Porky’s


‘You'll be glad you came!’


Originaltitel: Porky's (1982) Regie & Drehbuch: Bob Clark
Darsteller: Dan Monahan, Mark Herrier, Wyatt Knight FSK: 16


Jerks...
Die Jungs von der Angel Beach High School sind affengeile Brathähne, die nur eines wollen: An die Bräute ran. Billy, Pee Wee, Knüppel, Tim, Mickey und Tommy nutzen jede Gelegenheit, Schweinereien zu verzapfen. Sei es Kuckloch-Spionage in der Weiberdusche ("Ich hab noch nie so viel Wolle gesehen. Da könnt man glatt ’nen Pullover draus stricken!") Riesenkondom-Gags auf dem Schulhof ("Das ist King Kongs Pariser.") oder die klassische (von Bart Simpson kultivierte) Telefon-Verarsche bei der lokalen Diner-Bedienung ("Kennt jemand Meinloch? Kann jemand mal draußen fragen ob sie Meinloch kennen?"). Dummerweise wollen die Weiber nicht so recht auf die Fäkalmasche hereinfallen, also begeben sich die Jungs eines Abend’s zu ’Porkys’, dem Stripschuppen an der Stadtgrenze. Dort wollen sie endlich mal zum Schuss kommen, werden aber vom Besitzer des Etablissements aalglatt über den Nuckel gezogen und vor der gesamten Kundschaft der Lächerlichkeit preisgegeben. Jetzt beseelt die Jungs neben der sexuellen noch eine zweite Begierde: Die auf Rache.

"Keine Aufregung, hier spricht der Gesundheitsminister. Meine Mitarbeiter und ich haben alle nicht zugelassenen Muschis zu kontrollieren."

...Birds...

Klären wir das gleich mal vorneweg: ’Porkys’ ist kein sonderlich guter Film, meilenweit weg von Klassikern wie ’Animal House’ oder ’American Graffiti’ und leider auch nicht so witzig wie Jux-Paraden a la ’Eis am Stiel’ und ’Den letzten schnappen die Fische’. Hier gibt es keinerlei nachvollziehbare Story und der rote Faden sind alberne Gags, bei denen das Kuckloch-Spionieren irgendwann auch zum Kuckloch-Penetrieren wird. Hin und wieder werden dem Publikum ein paar dramatische Köder, wie Tims gewalttätiger Vater, hingeworfen, doch bleibt die Mischung uneins.

...& Nerds...
Dennoch versprüht der von Bob Clarc (’Black Friday’) inszenierte Film diesen speziellen Kumpel-Charme, nicht zuletzt dank sympathischer Darsteller und passender Musikauswahl. Sportsfreunde, die sich an sexistischer Gemütshaltung stören und Emanzen, denen eindimensionale Frauenbilder ein Dorn im Auge sind, werden keinen Spaß an dieser Klamotte haben. Die junge Kim Cattrall ist hier übrigens in einer nichtssagenden Nebenrolle als Sexobjekt zu sehen, das beim Schnüffeln von Männerunterwäsche geil wird. Vielleicht erlebte sie mit ’Sex in the City’ eine späte Genugtuung für diese Degradierung. Nicht dass ’Sex in the City’ auch nur einen Deut subtiler wäre als ’Porkys’. Ist halt alles eine Frage der Perspektive, gelle?


Hudson