Puppetmaster 3


‘When good puppets go bad’


Originaltitel: Puppet Master III: Toulon's Revenge (1991) Regie:
David DeCouteau
Drehbuch: Charles Band, C. Courtney Joyner & David Schmoeller
Darsteller: Guy Rolfe, Richard Lynch, Ian Abercrombie FSK: 18


Charles Band und keine Ende… moment mal… hab ich diese Einleitung schon einmal benutzt? Kann wohl sein. Jedenfalls ein gutes Indiz dafür, dass die ’Full Moon’-Maschinerie tatsächlich ohne Unterlass neue Produkte auswirft.
Hier also der dritte Teil der ’Puppetmaster’-Reihe, die es bislang auf ganze neun Teile gebracht hat und siehe da, der Film hat nicht nur eine unterhaltsame Story, sondern auch eine, die als Vorgeschichte der Reihe funktioniert. Und wenn ich ’funktioniert’ sage, dann…

Skandal. Der gesamte Feuilleton fragt:
Darf man Hitler als Marionette zeigen?

Deutschland, 1941. An der Ostfront sieht’s allmählich schlecht aus. Um doch noch eine Wende zu erwirken, basteln die Nazis einmal mehr an verrückten Experimenten, die Tote zum Leben erwecken sollen. Mad Scientist Dr. Hess hat allerdings wenig Erfolg und wird von seinem direkten Vorgesetzten Major Kraus (Richard Lynch) schon ermahnt, als ein schmieriger Untergebener von Kraus das seltsam lebendige Puppentheater des begabten und bei Kindern beliebten André Toulon entdeckt. Der hat nicht nur das Geheimnis künstlichen Lebens für seine Puppen entdeckt, er scheut auch nicht vor politischer Satire zurück und gerät bald ins Fadenkreuz der Fachisten. Nach seiner Festnahme wird Toulons geliebte Frau Elsa erschossen und der Puppenmacher in Begleitung seiner Geschöpfe ins Gestapo-Hauptquartier gefahren. Unterwegs gelingt es ihm allerdings mit Hilfe der Puppen Pinhead und Tunneler (der Schraubkopp und der Würge-Max) die Nazis zu überwältigen und schließlich zu fliehen. Am Boden zerstört und nur noch vom Gedanken auf Rache beseelt, schwört André Toulon blutige Vergeltung…

Kickin 3rd Reich ass!

Ganz ehrlich, nach dem durchschnittlichen Original und dem grottigen zweiten Teil hätte ich nicht gedacht, dass mir ein Film der ’Puppetmaster’-Reihe noch einmal mehr als ein müdes Lächeln abringen könnte. Sag niemals nie, Kollege, denn ’Puppetmaster 3’ kommt völlig ohne geschwätzige, liebestolle paranormale Ermittler aus, sondern knüpft sich die Nazis vor. Genau so bringt man sein Publikum auf die Seite der eigentlichen Protagonisten, den herrlichen Puppen, die auch schon im Vorgänger das Highlight waren. Neu in der Auswahl ist der Six-Shooter, eine Cowboy-Puppe, die der alten Revolver-Bezeichnung eine neue Bedeutung gibt. Was diesen Teil für Fans der Vorgänger unverzichtbar macht, ist die ’Geburt’ zweier alter Bekannter, die selbst mir ein breites Grinsen bescherte.
Außerdem gelang es Regisseur David DeCoteau (’Creepzone’) und Darsteller Guy Rolfe (der schon bei Stuart Gordons ’Dolls’ mit Killerpuppen zu tun hatte) endlich, aus ’Puppetmaster’ Toulon einen echten Charakter zu machen. Etwas, das in den Vorgängern ja gründlich versemmelt wurde. Genre-Fiesling Richard Lynch (’Alligator 2’) gibt, als würde das jemand bezweifeln, den perfekten Gestapo-Arsch und auch der Rest der Besetzung fällt nicht negativ auf.
Freilich gehen die Ergänzungen und Neuerungen auf Kosten der Kontinuität. So leugnet oder verfälscht das Prequel viele ’Fakten’, die in Teil eins und zwei etabliert wurden. Drauf geschissen, sag ich! Die toll animierten Puppen und ihre fiesen Kills sind Schauwert Nr. 1 wie eh und je und dürften selbst (ob des leicht verdrehten Backgrounds) vergnatzten Fans der Vorgänger 75 Minuten Unterhaltung pur liefern.

Zitat: “Ich wünschte, ich hätte genau so wenig Probleme mit Göring, wie mit dir, mein Schatz!“

Egel greifen Nazis an!!!

Fazit? Ich bitte euch: Killerpuppen gegen Nazis! Wer hier nicht am Ball bleibt, hat entweder keinen Sinn für schwarzen Humor oder überhaupt nichts mit B-Movies am Hut. Bleibt nur die Frage: Warum nicht gleich so?


Hudson