The Punisher


‘Judge. Jury. Executioner. All in a day's work.’


Originaltitel: The Punisher (1989)
Regie: Mark Goldblatt Drehbuch: Boaz Yakin
Darsteller: Dolph Lundgren, Louis Gossett Jr., Jeroen Krabbé FSK: 18


Nachdem die Mafia seine Familie tötete, versteckte sich der (seitdem ebenfalls totgeglaubte) Polizist Frank Castle (Dolph Lundgren) in der Kanalisation, zog schwarze Lederklamotten an, versorgte sich mit einem 10-Jahres-Vorrat an Handfeuerwaffen und nannte sich fortan ’Der Punisher’. Seine ’Bestrafungen’ kosteten den Mob in den letzten fünf Jahren viele Mitglieder, was eine zweite Macht, die japanische Yakuza auf den Plan ruft. Diese wollen nun die Macht an sich reißen und kidnappen, nachdem die Mobster ein ungleiches Bündniss ablehnen, deren Kinder.

“Fühlen sie sich wie zu
Hause. Das Bett ist nach
Feng Shui ausgerichtet.“
Jetzt ist es an Frank, die Brut seiner Todfeinde aus der Gewalt der Japaner zu befreien, welche sich auch keinen Deut freundlicher gebärden. Zwischendurch mischt sich auch noch Castles ehemaliger Partner (Louis Gossett Jr.) ein, der mittlerweile einen ganzen Stadtplan voller roter ’Punisher-Kill’-Reißwecken an der Wand zu hängen hat und weiß, dass sein alter Freund dahinter steckt. Die Situation spitzt sich zu, als dieser letztlich gezwungen ist, mit dem Mann zusammenzu’arbeiten’, der einst für den Tod seiner Familie verantwortlich war. Doch immerhin stellen sich Frank bis zum Finale hunderte schussfeste Schergen in den Weg und verwandeln das Szenario in die Punisher-Oase…

“Wir sind die Yakuza. Als ihre Vorfahren noch Hirten waren und ihre Schafe an der Mittelmeerküste vögelten, waren unsere bereits die Verbrecherfürsten Asiens.“

Tri-Tra-Trallala, der Pi-Pa-Punisher ist da.
Basierend auf einer Comic Figur des Marvel-Verlages packte man den, durch ’Rocky IV’ und ’Masters of the Universe’ zu zweifelhaftem Ruhm gekommenen, Dolph Lundgren in die Titelrolle und ließ aus allen Rohren feuern.
Regie führte Mark Goldblatt, der mit dem ulkigen Zombie/Buddy-Movie ’Dead Heat’ ein sicheres Händchen bewiesen hatte und davor/danach bei etlichen Hollywood-Produktionen (’Die Reise ins Ich’, ’Nightbreed’, ’Starship Troopers’) als Editor zu gange war.

Chappy Sinclair
auf Bodenmission
Eine überzeugende ’Hard Boiled Comicverfilmung’ hatte er sich vorgestellt.
Herausgekommen ist ein Film, dem es an überbordender Gewalt ebenso wenig mangelt, wie dramaturgischem Nonsens und den dazu passenden Dialogen (“Selbst Rache kennt eine Grenze.“ “Dann hab ich meine noch nicht erreicht.“).
Die Nebenhandlung um Louis Gossett Jr. (der selten so unterdurchschnittlich vor sich hin spielte) und seiner neuen Partnerin ist völlig für den Schneideraum, die Musik unerträglich dünn geraten und die miese Beleuchtung hilft der ohnehin verkorkst wirkenden Fotografie kein bisschen.
Die Gewalt ist vom Begriff ’zimperlich’ soweit entfernt wie Dolph Lundgren von der ’Oscar’-Nominierung. Das Blut spritzt, Kugeln zerfetzen Leiber, Knochen brechen. Es gibt kein Pardon, kein Zurück, keine Geschlechtertrennung.
Freunde von handfester Action kommen hier voll auf ihre Kosten. Es werden verdammt viele Kugeln, Explosionen und Hiebe verteilt. Aber obwohl Stan Lee himself hier als ‘Creative Consultant’ zugegen war, wurde das sowieso dünne Quellmaterial um den rachsüchtigen Bestrafer einfach nicht optimal ausgeschöpft.

“Was werden sie tun, wenn sich das Blutbad zuträgt.“
“Auf Urlaub gehen.“
“Ja, ich habe gehört, man sollte die Abwasserkanäle von Paris besuchen.“

Musclebeach-Guy und Stone-Washed-Dude

’Hard Boiled’; ja. ’Comic’; nein. Die erste ’Punisher’-Verfilmung ist eine oberflächliche Gewaltorgie ohne Substanz und festen Boden geworden. Für Knallfrösche und 80er-Action-Anhänger einen Blick wert.



PS: Es sei zu erwähnen, dass der Film ursprünglich viel länger war. Unter anderem gab es einen Prolog, in dem die Vorgeschichte (Castles und Berkowitz’ Partnerschaft, der Mord an Castles Familie und eine frühe Begegnung mit dem Mafiaboss) erläutert wurde. Der Fairness halber muss ich sagen, dass diese Szenen (auf der DVD im Zusatzmaterial als Workprint aufgeführt) dem Film sowohl einen emotional(er)en Ausgangspunkt, als auch ein konsequenteres Ende verpasst hätten. An der Bewertung hätte sich dadurch für mich nichts geändert. Dem Gesamteindruck des Films wären diese Szenen allerdings zu gute gekommen.
PPS: Wenn schon anschauen, dann ohne die deutsche Synchro!
PPPS:

Nennt mich paranoid,
aber wächst ihm der
Bartschatten bis über
das Ohrläppchen?















Hudson