Quatermain – Auf der Suche nach der geheimnisvollen Stadt


‘The Adventure of a lifetime continues...’


Originaltitel: Allan Quatermain and the Lost City of Gold (1987)
Regie: Gary Nelson Drehbuch: H. Rider Haggard, Gene Quintano & Lee Reynolds
Darsteller: Richard Chamberlain, Sharon Stone, James Earl Jones FSK: 16


Low-Key Adventure-Fans aufgemerkt: Quatermain ist wieder da (und er trägt schon wieder diesen dämlichen Hut)!

Der Titelheld lebt noch immer in Afrika, was seiner zivilisierten Herzdame Sharon Stone gar nicht passt. Sie will dem Abenteurer endlich einen Anzug und eine Rasur verpassen und ihn ins gelobte Land (USA) entführen. Bloß gut, dass aus dem Dschungel schon wieder der Ärger jodelt.

Der allseits beliebte
Schluchtschunkler
Ein alter Gefährte Quatermains humpelt durch den Busch direkt zu dessen Ferien-Bungalow, wo er im Fieberwahn etwas von Unmengen Gold und dem verschollenen Bruder unseres Helden faselt. Zur Ruhe gebettet, wird dem Seierkopp des nachts von eingeborenen Assassinen mit Ku-Klux-Klan-Hauben das Licht ausgepustet.
Nach dieser Absicherung, dass sein Bruder tatsächlich in Gefahr ist, begibt sich der Mann mit dem Hut (Leoparden-Schleifchen, remember?) zum Abenteuer-Jahrmarkt, wo er sich für die Expedition ausrüstet und den feigen Führer Swama, sowie ein paar Träger und Umpsologo… Klumpenpopo… Plumpsklobobo... ach … einen dicken Krieger mit Hellebarde (James Earl Jones) anheuert.
Eine ’Walking through the black continent’-Montage später ist man am ersten Action-Set-Piece angelangt, welches dann von einem anderen abgelöst wird und immer so weiter. Es ist alles dabei: Sich auftuender Boden, Speerfallen, ein nächtlicher Angriff durch böse Eingeborene, eine Kanufahrt durch vulkanische Höhlen, wilde Löwen, lustig klebrige Gummischlangen, Gummifledermäuse; you name it!
Am Ziel der Reise, der ’Goldenen Stadt’, angekommen, sind Quatermain und sein Bruder wieder vereint. Doch hier herrscht auch Argon (Henry Silva), ein indirekter Nachkomme von Auric Goldfinger, der seine Untertanen insgeheim gerne in Metall-Suppe tunkt, um seinen Palast mit schönen Statuen zu verzieren. Quatermain kommt dem Schuft auf die Schliche und zettelt einen Krieg an…

War Teil eins noch ein durchweg unterhaltender Jux aus der Adventure-Pulp-Zentrifuge, kleckert ’Quatermain II’ schon ein Stockwerk tiefer herum.

Hoffentlich hat keiner seine
Stullendose vergessen.
Positiv und negativ fällt gleich zu Beginn auf, dass zwar das schicke Titel-Thema vom Vorgänger übernommen wurde, allerdings scheinbar auch der restliche Score.
Chamberlain und Stone wiederholen ihren darstellerischen Einsatz, will sagen: Er grinst, Sie nervt (und ist hier eigentlich komplett überflüssig).
James Earl Jones gibt sich große Mühe, eine urige Figur auf den Schirm zu granteln und der cameo-artige Auftritt von Cassandra ’Elvira’ Peterson ist ein Witz ohne Pointe.
Total daneben ist Henry Silva (’Horror-Alligator’) mit einer vollkommen absurden Elektroschock-Mecke, der thematisch irgendwo zwischen Gerd Fröbes ’Goldfinger’ und ’Tempel des Todes’-Schurke Mola Ram angesiedelt ist. Apropos…
Die ’Indy’-Raubzitaterei übertritt hier wirklich alle Scham- und Schmerzgrenzen, ebenso die rassistischen Stereotypen, die sich wieder hust*eingeschlichen*hust haben. Hier werden alle möglichen Volksgruppen, Inder, Afrikaner und Moslems (und darüber hinaus auch Frauen), gleichwertig mit üblen Klischees belegt.

“Na du großer Turban-Guru, was würdest du jetzt machen, ohne mich?“
“In die Hose.“

Es ist ein Kreuz...

Fazit: Ein typischer Fall von Nachklapp mit Unterhaltungs- und Charme-Gefälle von ca. 30%. Bei aller Kritik bleibt der Film jedoch immernoch ein Spaß auf B-Niveau. Ein seichter zwar, aber zum ’einmal Anschauen Double Feature mit Teil eins’ langt’s allemal.


Hudson