Pusher


"Du hast keine Chance. Nutze sie!"


Originaltitel: Pusher (1996) Regie: Nicolas Winding Refn
Drehhbuch: Jens Dahl & Nicolas Winding Refn
Darsteller: Kim Bodnia, Zlatko Buric & Mads Mikkelsen FSK: 16


Frank (Dänen-Teddy Kim Bodnia, ’Nightwatch’) und Tony (Mads Mikkelsen, ’Dänische Delikatessen’) sind Drogendealer und auch sonst keine sehr netten Typen. Sie verticken Heroin, quasseln den lieben, langen Tag über dämliches Zeug und Sex, vertreiben sich die Zeit in Restaurants, Discos, Kneipen, und streiten sich vielleicht noch, ob sie ins Kino gehen, oder doch einen Videoabend machen. Ansonsten scheint ihr Leben bedeutungslos zu sein. Als Frank mit einem ehemaligen Mithäftling einen Deal über 200 Gramm Heroin abziehen will kommt ihm plötzlich die Polizei in die Quere. Bevor Frank von den Cops verhaftet werden kann, schafft er es, den Stoff in einen See zu kippen. Da die Obrigkeit gegen ihn in der Hand hat, müssen sie ihn (nach einem üblen Verhör) wieder laufen lassen.
Sein Lieferant, der skrupellose Schuchen-Boss Milo, ist wenig begeistert von der Angelegenheit. Er will sein Geld und das so schnell wie möglich, sonst geht es dem Schuldner an den Kragen. Verzweifelt macht sich Frank auf den Weg, das Unmögliche möglich zu machen…

Mit Frank ist nicht zu spaßen!

Die Ereignisse in ’Pusher’ sind weder lustig, noch cool. Hier handelt es sich nicht etwa um die dänische Variante von ’Bang Boom Bang’, oder ein weiteres Heist-Movie, mit smarten Anzug-Typen, die keiner Fliege etwas zu Leide tun. ’Pusher’ als Milieustudie zu bezeichnen ist vielleicht etwas gewagt, würde aber wahrscheinlich am ehesten zutreffen. So ist Bodnias ’Frank’ ist ein feiger, gefühlsloser Grobian, den nur die Furcht treibt. Die Gewalt, die ihm angedroht wird, übt er an anderen aus, die Angst, die ihn treibt, verbreitet er weiter. Diese Verkettung treibt sowohl ihn, als auch die Menschen, die noch einen kleinen Rest von Gefühl für ihn hegen, immer tiefer in die Verzweiflung.
Regisseur Nicolas Windig Refn (auch ’Pusher 2 & 3’) hat sein Debüt mit minimalitischer Optik, verwackelter Handkamera und authentischen Schauspielern versehen und wieder einmal bewiesen, dass sich auch mit einem Mini-Budget packende Geschichten erzählen lassen.

’Pusher’ ist ein harter, bis zur bitteren Pointe, kompromissloser Crime-Thriller, dessen zentrales Thema die Spirale aus Gewalt und Verzweiflung ist. Nichts für schwache Nerven!

Hudson