Puppetmaster


‘Evil comes in all sizes!’


Originaltitel: Puppet Master (1989) Regie: David Schmoeller
Drehbuch: Charles Band, Kenneth J. Hall, David Schmoeller
Darsteller: Paul Le Mat, William Hickey, Irene Miracle FSK: 18


Puppenhorror die dritte. Nach Stuart Gordons ’Dolls’ und Tom Hollands ’Chucky - Die Mörderpuppe’ schob Charles Band, der Mann der jede Idee zu Kleinholz kriegt, seinen ’Puppetmaster’ hinterher.

Wenn Barbies durchdrehen!
Die Story beginnt mit dem Tod des Puppenmachers Andre Toulon, der in einem Hotel an der pazifischen Küste vor den Nazis (beliebte Filmbösewichte deutscher Herkunft, die um die Jahre von 1933-1945 verstärkt ihr Unwesen trieben) Zuflucht sucht und seine letzten Meisterwerke, lebendige Puppen, im Hotel versteckt. Leider finden ihn die vermaledeiten Nazis schließlich doch und Toulon scheidet per Kopfschuss freiwillig aus dem Leben. Fünf Jahrzehnte später trifft sich der Bund paranormaler Investigatoren im Strand-Hotel, eingeladen vom Ehemann der Hotel-Besitzerin, der sich selbst (kurz nach Abschicken der Einladung) durch Selbstmord aus der Affaire zog. Er war parapsychologischen Aktivitäten (Spuki, Spuki) im Hotel auf der Spur, doch Toulons Puppen, die immer noch im Zwischenboden des Anwesens lauern, hatten etwas dagegen. Auch den neuen Gästen sind die Geschöpfe des Pzuppenmachers keineswegs freundlich gesonnen und so kommt es, wie es kommen muss. Der Tod lässt die Puppen tanzen…

"Unmotivierte Bettszene, in
der vollbekleidete Frau auf
unmotiviertem Mann hockt...
TAKE 5!"
Von Anfang bis Ende versprüht ’Puppettmaster’ dieses ’Ach ja, ganz nett.’-Gefühl, das zwar einige ’interessante’ Ansätze abnickt, aber letztlich kein wirkliches Kompliment ist. Die ohnehin schon dünne Story wird viel zu müde präsentiert. Zu viele Dialoge, zu wenig Puppen-Action. Die kleinen Biester sind nicht unbedingt meisterhaft animiert, erfüllen aber (wenn sie mal zugegen sind) ihren Zweck. Ihre unterschiedlichen Designs (Männchen mit Hakenhand, Weibchen das Egel ausspeit, Bohrerkopf-Puppe und Mini-Muckiman mit Riesenhänden und Däumlingskopp) sind mehr putzig als furchteinflößend. Aber Filme wie ’Puppetmaster’ eignen sich insgesamt wohl weniger für den gepflegten Schock, als für’s grobe Gekicher. Und abgesehen von ein paar blutigen MakeUp-FX, hielt man sich mit dem Verteilen des roten Lebenssaftes zurück.
Abgesehen von Hauptdarsteller Paul LeMat (aus ’American Graffitti’) turnen hier nur unbekannte Dampfnasen herum, die entweder viel heiße Luft aus der Lunge blasen (Konversationen mit toten Hunden sind keine Seltenheit), sich in pornösen Exzessen balgen oder einfach hysterisch sterben.

"CUT! ZU MOTIVIERT!"

Die Längen im Script, die trüben Darsteller und das vorhersehbare Ende mal außen vor gelassen, ist ’Puppetmaster’ eine ganz unterhaltsame Grusel-Angelegenheit. Für’s nächste Mal hoffe ich auf mehr Pupperei. Der Film zieht nämlich bis heute einen Schwanz von acht Fortsetzungen (inklusive ein Crossover mit den ’Demonic Toys’) nach sich. Schau ’mer mal.


Hudson