Ranger - Einer gegen alle



Originaltitel: Slash (1984) Regie: Jun Gallardo
Drehbuch: Rod Davis & Paul Vance
Darsteller: Romano Kristoff, Mike Monty, Gwendolyn Hung FSK: 18


Der Dschungel - Unendliche Weiten.
Wir schreiben das Jahr 197*. Dies sind die Abenteuer des Soldaten RANGER, der mit seinem superstarken Schiessprügel viel zu lange schon in der grünen Hölle unterwegs ist, um neue Areale zu erkunden, ihre Bewohner abzuknallen und dabei die verschwitzten Muskeln anzuspannen. Viele, viele Meilen von Zuhause entfernt dringt der RANGER in Klischees vor, die jedem halbwegs geschulten B-Movie Freund hinreichend bekannt sind.

Als die Tochter des CIA-Mitarbeiters Scott (Mike Monty) mitsamt Geheimaktenkoffer im Ödland vor Saigon in die Gefangenschaft der Roten Khmer gerät, wird RANGER von Scott (der selbst bei dem Überfall schwer verletzt wurde und nun im Rollstuhl sitzt) reaktiviert.
Was folgt ist gleichermaßen simpel, wie auch den Statuten des Vietnam-Raushol-Actioners entsprechend: RANGER zieht los. RANGER holt raus. RANGER lässt’s krachen.

“Schaun sie. Ich habe da diese unglaubliche Brille entworfen. Sie lässt mich die Dinge von einer ganz neuen Perspektive sehen. Das könnte womöglich ein Trend werden.“

“Also soll das… das alles umsonst gewesen sein? Tausende von Kameraden umsonst gestorben. SCHEISSE! Das ist unvorstellbar. Die reichste, stärkste Nation der Welt soll einfach feige den Schwanz einziehen? Das, wofür wir gekämpft haben aufgeben, damit ein paar barfüßige, kommunistische Bauern herrschen können? Das ist doch absoluter Wahnsinn.“

Ja, Wahnsinn (warum schickst du mich in die Hölle?! Grüne Hölle, Nam, Nam!), was hier wieder an leeren Patronen- & Worthülsen über den Acker gefeuert wird.
Baller-Action ohne Verstand und Sinn für Spannung, dafür aber schwallweise Musik aus der Dschingderassa-Bumm-Konserve und Darsteller, die aus aller Herren Länder (Spanien, USA, Philippinen, England) zum Stieren und Schwitzen zusammen gefunden haben.
Rühmliche Ausnahme: Mike Monty. Der Typ, der aussieht wie das brünette Lichtdouble von Richard Harrison, hat’s einfach drauf, hartärschige Military-Typen zu spielen, was er in gefühlten 50.000 Kriegs-Actionern (von ’Todeskommando Panthersprung’ bis ’Der Kampfgigant 2’) unter Beweis stellen durfte. Hier gibt er den grimmigen und hüftsteifen Rolli-General, der bei Einsatzbefehl auf seine Behinderung pfeift und sich kurzerhand ein Kautschuk-Bein implantieren lässt, um munter drauf los den Dschungel zu raiden.

Das nenne ich Einsatz!

Romano “Meine Freunde nennen mich RANGER!“ Kristoff (’Terror Force Kommando’) ist als Kajal-tragender, schmollender Held eine komplette Lachnummer. Ausstrahlung, Talent, Charme… Fehlanzeige. Stattdessen zeigt er uns, wie ein echter Kerl Frauen am Rande des Nervenzusammenbruchs händelt. Kurzer Leberhaken und dann die Dame über die Schulter geschmissen. Nie zuvor waren Kavalier und Sadist so nahe beieinander.
Kitschtriefende Weichzeichner-Rückblenden mit Schmuse-Musi, vorhersehbare Twists (ok, außer der Geschichte mit dem Schaumstoffbein!) und unerträglich plattriotische Floskeln geben dem Ausflug in die grüne Hölle den Rest.

“Was sollte wertvoller sein als Menschen und ihr Leben?”
“Unser Vaterland, Bruce. Amerika.”

Jeder Schuss ein Knaller!

Fazit: Dschungel. Schweiß. Explosionen. Mike Monty. Strohhüte. Strohhütten. Strohdumm dreinblickende G.I.-Fratzen. Kurzum: Vietnam wie wir (Verweigerer) es aus der Flimmerkiste kennen. Eigentlich müsste ich das mit einem knallharten ’geht nicht!’ abstrafen, aber es ist laut, es ist grün und es ist höllisch und das ist wahrscheinlich genau das, was die Bierdosen vertilgenden Dschungelkriegs-Fanatiker erwartet haben, die dieses Review aufsuchen. Geht.


Hudson