Puppetmaster IV


‘When Bad Puppets, turn Good’


Originaltitel: Puppet Master 4 (1993) Regie: Jeff Burr
Drehbuch: Douglas Aarniokoski, Steven E. Carr, Jo Duffy,
Todd Henschell, Keith S. Payson & David Schmoeller
Darsteller: Gordon Currie, Chandra West, Ash Adams FSK: 16


Da sind sie wieder: Charles Bands Killerpuppen aus dem Hotel an der Bucht.
Nachdem ’Puppetmaster 3’ die Vorgeschichte von Andre Toulon (Guy Rolfe) und seinen Geschöpfen im 3. Reich erzählte, spielt Teil 4 nun wieder in der Gegenwart. Ergo: Neunziger-Jahre-Frisuren ahoi!

Puppets gone goody two shoes
Im Bodega Bay Hotel haust mittlerweile ein junger Wissenschaftler namens Rick Myers, der für ein Unternehmen künstliche Intelligenzen an Spielzeugrobotern erforscht. Dem jungschen Mad Scientist stürmen bald ein paar partylaunige Kommilitonen in die Bude und schnüffeln im Haus nach interessantem Kram herum. Es dauert nicht lange, bis das Equipment von André Toulon, jenem Puppenspieler des Grauens, gefunden und mit Hilfe eines geheimnisvollen Superserums (ebenfalls bekannt aus den Vorgängern) reanimiert wurde.
Zur gleichen Zeit ist der ägyptische Dämon Sutek erzürnt, dass mit eben jenem Geheimnis ewigen Lebens, das Toulon einst von ihm stahl, soviel Schindluder getrieben wird. Um das Treiben endgültig zu unterbinden schickt er selbst einige Kreaturen ins Bodega Bay Hotel, wo einer von Ricks Freunden gerade versucht, den Geist von André Toulon zu beschwören, um die Formel des gewinnträchtigen Serums zu bekommen. Das geht mehr als schief und bald schon wimmelt es im Hause nur so von kleinen fiesen Höllendämonen, die den Kids ans Leder wollen. Bloß gut, dass da noch André Toulons Püppchen ein Wort mitzureden haben…

Den Pioniergruß hat er drauf!
Ja, ihr habt das schon ganz richtig verstanden und auch der englische Untertitel ließ bereits etwas in der Richtung vermuten: Die Killer-Puppen kämpfen dieses Mal auf Seiten der Guten.
Naja, so “gut“ ein paar launige College-Fritzen aus den frühen Neunzigern halt sein können.
Sei’s drum, wichtig ist nur eins: Das Konzept geht auf!
Anstatt die Puppen wieder nur als Mordmaschinen gegen nervige Hotelgäste auftreten zu lassen, ließ ’Stepfather 2’-Regisseur Jeff Burr sie (genau wie in Teil 3 zuvor) gegen ein anderes Übel antreten und macht sie so (wohlverdient, möchte ich meinen) zu obskuren Sympathie-Trägern. Alle alten Puppet-Bekannten aus den Vorgängern (bis auf ’Leech Women’ & ’Torch’) sind auch diesmal dabei und bekommen im Finale Unterstützung durch den Neuzugang Decapricon. Obwohl es im Vergleich zu den Vorgängern etwas harmloser von statten geht, haben sich die Damen und Herren von ’Full Moon’ einiges für ihr drittes Puppen-Sequel einfallen lassen und langen vor allem in Sachen Creature-Action ordentlich zu. Beide Fraktionen sind spitze animiert und liefern sich einige sehr unterhaltsame FX-Gefechte, denen der gewisse Hauch von Trash natürlich nie abhanden kommt.
Selbst die menschlichen Darsteller nerven kaum, Hauptdarsteller Gordon Currie (’The Terror Within II’) ist in seiner Rolle als “neuer Puppetmaster“ recht sympathisch und nutzt seine kleinen Freunde auch schon mal als Frag-Buddies in einem Laser-Hatch (muss man sehen!) Außerdem trägt er die Fackel auch in den direkten Nachfolger hinüber, denn genau wie bei ’Trancer’ wurden die Teile 4 & 5 der vorliegenden Reihe back-to-back gedreht.

Finish Him!

Im Gegensatz zu vielen B-Movie-Franchises scheint die ’Puppetmaster’-Reihe mit jedem Teil ein bisschen besser zu werden (Ausnahme Teil 2, der war Grütze). Auch Teil 4 punktet mit Einfallsreichtum, Spaß und tollen Tricks. Für B-Movie-Fans Pflicht!


Hudson