Raging Sharks


‘You Can Swim, But You Can't Hide.’


Originaltitel: Raging Sharks (2005)
Regie: Danny Lerner Drehbuch: Les Weldon
Darsteller: Corin Nemec, Vanessa Angel, Corbin Bernsen FSK: 16


’Nu Image’ Tierhorror mit außerirdischem Einfluss und ’Parker Lewis’ in der Hauptrolle.
Das gibt’s nur einmal, das kommt nie wieder. Würd ich jetzt sagen, wenn ich es nicht besser wüßte. Denn nach Konsum dieser Genre-Panne hätten die ’Nu Image’-Büros eigentlich dekontaminiert und für immer geschlossen werden müssen. Aber ich habe ähnliches schon über andere ’N I’-Produktionen behauptet und die schieben trotzdem immer noch nach.

Kommen wir zur Handlung und fassen uns gleich kurz:

Widerliches Mensa-Essen Pt 1:
Hai in Aspik
Ein außerirdisches Raumschiff explodiert im Erd-Orbit und regnet in den amerikanischen Ozean (Ja komm, nennen wir ihn doch einfach so. Im Film gehört doch eh alles den Amis).
In der Gegend herumhängende Knorpelfische mutieren durch die ausströmenden Wrack-Substanzen in extra-aggressive Killerhaie und beißen erst mal genüßlich die Versorgungskabel einer Unterwasserstation durch. Wen ruft man, wenn so etwas grausliges geschieht? Na logo: Parker Lewis, den Coolen von der Schule. Leider nicht mehr mit Hawaii-Hemd und Schmalztolle, dafür mit Nickelbrille für den wissenschaftlich-intelligenten Touch und Zottel-Frisi plus Drei-Tage-Bart für den coolen Look. Es ist, als hätte man ihn mit seinen alten Kumpels ’Jerry Steiner’ und ’Mikey Randall’ und einer Portion ’Gefrorenem Joghurt mit Gummibärchen’ in einen Mixer geschmissen und auf Pürieren gedrückt.
Bevor irgendjemand ’Uhrenvergleich!’ rufen kann, sind die Haie auch schon am Bermuda-Strand und spielen ’Best of: Amity Island Beach Attacks’. Diese Szene hat zwar nichts mit der eigentlichen Handlung des Films zu tun, aber die Macher waren sich scheinbar selbst nicht ganz im Klaren, was ihr Film eigentlich wollte.

Unterwasserlabore, U-Boote, Killerhaie, Militär-Konspirationen, außerirdisches Strandgut, Parker Lewis. Mei, mei, mei, vielleicht hätte man das eine oder andere vielleicht lieber weggelassen und sich auf etwas Konkretes konzentriert.

Haidi Kabel
’Raging Sharks’ verwurstet Elemente von ’Abyss’, ’Der weiße Hai’, ’Crimson Tide’ (und darüber hinaus sogar von schlechteren Filmen wie ’Deep Star Six’ und ’Jaws 3-D’), ohne dass dabei je etwas Handfestes auf der anderen Seite des Fleischwolfes herauskommt. Darüber täuschen auch nicht die Archiv-Aufnahmen von CloseUps auf Hai-Kauleisten und bombastische Explosionen hinweg.
Immerhin wird amüsant dämlicher Schmarren aufgefahren, wie zum Beispiel eine 300 kg Bombe, die nach eigenem Wunsch auf das Riff gefeuert wird, in dem der Protagonist herumpaddelt und neben dem die Unterwasser-Station befestigt ist. Dass dabei alle unversehrt bleiben und nur die anwesenden Haie drauf gehen, ist fast so lustig wie die knurrenden Brüll-Geräusche, die letztere beim Angriff auf ihr Lebendfutter machen.
Und warum beschweren sich männliche Studenten der naturwissenschaftlichen Fakultäten immer über die nicht vorhandene Attraktivität ihrer Kommilitoninnen? Schaut man sich Filme von ’Alone in the Dark’ bis ’Raging Sharks’ an, sind das doch immer die heißesten Miezen von allen. Eine Begabung bringt das Aussehen hier wie da nicht zwingend mit sich. Die Damen und Herren Anwesenden bekleckern sich wirklich nicht mit Ruhm. Und Parker Lewis ist auch nich mehr der Coole von damals. Tatsächlich ist er des Öfteren aufgeregt, nervös, geradezu aggressiv. Aber so ist das wohl, wenn man das wahre Leben kennenlernt. Mit all seinen Killer-Haien, Außerirdischen und Unterwasser-Explosionen.

“Er ist Soziopath, aber Realist genug, um zu wissen, dass er nie ohne uns hier raus kommt!“

Leuchtpapier! Coole Sache, Parker!

’Raging Sharks’ ist sicherlich nicht der schlechteste von ’Nu Image’ produzierte Unterwasser-Streifen, in dem ein fieser Geheimdienst-Agent Parker Lewis das Leben schwer macht, während draußen ein paar verstrahlte Haie aus dem Weltall gefallenes Treibgut für ein paar Außerirdische bewachen … Ihr versteht, worauf ich hinaus will?


Hudson