Police Story


‘You may know the name, but the game has changed.’


Originaltitel: Ging chaat goo si (1985)
Regie: Jackie Chan Drehbuch: Edward Tang
Darsteller: Jackie Chan, Brigitte Lin, Maggie Cheung FSK: 16


“Hey du, raschel nicht so gefährlich mit deiner Jacke, ja?“
“Wer bist du Gemüsezwerg denn?“
“Keine dusseligen Sprüche, okay?! Die Lady steht unter Schnulliputz… äh Polizeischutz.“

Yeah, Baby, wenn solche doofen Sprüche walten, sind Schnodder-Köppe nicht zu halten ’Police Story’ vereinigt (zumindest in der deutschen Fassung) ulkige Dödel-Synchro mit den irren Stunts und dem depperten Charme des Jackie Chan. Und was da noch schief laufen kann, dürfte an einer Hand abzuzählen sein.

Wer im Glashaus sitzt...
Jackie spielt den Hong Konger Polizei-Inspektor Kevin Chan und der hat gerade mächtig viel zu tun. Bei einer Action-Razzia gelingt es ihm, den Gangsterboss Chu gefangen zu nehmen. Dessen Sekretärin soll als Kronzeugin gegen ihren Chef aussagen, hat aber wenig Interesse daran, weil sie wohl weiß, was ihr dann blüht. Daraufhin fingiert Chan einen Mordanschlag auf die junge Dame und überzeugt sie so, sich ihm anzuvertrauen. Zu dumm, dass die Gerichtsverhandlung alles andere als günstig für die Anklage läuft und Chu wieder auf freien Fuß gesetzt wird. Inspektor Chan ist diskreditiert, Selina verschwunden und beiden soll es von Gangsterseite an den Kragen gehen. Doch ein Verräter aus den eigenen Reihen setzt Chan schwer zu und bald hat der Ärmste es sogar mit seinen Kollegen zu tun. Jetzt heißt es Fäuste ballen und eine knallen…

“Ganoven am Hals, Torte im Gesicht… wenn ich zur Post gegangen wäre, wie meine Oma wollte, könnt ich jetzt schön an Briefmarken rumlecken.“

Todesfalle: Feriencamp Hong Kong

’Police Story’ ist einer jener Meilensteine auf dem langen Weg zum Ruhm, den Jackie Chan mittlerweile erlangt hat, aber allmählich wieder zu verspielen scheint.
Also schön, der Film mag sich zwischendurch in Sachen Action etwas zurückhalten, hat aber seinen Platz in der ’Best of Chan’-Liste redlich verdient. Vor allem zu Beginn wird mächtig gebuttert, als sich einige Autos eine Verfolgungsjad durch einen Slum aus Wellblechhütten leisten (die Szene wurde von Michael Bay für ’Bad Boys 2’ astrein kopiert). Richtig zur Sache geht’s dann erst wieder zum Finale, das mit den Worten ’Jackie macht sie alle fettich’ passend zusammengefasst werden kann.

Pyjama-Party bei Jackie
Dass es zwischendurch ganz schön theatralisch wird, schadet dem Film keineswegs. Die dadurch erzeugte Spannung verleiht dem Film ganz einfach mehr dramatisches Gewicht. Wir wissen ja, dass alles gut wird, lasst Jackie ruhig ein wenig austicken.
Denn nachdem getickt wurde, wird hier gekickt, und diese Kunst beherrscht kein zweiter, wie good ole Jackie, dessen fizzeliger Charme hier einfach nur begeistert. Seine Synchro, hervorragend gefaselt von Arne Elsholz (Bill Murrays und Tom Hanks Stammsprecher) gibt Faxen-Freaks (wie mir) den Extra-Kick. Sprüche a la “Zwei Gewürztee mit Brombeer-Einlage, ja?“ kommen im Minutentakt und wegen mir hätten’s auch Sekunden sein können. Wenn dann noch die liebreizende Brigitte ’Bride with the white Hair’ Lin und die nicht minder liebliche Maggie ‘Hero’ Cheung an Jackies Seite agieren und Super-Stunts wie der Stangen-Rutscher (den J.C. mit blanken Pfoten absolviert hatte und sich dabei auch noch das Becken ’ausrenkte’… AUTSCH!) kommen, schrumpft die oben erwähnte Hand zum kleinen Finger. Und an dem sind auch nur die ollen Schnitte der alten deutschen Fassung abzuzählen.

“Hey, wohnen sie hier ganz allein?“
“Nein, nein. Mit sieben Elefanten, einem Kakadu-Pärchen und einem Ameisenhaufen, aber die sind gerade alle im Kino.“

Guten Rutsch!

Fazit: Urkomischer Hong Kong Action-Knaller, der mit urigen Spruchattacken, einigen Stunt-Highlights und Jackie Chan in Hochform auftrumpfen kann. Sowas darf ruhig mal beim Namen genannt werden: Klassiker ;)


Hudson