Planet der Verdammten

aka

Tödliche Nebel



Originaltitel: Diafanoidi vengono da Marte, I (1966)
Regie: Antonio Margheriti Drehbuch: Renato Moretti & Ivan Reiner
Darsteller: Tony Russel, Lisa Gastoni, Franco Nero FSK: 16


Was wäre der Fantastische
Film nur ohne seine Helme?!
“Frohes Neues!“ prostet man sich auf der Raumstation Gamma 1 zu. Doch auf der Schwesterstation Delta 2 ist der Teufel los. Tödliche Nebel greifen an und Commander Theiss (Franco Nero) wird mit seiner Crew und als Laserwaffen getarnten Bunsenbrennern auf die benebelte Station geschickt (“To boldly go, where no man…“), um für Ordnung zu sorgen. Dort findet man die zu Salzsäulen ertsarrte Besatzung leblos, aber immer noch am Leben vor und wird kurz darauf selbst von den Todesnebeln angegriffen. Theiss schafft es gerade noch, die Attacke durch ein Mikro mit Wunschdenken (“…unsere Laserpistolen…“), Gespinsten (“…Fangarme greifen nach uns…“) und schließlich mit Schweigen zu kommentieren.
Commander Helstead muss den Karren aus dem Dreck ziehen und begibt sich mit seiner Crew auf den Mars, wo die Nebel-Aliens ihr Hauptquartier installiert haben (und wo auch all die geklauten Raumstationen der Erde und deren hirngewaschene Besatzungen herumlungern). Ihr Ziel: Die Unterwerfung der Erde. Ihre Bestimmung: In den Arsch getreten zu werden…

Diese Wunderkerzen...
Das waren noch Zeiten, als Planeten gemalt wurden, man auf funky gebastelte Sets, Wunderkerzen-Spaceships und behelmte Astro-Cops setzte.
’Planet der Verdammten’ ist der zweite Teil in einer vierteiligen Space-Reihe von Antonio Marghreiti und könnte eigentlich als knallbunter Weltall-Bruder von ’Raumpatrouillie Orion’ bezeichnet werden.
Spaßig geht’s schon los, als zu Beginn ein aus Astronauten bestehender ’Happy New Year’-Schriftzug vor der Raumstation entlangschwebt. Später lacht man man über den Versuch der Darsteller, Bewegung in der Schwerelosigkeit zu imitieren. Auf Zehenspitzen, versuchen sie gaaaaaaanz laaaaangsaaaaam über das Deck der Raumstation zu spazieren, wippen den Oberlörper nach links, versuchen mit den Beinen gaaaaaaaanz laaaaaangsaaaaaam auszubalancieren. Der Beschuss des Todesnebels mit Las… äh Bunsenbrennern hilft den Helden zwar nicht, den Feind zu besiegen, dem vergnügungssüchtigen B-Film-Konsumenten vor der Glotze dafür umso mehr.

... können tödlich sein!

Auf zuverlässige Top-Darsteller oder eine nachvollziehbare Story sollte man hier nicht pochen. Bunte Bilder, unfreiwillige Komik und Space-Romantik der kitschigen Art sind das A und O dieser italienischen Produktion aus den Sechziger Jahren. Wer für solch altmodisches Kasperletheater zu haben ist, auf echte Action verzichten kann und schon im Chemie-Unterricht von der Flamme eines guten Bunsenbrenners fasziniert war, der wird auch ’Planet der Verdammten’ etwas abgewinnen können.


Hudson