Power Force



Originaltitel: True Vengeance (1997)
Regie: David Worth Drehbuch: Kurt Johnstad
Darsteller: Daniel Bernhardt, Beverly Johnson, Miles O'Keeffe FSK: ungeprüft


Allen Griffin (Daniel Bernhardt) ist ein ehemaliger Elite-Soldat, der vor vielen Jahren die Nase voll von seinen Einsätzen hatte und sich aus dem Staub machte. Seither veräußert er seine Dienste an den Meistbietenden und da kann halt auch mal ein faules Ei, wie die Yakuza dabei sein. Die meinen, er sei ihnen noch etwas schuldig und wollen ihn für einen weiteren Auftragsmord buchen. Als Griffin ablehnt, entführen die Schuchen kurzerhand seine Tochter und geben dem Profi 24 Stunden Zeit, ihre Forderungen zu erfüllen. Angepisst nimmt Griffin an, steht nach Erledigung des Auftrags allerdings ganz schnell selbst auf der Abschussliste seiner Auftraggeber. Jetzt kennt der ehemalige Super-Soldat kein Pardon mehr. Er streift sich das größte Exemplar seiner Mantel-Collection aus dem Kleiderschrank, packt sein gesamtes Waffen-Arsenal darunter und zieht in den Krieg…

Office Fighters 3 - Revenge of the Copy-Guy

Also schön, der einzige Grund, der mir einfiel, dieses schablonenhafte ’Phantom Commando’-Rip Off von Regisseur David Worth (’Shark Attack III’) anzuschauen, war der Name Miles O’Keefe in den Credits. Und auch wenn das nur ein fadenscheiniges Argument war, zeigt sich O’Keefe (’Phantom Raiders’) hier tatsächlich einmal von seiner Schkoladen-seite. In ’Power Force’ gibt er nicht etwa den hartärschigen (Anti)Helden, sondern dessen eiskalten Kontrahenten, einen abgehalfterten Auftrags-Killer, der sich immer noch für den Größten hält und sich ’der Spezialist’ nennt. Wenn er auch nicht die Finesse eines echten Vollblut-Schauspielers mitbringt, bekommt O’Keefe für die Darstellung des schnippisch-lockeren, Papier-Kraniche faltenden Hitman von mir den Daumen nach oben.

Posi Posi, inne Hosi
Auch Daniel Bernhardt (’Bloodsport 2’) ist kaum für das ’Royal Shakespeare Theatre’ geeignet, als gnadenloser Papa in Not macht er sich aber gar nicht schlecht. In Nebenrollen sind Harrison Young (’Spaceshift’) netter Opi und George Cheung (’Rambo 2’) als fieser Yakuza-Boss zu sehen. Letzterer ist einer jener Bösewichte, die ihre armen versagenden Henchmen entweder zum Harakiri zwingen, oder sie gleich selbst abknallen (Ich hasse diese Kerle!).
Die Action läuft recht abwechslungsreich (Shoot Outs, Martial Arts-Prügeleien, ein finaler Schwertkampf) und kein bisschen zimperlich ab. Griffin macht nicht viel Federlesen, wenn einer der etlichen Goons nicht mit der Sprache herausrücken will, foltert und tötet, ohne mit der Wimper zu zucken.
Inszeniert wurde im typischen Straight-to-Video Action-Look der Sorte ’John Woo Plagiat’. Leider begriff Worth offenbar nicht, dass es mehr war, als nur ein paar coole Posen und beidhändiges, kreuzweises und jumpendes Geballer, die Woos Filmen damals ihre einmalige Kinetik verschafften. Wenn schon Woo kopieren, dann doch bitte auch den Kameramann darauf hinweisen, dass es nicht nur die Option ’Druff halten!’ gibt.
Die Musik von ’Kinder des Zorns 7’-Komponist Stephen Edwards ist kaum erwähnenswert und je weniger über den (warum eigentlich?) obligatorischen Sub-Plot um zwei (erst konkurrierende, dann kooperierende) Polizisten auf Griffins Spur gesagt wird, desto besser.

Looky, looky: Miles smiles

Fazit: ’Power Force’ ist rabiate 90er Jahre ’Jump & Shoot’-Kost von der Stange, die wohl für immer den unbedarften Action-Allesfressern vorbehalten bleiben wird. Ich kann an dieser Stelle nur auf das gute alte ’Phantom Commando’ verweisen. Da kommt eh nix drüber!


Hudson