Princess Warrior


‘They fought for a Kingdom.’


Originaltitel: Princess Warrior (1989) Regie: Lindsay Norgard Drehbuch: John Riley
Darsteller: Sharon Lee Jones, Dana Fredsti, Mark Pacific FSK: unbekannt


Auf dem Planeten ‘Neonfarbene Plastik-Kulissen vor schwarzem Hintergrund’ ist das große Trauern angesagt. Frau Königin liegt auf dem Totenbett und befiehlt ihre beiden Töchter Ovule und Curette zu sich. Eine von beiden soll ihre Nachfolgerin werden. Doch welche? Die gutherzige, blonde, freizügige Ovule oder die böse, brünette, freizügige Curette. Die Freizügigkeit sollte kein Kriterium sein, schließlich laufen alle auf dem Planeten recht knapp bekleidet herum. Also die Haarfarbe? Blondinen bevorzugt? Ganz recht. Außerdem steht Mama nicht auf die fiese Art von Curette und entscheidet sich für Ovule. Das lässt Lady Bitch C. natürlich nicht mit sich machen. Was folgt, könnte man unter anderen Umständen einen Lichtschwert-Kampf der Extraklasse nennen. Ich nenne es einen Witz und zeige euch erstmal das hier:

Ganz recht, Freunde.

Entsetzt über das rabiate Vorgehen ihrer fiesen Schwester, schlüpft Ovule nach dem Duell (das George Lucas Jahre später zu dem Showdown zwischen Obi Wan Kenobi und Anakin Skywalker inspirieren sollte) unverzüglich in eine transparente Röhre, die vom Scotty des Planeten nach kurzer Konversation (“But where are you sending me?” “Somewhere far out!”) als Phasentransporter benutzt wird und die Prinzessin auf die gute alte Erde schickt. Wohin genau: Los Angeles! Noch genauer?

Wohin auch sonst?

Weg von neonfarbenen Plastik-Kulissen und rein in den ’Wet T-Shirt Contest’. Hier bekommt die gute Ovale immerhin ein (wenn auch bald recht nasses) Kleidungsstück, schließlich darf man den Phasentransporter nur nackt betreten, da beim Mitschicken von anorganischer Materie die ähm Neutronen platzen. Oder so.
Stichwort für Evil Curette: Die Hexe schnappt sich ein paar Handlangerinnen mit Namen (Achtung: Brüller voraus!) Exzema & Bulemia, macht sich nackig und lässt sich ebenfalls auf unseren schönen Planeten beamen. Hier hat sich Ovule längst mit dem freundlichen Schmierlappen Bob eingelassen, der ihr unheimlich gern unters nasse T-Shirt will und dafür einigen Ärger mit einem schmierigen Clubbesitzer, einem notgeilen Freier, zwei superdämlichen Bullen und Ovules gemeiner Schwester bekommt…

Das sind'se.

“I guess I have some friends who where on your planet before. Have you ever heard of Captain Kirk and Mr. Spock?”

Aua, aua, aua, hau den Kopp an die Mauer.
Wer braucht noch eine Kelle Trash, die sicher kein anderer Mensch je zuvor gesehen hat? Bitte melden, hier kommt ’Princess Warrior’. Gleichbedeutend mit katastrophalem Schnitt, dummen Sprüchen (“Are you girls bikerchicks? I hate bikerchicks!”), reichlich Weichzeichnungsfilter-Softcore vor der Nebelmaschine und Darstellern, von denen ich mir ganz sicher bin, dass sie aus der Pornobranche stammen.
Die HaHaHaHandlung spielt größtenteils auf den Straßen des nächtlichen L.A. der späten 80er Jahre und was das heißt, weiß jeder, der im schonmal im Dunklen fluoreszierenden Müll über den Fussboden gekegelt hat.
Zwischendurch kehren wir immer wieder für kurze Momente zum Planeten ‘Neonfarbene Plastik-Kulissen vor schwarzem Hintergrund’ zurück und dürfen den hiesigen Priesterinnen beim Murmeln zuschauen, als hätten diese irgendeine Bedeutung für den weiteren Verlauf der Handlung. Haben sie aber nicht.
Dass dieser Film angeblich von einer Frau gemacht wurde, mag ich kaum glauben. Dann aber ist der einzige biografische Eintrag in der International Movie Database über die Dame folgender: “Graduate of Farmington High School, Farmington, Michigan, Class of 1982“. Hideeho!
Interessanter ist da schon das Oevre des Autors John Riley. Glaubt man der imdb, war der Assistent für Spezialeffekte bei ’Eliminators’ und ’Alien 4’, Second Unit Director bei ’The Fast and the Furious’, Co-Autor bei ’The Tower’ und Produktionsassistent bei ’Independence Day’. Auf geistiger Höhe war er jedenfalls nicht, als er diesen Blödsinn hier verzapfte.

Bei den eingefügten Gebets-Segementen fehlt es dem Planeten
‘Neonfarbene Plastik-Kulissen vor schwarzem Hintergrund’
sowohl an Neonbarben, als auch an Plastik-Kulissen!

Ich sagte es ja schon, wer Trash braucht, darf hier zulangen. Man könnte aber genau so gut seinen Kopf mitsamt einem uralten Playboy-Magazin in die Trommel einer Waschmaschine tun und den buntesten Weichspüler des Sortiments mit hinein kippen. Vergesst aber nicht, den Kopf danach wieder rauszunehmen. Ihr könntet ihn noch gebrauchen. Nach ’Princess Warrior’ könnt ihr das nicht mehr.


Hudson