Rattled - Angriff der Klapperschlangen


‘From the depth of space they came to vanish beneath the sea...’


Originaltitel: Rattled (1996) Regie: Tony Randel Drehbuch: Ken & Jim Wheat
Darsteller: William Katt, Shanna Reed, Michael Galeota FSK: 16


Tierhorror… Oh Weia.
Mit Klapperschlangen… Hilfe!
Direkt aus der Mitte der Neunziger! Ohgottohgottohgott.

"Nur ein Bussi!"
Im Bombodrom von Death Valley wird eine Riesen-Rotte verdammt giftiger Klapperschlangen unsanft geweckt. Das nehmen die krauchenden Handtaschen in spé den Störenfriedeln übel (denn wie schon der Charles Darwin dieses Filmes meint: “Schlangen haben kein Außenohr. Sind aber emfindlich für Vibrationen im Innenohr.“), sie schlängeln sich aus ihrer Höhle und beginnen den Großangriff auf Heim, Herd und Heizungsrohr. Im Mittelpunkt dieses ohnehin schon extravaganten Set Ups steht eine 0815-Familie, mit neuem Papa, den Mamis Kleinster nicht leiden kann, weil er ein gar widerliches Blag ist und mindestens genau so giftig wie die Schlangen. Wird’s der Papa schon richten? Oder erledigt das die anrückende Rasselbande für ihn?

Na Leute, was macht ihr, wenn es in eurer Gegend vor Klaperschlangen nur so wimmelt? Ihr ruft die Polizei, die Feuerwehr oder vielleicht auch die Ghostbusters. Ihr versucht euch soweit wie möglich von Gefahrenherden fern zu halten und zieht euch auch vielleicht besonders dicke Kleidung an. Egal was ihr macht, EINS macht ihr jedenfalls ganz sicher nicht: Ihr grapscht nicht in dunkle Löcher, Taschen, oder andere Stellen, von denen ihr nicht wisst, was drin ist, zumal sich dort gerade etwas bewegt hat!!!
Nicht so die Protagonisten dieses Films! Nein, wann immer irgendetwas raschelt, sich dellt oder nicht ganz koscher aussieht, wird reingegriffen, als wär’s der Scrabble-Beutel oder Omas Plätzchen-Dose. (Und trotzdem erwischt es die nervige Bratze einfach net!)

Ihr ahnt es bereits:
Der Quade nervt!
Abgesehen von diesen Peinlichkeiten, beinhaltet der Film eine nicht unbeträchtliche Anzahl anderer unglaublicher Fakten, für welche es jedoch ganz einfache Erklärungen gibt.
Beispiel Eins: Warum agieren die Schauspieler auf TV-Niveau?
Erklärung: Dies ist eine TV-Produktion.
Beispiel Zwei: Warum sehen die Klapperschlangen so echt aus?
Erklärung: Sie sind echt.
Beispiel Drei: Warum ca. 60% der Laufzeit mit einer nöligen Seifenoper-Kiste verschwenden, die in einem Horror-Schocker eh keinen interessiert?
Erklärung: Es ist immer lobenswert, wenn man versucht, Figuren ein Leben einzuhauchen (das man ihnen später bei Bedarf auspusten kann), Charaktere wachsen zu lassen und immerhin gibt es am Ende ja auch eine Person, einen Schlangenbändiger-Opi, der sich von den Viechern schon so oft hat beißen lassen, dass er mittlerweile fast immun gegen die Plörre ist. (Frage nich nach Sonnenschein!)

Verantwortlich für dieses filmische Unvermögen sind (nicht zu fassen) die ’Pitch Black’-Brüder Ken & Jim Wheat, sowie der ’C2 - Killerinsect’-Regisseur Tony Randel, der leider nur eine Erfolgszutat aus seinem ulkig-trashigen Schocker mitgebracht hat: Clint Howard. Dieser glänzt hier als gebissener, überfahrener und im Krankenhaus sträflich vernachlässigter Bauarbeiter. (A propos, seid vorsichtig: In amerikanischen Landstrichen, in denen es Schlangen zuhauf gibt erkennen Ärzte einen Schlangenbiss nicht, wenn sie mit der Nase drauf getitscht werden. Also, immer lieber selber ein Antidot in der Reiseapotheke verstauen!) Außer Howard dürfte dem erfahrenen Mandanten solcher C-Ware vielleicht William Katt bekannt sein, das Lichtdouble von Bruce Davison, der schon ein Jahr zuvor beim Corman Remake von ’Piranhas’ eine Figur namens Paul spielte. Sein Schauspiel ist auch noch einer der wenigen Lichtblicke im gesamten Film (er hätte die nörgelnde Göre trotzdem mal ordentlich verwemsen sollen!).
Der Rest ergibt sich aus Klischees, die das Genre in seinen mieseren Vertretern seit eh und je pflegt: Schnelle Jump-Zoom-Cuts, Musi aus der Dose, Schlangen aus dem Klo, Köpfchen in das Wasser, Gift-Zähne im Po.

Gute Miene zum schlechten Spiel.

Fazit: Schlappe Klapper, nicht zu knappe Schlangen, schleichende Story, klare Absage!


PS: Noch einen Punkt Abzug für das selten dämliche und zum 2045682365209ten Mal aufgewärmte & ausgekotzte Klischee-Ende, das uns zeigt, dass irgendwo, ganz tief unten, unbemerkt von allen Darstellern schon die nächste Brut lauert. Liebe Produzenten aller zukünftigen Tierhorror-Filme: Erspart uns diese Scheiße!

Hudson