Prince of the Sun


‘Die Entscheidung im ewigen Kampf der Mächte’


Originaltitel: Tai yang zhi zi (1990) Regie: Wellson Chin & I-Jung Hua Drehbuch: Des Wahnsinns Kung Fu-Lehrer
Darsteller: Cynthia Rothrock, Conan Lee, Ching-Ying Lam FSK: 16


“Meister, was sollen wir tun?“
“Ken Lun… ach frag mich nicht!“

Tibet:

Die famosen Murmel-Mönche
Der HohePriester, Meister und Buddha spricht seine weisen Worte zu Ende, und da seine Zeit gekommen ist und die riesige Kapuze auf seinem Glatzkopf gar schwere Verpflichtungen mit sich bringt, sind seine Schüler Ken Lun und Ken Tse (und die 10 Leute, die den Film tatsächlich gesehen haben) die einzigen Zeugen seiner ’Meister Yoda’-gleichen Selbstauflösung. Sein Geist wird in den Körper eines Neugeborenen transferriert und von Ken Lun, demjenigen der beiden Schüler der kein Verräter ist, in den nächsten 5 Jahren beschützt.
Unter den Mönchen verweilt auch (ACHTUNG! Jetzt kommt’s!) Cynthia Rothrock! ’Was, die blonde Power-Schnalle aus den C-Karate-Filmen wie Tigerkralle 2?’
’Ja!’ Und sie ist auch die einzige, außer Ken Lun, der in dem ganzen Kloster zu trauen ist. Fünf Jahre später:
Die Schergen des Bösen sind immer noch hinter dem kleinen Buddha her, der mittlerweile ein süßer, kleiner Fratz (mit der ’Lisa Simpson’-Synchro) ist. Als sie Fen Lun schließlich stellen, kann der den Kleinen gerade noch rechtzeitig verstecken und segnet kurz darauf das Zeitliche, was er dem Bengel per Bildschirm-Telepathie mal eben noch mitteilt (“Kleiner Buddha, ich sterbe jetzt!“).
Auftritt von Conan Lee (’Destroyers’), dem kernigen Licht-Double von Jackie Chan: “Hallo Kleiner. Mein Name ist Ben, Ben Zin!“
Er spielt den erfolglosen Rumtreiber mit dem bescheuerten Namen (für den natürlich die deutsche Synchro verantwortlich war. Im Original heißt er ’Tiger’, was viel einleuchtender ist ;) und soll fortan der Beschützer des kleinen Buddha sein. Unterschlupf finden sie bei May Wan (Sheila Chan), einer hysterischen Uschi, die soeben ihre Lehrer-Anstellung verloren hat, weil sie die Kids verprügelte. Nach anfänglichem Terz raufen sich die drei zusammen, geraten aber bald in eine Klemme nach der anderen.
Stichwort für Cynthia Rothrock, die den Bösewichtern endlich mal so richtig die Läuse von der Omme ditschen darf! Doch bald schon mischen sich dunkle, magische Mächte ein, gegen die selbst sie keine Chance hat…

Dieser Film ist der endgültige Beweis:
Cynthia Rothrock rockt, wenn sie rot sieht!

PRINCE OF THE SUN!
Diesen Film habe ich gemeinsam mit dem Sci-Fi-Knaller ’Zone Troopers’ vor genau einem Jahr aus einer Second-Hand-Scheune an der Nordseeküste erworben. Hiermit möchte ich der Verkäuferin danken, dass sie mit dem Preis runter gegangen ist (das Telefon in Piano-Form funktioniert aber nicht, darum nehme ich den Dank zurück und verfluche sie für immer!) Ähm. Okay. Zum Film:

Irre…
Das geht schon beim Score los, bei dem ich mir sicher bin, dass ihn schon Defifé, Knollo und Schlapperplapper im ’Spielhaus’ gesummt haben. Der Irrsinn macht auch nicht vor den Schauspielern halt:
Conan Lee ist seinem (offensichtlich) großen Vorbild, Jackie Chan, dicht auf den Fersen (Chan wäre perfekt für die Rolle gewesen, aber Lee tut’s auch). Sheila Chan hat ihre Ausbildung offensichtlich in der ’Kate Capshaw-School of Acting’ gelernt und übertrifft dessen übergeschnappte Darstellung in ’Indiana Jones und der Tempel des Todes’ ohne Mühe. Versteht mich bitte nicht falsch: Ihre Figur ist eine der kuriosesten und amüsantesten Frauen-Rollen, die mir je unter Ohren und Augen gekommen sind. Und Cynthia Rothrock, hahahaha, was soll ich schon zu Cynthias Schauspiel sagen? Sie ist blond, kuckt angestrengt und kann Kung Fu. Ja, sie wirkt fehl am Platze, aber im Gegenteil zu ihren anderen Filmen, ist das hier durchaus passend.

MORTAL KOMBAT!!!
Während das Kind, Ben und May ihren Spaß auf dem Rummel haben, wacht Cynthias Figur wie ein Kampfhund über ihre Sorglosigkeit und tritt jedem ins Fressbrett, der diese bedroht. So ist es auch die blonde Kung Fu-Amazone, die hier für die meiste Action sorgt, während der Rest rumkalauert, als gäbe es kein Morgen.
Und was für Action! Es geht heiß her. Schnelle Tritte, rasende Fäuste, gewagte Sprünge in alle Richtungen. Da bleibt kein Auge trocken. Der Spaß macht hier aber nicht halt. Neben der (hierfür schon obligatorischen) unfreiwilligen Komik, gibt es hysterisches Gesabbel, und unglaubliche ulkige Sprechogramme, die man hören muss, um sie zu glauben:

Kleiner Buddha: “Der eine Mann sieht aus wie Fu.“
Ben: “Aber er lebt wenigstens noch.“
Kleiner Buddha: “Das freut mich aber.“
Nachrichten-Sprecherin: “Der Mann unterlag am Abend seinen schweren Verletzungen.“
Ben: “Dann ist Fu doch tot.“
Kleiner Buddha: “Schade, aber da kann man nix machen.“

Der übernatürliche Aspekt bekommt von mir sowieso einen Bonus-Punkt, auch wenn er hier größtenteils nur als Gag-Lieferant dient und einen lustigen, fliegenden Vampir aus dem Ärmel zaubert. Ihr lest’s ja selbst: Allen Fans des gepflegten Hong Kong-Schwachsinns kann ich diese gnadenlose Ulk-Trash-Fight-Perle ohne weiteres ans Herz legen.

“Ach fressen sie doch Scheiße!“
“Lady, bei dem Gedanken wird mir ganz schlecht!“

Was hier vor sich geht, kann man nur ahnen...

Wenn es sich dabei um heiße Scheiße, wie diesen Film handelt, greife ich sofort zum Löffel! Der Flausen-Dummy wird hiermit verliehen. Eine Rücknahme ist unmöglich. Gezeichnet; das fünfjährige Kind aus dem Bällchenbad.

Hudson