ zu besuchen. Hornbrille bekommt Wind davon (bzw. belauscht ein Gespräch im Puff von Manila) und setzt von nun an alles daran, die Martial Arts-Hanseln an ihrem Vorhaben zu hindern. Das resultiert in einigen amüsanten Barroom-Brawls, einer Terroristen-Attacke auf ein Kreuzfahrtschiff (Terroristen mit Bauarbeiterhelmen und Swastika-Applikationen!) und letztendlich mit der Notlandung der Kick Ass-Dudes in Begleitung einiger Damsels in Distress auf ’Warrior Island’…

“Concentrated monkey brains is the best medicine you’ll ever find. Believe me!”

Sowas wurde einem auf dem Love Boat nie geboten.

Ja gut, bis es zum Inselfieber kommt, werden wir erst noch Zeuge von allerlei sleazigem Rumgerödel an Bord des Schiffes, auf dem Touristen sich kennen lernen, Karate-Tricks vorführen, Weiber abschleppen und schließlich flachlegen.
Das ganze hat zuweilen den Touch einer Porno-Version vom ’Loveboat’, komplett mit Zwischenstopp auf Mazadl… äh Manila. Ist die Kacke aber erst einmal am Dampfen, gibt’s in Sachen ’Raw Force’ kein Halten mehr. Da wird geknüppelt, geballert, geaxt, gekickt, unzüchtig berührt, explodiert, Sprüche gerissen und Wasser aus einem knallgelben Gummiboot geschöpft. Und das alles bevor man überhaupt auf ’Warrior Island’ ankommt.
Dort geht’s dann richtig in die Vollen. Sowohl sleaze-, als auch rabatz-technisch. Hier reicht das Stichwort ’Röhrende Ninja Zombies’, um jeden Trashfan an der Angel zu haben. Cameron Mitchell (’Eine handvoll blanker Messer’) ist die einzig bekannte Schnapsnase, die sich hier für Alkohol in Maßen blicken lässt. Als kauziger Seemann mit kessen Sprüchen und schicker Kapitänsmütze ist er dann auch der einzige, der dem Zuschauer so etwas wie Sympathie vermittelt. Sei’s drum; brummig-klimperige Orgel-Musik, abbe Köppe, käsige Dialoge, abgedrehte Stunts und ein Besuch im Piranha-Becken tragen hier zum Bahnhofskino-Feeling Deluxe bei.

”Wot is sis? It’s piepel! It’s piepel from se schip, you schtupid son of a bitsch!”

Raw Opposing Forces & Nazi-Nerd als Mittelmann

’Raw Force’, grobe Kelle. Und zwar all the way through, Baby. Eine der besten ’Tits & Asses meets Shoot-Out & Asskicking vs Kung Fu Zombies & Cannibal Monks’-Abenteuer-Klitschen aller Zeiten. Zumindest von 1982. Von den Philippinen. Und das will was heißen! Oder um es mit Kollege Goatscythe zu sagen: "’ne ziemlich frühe Trash-Version von ’Mortal Kombat’."


Hudson