Prom Night - Grauen Ohne Namen


‘A prom queen's dreams turn to screams.’


Originaltitel: Prom Night (1980)
Regie: Paul Lynch Drehbuch: William Gray & Robert Guza Jr.
Darsteller: Leslie Nielsen, Jamie Lee Curtis, Casey Stevens FSK: 18


Children shouldnt play in dumb things...

Vor sechs Jahren spielten ein paar Kinder in der Ruine einer alten Schule Haschmich. Aus dem Spiel wurde tödlicher Ernst, als die kleine Robin Hammond von ihren ’Freunden’ aus einem Fenster im oberen Stockwerk gegruselt wurde. Die Kinder schwören sich, die Sache niemandem zu erzählen und von nun an einfach Gras über die Angelegenheit wachsen zu lassen. Passenderweise schleicht gerade ein Psychopath durch die Gegend, welcher mal eben für den Mord an der kleinen Hammond in die Klapse gesteckt wird.
Heute sind die Kids von einst beinahe erwachsen und stehen kurz vor der berühmten Prom Night, dem amerikanischen Abschlussball (ihr weißt schon, da wo Carrie White die Schweineblut-Dusche verpasst bekommen hat!), als der Irre von einst plötzlich aus seiner weiß-gepolsterten Heimstatt ausbricht.

Eine Fussboden-Leucht-Disco!!!
(Nach der Rollschuh-Disco der Club-Hammer schlechthin.)

“Gefalle ich dir?“
“Ja, du siehst fast wie ne Frau aus.“
“Danke für die Blumen.“
“Ach, war nur’n Kaktus.“

Leute, Leute, Leute, also wenn schon Slasher mit altbewährten Whodunit-Elementen, dann doch bitte spannend und mit etwas, was allgemein als ’Payoff’ bekannt ist.
Wo sind die Kills, wo die nackte Haut (wenn schon Jamie Lee Curtis am Start ist!)? Während wir auf letzteres lange warten können, dauert es bis zum ersten echten Opfer tatsächlich ’nur’ eine geschlagene Stunde. Würde bis dahin wenigstens etwas passieren (sagen wir mal überzeugende Charakter-Entwicklung, eine Story die ein paar Haken schlägt, Humor-getränktes High School-Leben oder ach… irgendwas!) könnte man ’Prom Night’ diese Makel verzeihen. Das fällt aber aus, wegen is nich. Stattdessen gähnende Langeweile, Disco-Szenen mit Leuchtfußboden und schuldbewusstes Gelaber bis die Gurgel schwillt. Wenn der Killer dann endlich in Aktion tritt, quält man das Publikum mit ellenlangen Stalker-Szenen der Marke ’Oh mein Gott, wo soll ich hin!?’. So wird vielleicht eine Nachtwanderung im Feriencamp gefilmt, aber doch kein Slasher.
Immerhin beweist Leslie Nielsen hier, dass er mehr kann, als den Spoof-Zimbel-Affen zu geben, wenn seine Dienste auch kaum in Anspruch genommen werden. ’Scream Queen’ Jamie Lee Curtis schreit hier kaum, ist aber ganz putzig (ist sie ja immer, das Schnuckelchen) und ach ja, Action-Bratz Jeff Wincott (’Knockout’) ist auch am Start. Wen's freut…
Abgesehen von einer recht graphischen Köpperei gibt es hier auch für Gorehounds nichts zu schmökern. Regisseur Paul Lynch drehte ein Jahr später den ähnlich unkessen Backwood-Slasher ’Humongous’ und versiffte danach in den Tiefen der TV-Landchschaft. Good Riddance.

Hausmeister Willie befiehlt:
"Das Rennen in den Fluren ist verboten!"

Ich hab’s schon ein paar mal verlautbaren lassen, aber ich wiederhole mich auch gerne noch einmal: Ein Film darf alles, nur eines nicht: Langweilig sein! Bei dieser einfachsten aller Lektionen haben die Macher von ’Prom Night’ wahrscheinlich kiffend im Van gelegen und an ihren Lümmeln gespielt. Übrig bleibt eine echte Slasher-Gurke, die trotz prominentem Titel und bekannter Cast getrost im Schrott-Schuber vergangener Genre-Epochen verrotten kann.


Hudson