Prison


‘In 1956, Charles Forsyth was sent to the electric chair.
Now he's back...’


Originaltitel: Prison (1988)
Regie: Renny Harlin Drehbuch: Irwin Yablans, C. Courtney Joyner & Renny Harlin
Darsteller: Viggo Mortensen, Lane Smith, Chelsea Field FSK: 18


Viele Jahre nachdem der unschuldige Häftling Charles Forsyth hier auf dem elektrischen Stuhl gegrillt wurde, öffnen sich die Tore des ’Wyoming State Prison’ erneut. Diesmal unter Direktor Eaton Sharpe (Lane Smith), der damals an den Geschehnissen, die zu Forsyth’s Tod führten nicht ganz unbeteiligt war.

“Na wat, Junge?! Willst du
jetzt kotzen oder labern?“
Als die neuen Häftlinge damit beauftragt werden, im Keller einige Wände zu zerstören, befreien sie versehentlich den Geist Forsyths, der aufgrund der Ungerechtigkeit seines Todes nie zur Ruhe kam. Die ungenutzte Energie der letzten Jahre setzt Forsyth nun, auf ziemlich böswillige Art und Weise um. Auf seinem Weg der Rache schert er sich nicht um das Leben der Insassen und verfolgt sein Ziel, Direktor Sharpe, mit brutaler Hartnäckigkeit.
Da sind auch der smarte Häftling Burke (Viggo Mortensen) und die sowieso überforderte Sozial-Arbeiterin Katherine (Chelsea Field) machtlos…

Keine Ahnung, ob Renny Harlin (’Ford Fairlane - Rock’n’Roll Detective’) und Charles ’Full Moon’ Band (’Shadowzone’) hier die Missstände in amerikanischen Gefängnissen anprangern wollten.

Behind the Bars:
Echtes Gold im Maul aber
ein Kassengestell auf der Nase
Fest steht ’Prison’ (wow, was’n Titel!) ist voll mit üblen, menschenverachtenden Prison-Flick-Klischees (Stichwort: junger Privatsklave vom dicken, bärtigen Mann) und Dekors (sogar vor den Büro-Fenstern des Direktors sind Gitter).
Geschmiert wurden die Gitter mit einer sehr dichten, allerdings auch ziemlich widerlichen Atmosphäre. Auch spart Harlin nicht mit dem Einsatz von Pansen und passend roter Soße. Für Freunde goriger Ekel-Eskapaden gibt es hier allerhand zu begutachten.
Einen Grund für den Rest, auch mal bei Prison reinzuschauen liefern die guten Schauspieler. Viggo Mortensen spielt souverän, wie man es von ihm nicht anders erwartet. Nicht erwartet hätte ich, dass Lane Smith (’Die Abenteuer von Loius & Clark’) so ein finsteres Arschloch spielen kann (selbst wenn er hin und wieder mit dem ’Stieren’ übertreibt).
Tiny Lister (’Wishmaster 2’) dreht mal wieder voll auf, dafür ist Chelsea Fields (’Masters of the Universe’) Rolle (mal wieder) für die Katz.
Memo an Komponist und Produzenten-Bruder Richard Band: Für Ihr ’Aliens’-Score-Rip-Off gehört Ihnen ordentlich eine geschallert!

Licht aus - Spot an

Fazit: Grantige Effekte, gute Darsteller, dicke Atmo, dünne Story. Da ich kein Fan von Knast-Filmen bin (natürlich mit Ausnahme von ’Die Verurteilten’), ging mir auch bei ’Prison’ trotz überwiegender Pluspunkte keiner ab. Wem düster-blutige Horror-Dramen liegen, der ist hier sicher an der richtigen Adresse.

Nool