Proxima Centauri 3 - Revolte im All


‘In the future, will law and order survive?’


Originaltitel: Space Rage (1985)
Regie: Peter McCarthy & Conrad E. Palmisano Drehbuch: Jim Lenahan & Morton Reed
Darsteller: Richard Farnsworth, Michael Paré, John Laughlin FSK: 18


Irgendwann in ferner Zukunft, in der die Leute so aussehen wie in den Achtzigern und wo fremde Planeten die Beschaffenheit einer mexikanischen Einöde haben:

“Kuckuck!“
Der gemeingefährliche Bankräuber Grange (Michael Paré) wird bei seinem letzten Clou geschnappt und vor den Richter geschleift. Die Strafe lautet: Lebenslang auf der Strafkolonie des Planeten Proxima Centauri aka Botany Bay. Dort herrschen erschwerte Lebensbedingungen (nicht zuletzt auf Grund eklatanten Budget-Mangels seitens der Produktionsfirma) und mit den Wächtern der Kolonie, den sogenannten ’Trackers’, unter der Leitung des knallharten Walker ist auch nicht zu spaßen. Doch Grange hat nicht vor, hier lange zu verweilen und nachdem er die Hälfte seiner Mithäftlinge erst vermöbelt und dann zu Untergebenen gemacht hat, gelingt ihm die Flucht, auf der er Walker und dessen Familie schwer zusetzt. Jetzt kann nur noch der alte Outback-Zausel namens Colonel (Richard Farnsworth) den Tag retten…

“Sie sind für immer von der Erde verbannt. Für immer und ewig.“
“Leck mich!“

Wer schon immer wissen wollte, wo genau der Karriere-Abstieg von Michael Paré begann, der ihn letztlich in die Arme von Uwe Boll und Konsorten trieb, der ist bei ’Proxima Centauri 3’ genau richtig. Ich war erstaunt, dass es sich hierbei um einen Film aus den tiefsten 80er Jahren handelt, machte das Cover doch den Eindruck eines typischen Cheapo-90s-Video-Müll. Falsch gedacht: Es ist untypischer Cheapo-80s-Video-Müll und der erste Film, den Paré nach seinen Doppel-Hits ’Straßen in Flammen’ und ’Das Philadelphia Experiment’ drehte.

Im Ernst: Wie oft
habe ich dieses
Bild schon gesehn?
Parés schauspielerische Grenzen werden bei der Darstellung des Bösewichtes ’Grange’ schnell erreicht. Lange Haare, abgeklärter Blick und hier und da mal eine Frau erschießen, ein “Leck mich!“ oder “Fick dich!“ das muss reichen. Da weiß jeder, was gemeint ist.
Richard Farnsworth spielt den bärbeißigen, zurückgezogenen Cop-Rentner mit LAPD-Mütze, der letzlich die Kohlen für alle aus dem Feuer holen muss, aber nicht bevor ihm die Macher eine pseudo-coole Ausrüstungs-Montage spendiert haben (jemand sollte mal einen Film aus diesen ganzen pseudo-coolen Ausrüstungs-Montagen montieren!).
Einen Lacher bekommt Harold Sylvester (’Griff’ aus Al Bundys Schuladen), der ganz plötzlich im schnieken Anzug aus dem Nichts auftaucht, den Flüchtlingen hinterherbrüllt und später Sätze wie “Das ist ihr Ende, Mister!“ von sich gibt.
Wüste Vehicle-Verfolgungen bringen wenigstens einen Funken Action in die Angelegenheit, sind aber beim ’Road Warrior’ geklaut. Die Schießereien mit scheinbar ungeladenen Plaste-Wummen sind genauso beschränkt, wie die Pfennig-großen Eintrittswunden einer Ladung Schrot und der Versuch, eine Art Western-Atmo aufkommen zu lassen, geht vollständig in die Buchsen. Stattdessen werden (passend zu Farnsworth’ Hut) einmal mehr Kalifornische Steinbruch-Lokalitäten als außerweltliche Strafkolonoien verkauft.

Mehr vom Alten...

Ich kauf aber nichts und ihr solltet auch lieber die Finger davon lassen. ’Proxima Centauri 3’ ist doof, langweilig, mit furchtbarer Musik ausgestattet und klaut mal wieder kräftig beim verrückten Maxe und das kann zumindest ich nach drei Monaten C-Klasse Endzeit-Martyrium wirklich nicht mehr sehen.


Hudson