Puppetmaster II


‘They're Back! No Strings Attached!’


Originaltitel: Puppet Master II (1991) Regie: Dave Allen
Drehbuch: Charles Band, David Pabian & David Schmoeller
Darsteller: Rick Burks, Carl Crew, Roger Dauer FSK: 18



Back at the Bodega Bay!

Die lebenden Puppen von André Toulon sind wieder da und planen gar Schröckliches. Sie erwecken ihren Meister aus dessen Grab, auf dass der ihnen helfe, noch ein paar Jährchen auf Erden zu verweilen. Dies kann nur mit einer Substanz vollbracht werden, die aus dem menschlichen Gehirn gewonnen wird. Dafür benötigt man zuallererst natürlich ein paar Menschen und diese finden sich auch schnell im alten Bodega Bay Hotel ein. Es sind paranormale Ermittler der Regierung (keep on reading, keep on reading), welche die Ereignisse des ersten Teils analysieren wollen. Da sind sie im Spuk-Hotel der Mörderpuppen genau richtig…

"Guten Tag. Wir sind hier, um
Malibu Stacy zu belästigen."
Man könnte meinen, ’Puppetmaster 2’ verlor seinen Reiz, als die Wissenschaftler tatsächlich eine der Puppen fangen konnten, sie unter ein Analyse-Gerät packten und irgendetwas von morpho-genetischem Blödsinn schwafelten; wenn, ja, wenn mich das dicke Gähnen nicht schon zehn Minuten vorher gepackt hätte. Auf der anderen Seite war das genau die Art von Bullshit, die von einem von ’Full Moon’ produzierten Sequel zu erwarten war: Wissenschaflicher Humbug, gepaart mit Terror-Puppen, einer Prise Sex und zu viel Geschwafel unbegabter Laien-Darsteller. Mystery und Schwachsinn, Toulon ist wieder da!
Schon nach einer halben Stunde fragte ich mich, wohin dieser Film eigentlich noch gehen könnte, obwohl mich die Ahnung plagte, dass er nirgendwo hingehen würde.
Eine berechtigte Annahme, die (sieht man mal von den ulkigen Puppen-Morden ab) durch und durch bestätigt wurde. Das kommt davon, wenn man dem hauptberuflichen Effekt-Spezi David Allen (’Eliminators’) die Regie nach einer Story von ’Full Moon’-Zampano Charles Band in die Hand drückt und sagt: “Nu’ mach mal!“
Dass da nicht viel mehr als eine handvoll guter FX-Shots (mal blutig, mal mit Hilfe klassischer Stop Motion) und miese Dialoge bei rumkommen ist also kaum verwunderlich. Immerhin lässt Allen seine Puppen standesgemäß tanzen.

Mad Scientist Mumie
Neu am Start sind der traurige Jester, der scheinbar nur rumjammern kann und Torch, der aussieht wie die SS-Version von lil Darth Vader und einen effektiven Flammenwerfer am Arm hat. Das führt früher oder später natürlich zu absurden Kills, zB. als ein Rotzbengel eine G.I. Joe Figur mit den Worten “Hier, du Nazi-Schwein!“ auspeitscht und Torch plötzlich vor Ort erscheint. Den Rest kann man allerdings getrost vergessen. Eine Nebenhandlung, in welcher der wie ’Darkman’ ausstaffierte Toulon durch das Haus rennt und wirre Sprüche aus der nicht vorhandenen Lippe fallen lässt und sich auch noch in eine der Para-Miezen verliebt, sowie Rückblenden, die Licht in seine Vergangenheit bringen, sind völlig für die Katz und lassen den Zuschauer auf einen schnellen Szenen-Wechsel hoffen.

“Alles abgewaschen?“
“Alles, hmh. Na komm schon, nimm’s nicht persönlich.“
“Nein, ist schon ok, ich bin’s gewohnt, dass die Kerle gleich danach Duschen.“
“Wo willst du hin?“
“Ich halt’s nur aus, wenn einer danach liegen bleibt und zärtlich ist, wenn man gebumst hat.“

Ohje, ein Szenenwechsel reicht scheinbar nicht...

Schawäääng!

’Puppetmaster 2’ ist eine schundige kleine ’Full Moon’-Bagatelle mit langweiligen Menschenopfern und tuffigen Killer-Puppen. Seien lassen und lieber den Nachfolger fassen!


Hudson