Zum Überleben verdammt


‘1991: Civilization Is Dead.’


Originaltitel: Ravagers (1979)
Regie: Richard Compton Drehbuch: Donald S. Sanford & Robert Edmond Alter
Darsteller: Richard Harris, Art Carney, Anthony James FSK: 16


‘It’s the end of the world as we know it’ … again.

“Nach der großen Katastrophe hörte die Welt auf zu leben…“

Alles verseucht, verbrannt und verwüstet, keine Hoffnung auf neues Leben und die Trostlosigkeit bringt die meisten zur Verzweiflung und viele in den Wahn. Drum vermummt man sich und macht unter dem Label ’die Ratten’ die Postapokalypse unsicher.

Trübe Aussichten
Da steht es auch schlecht um Endzeit-Trapper Falk (Richard Harris) und seine Frau Miriam, die (kaum ist das Voice-Over verklungen) von den Bastarden vergewaltigt und ermordet wird. Nach einem kurzen Rache-Intermezzo, bei dem es Falk gerade mal gelingt, eine der ’Ratten’ zu erlegen, flieht er aus der Stadt und trifft nach einigen seltsamen Begebenheiten (siehe unten) auf den leicht angeschrägten ’Seargent’ (Art Carney), der ihn erst einmal den Umgang mit Feuerwaffen lehrt und ihn dann zu seinen Freunden, einer friedlichen Hippie-Kommune, bringt. Das ewige ’Kumbaya, my Lord’ geht Falk bald auf den Keks und so reist er mit dem Seargent und der kratzbürstigen Faina (Ann Turkel) in Richtung ’Genesis’, einem geheimnisvollen Ort, von dem Miriam oft sprach. Angeblich sollen dort die Frauen noch furchtbar sein und Steaks an den Bäumen wachsen. Stattdessen treffen sie aber nur auf einen rostigen Kahn auf dem Ernest Borgnine ein strenges Stadl-Regime führt. Als wäre das nicht schlimm genug, rücken auch die rächenden Ratten immer näher…

70er Jahre-Endzeit.

"Ich knall Borgnine ab!"
’Der Omega-Mann’ hatte schon 8 Jahre auf dem Buckel, auf der ’Straße der Verdammnis’ war man zwei Jahre zuvor mehr schlecht als recht unterwegs und ’Mad Max’ stand bereits in den Startlöchern, da kam der spätere TV-Regisseur Richard Compton mit einem weiteren Beitrag zum Thema, leider jedoch ohne etwas Neues beizutragen.
Hinzu kommen einige seltsame Story-Entscheidungen, die nicht wirklich nachzuvollziehen sind. Da gibt es zum Beispiel eine seltsame Episode gleich zu Beginn, als Richard Harris einen blinden Anwalt findet, der zu seinem ’Stamm’ (nämlich ein Haufen anderer ’verwilderter’ Anwälte, wenn ich das richtig verstanden habe?) zurück will, dann aber von diesen gesteinigt wird. Hier versuchte wohl einer wiztig zu sein, was aber (vor allem nach der Vegewaltigung und dem Mord an Harris’ Frau) völlig fehl am Platz wirkt.
Richard Harris, der die Karriere-Leiter rauf (’Der Mann, den sie Pferd nannten’) und runter (’Orca’, ’Bo Dereks Tarzan’) und wieder rauf (’Harry Potter’) krabbelte, ist noch das Beste an diesem Schinken. Art Carney und Bösewicht Anthony James (’Lost World’) spielen sich in die Sparte ’ganz nett’, die scheinbar zu schwierig für Ernest Borgnine war (ganze 2 Gesichtsausdrücke… oder waren’s 3?).

"Von wegen, ihr Schweine kriegt mich nie!"

Das dünne Drehbuch und die unbeholfene Regie machen ’Zum Überleben verdammt’ zu einem weiteren Häkchen in der schier endlosen Liste zweitklassiger Endzeit-Filme. Kenner dieses Sub-Genres wissen also, was sie erwartet!

Hudson