Planet der Monster


‘Trapped in a nightmare world of prehistoric monsters’


Originaltitel: Planet of Dinosaurs (1978)
Regie: James K. Shea Drehbuch: Jim Aupperle & Ralph Lucas
Darsteller: James Whitworth, Pamela Bottaro, Louie Lawless FSK: 16


"Here we are on an Alien Planet. Obviously designed without any reference material!"

Dort fliegt sie, die Raumfähre ’Odyssee’. Aber nicht mehr lange. Ein Totalschaden am Außenbordmotor lässt den Kreuzer explodieren. Da kann sich gerade noch eine Rettungskapsel mit neun Insassen aus den Überresten pulen.
Dummerweise landet diese ausgerechnet in einem Tümpel, was womöglich halb so schlimm wäre, wenn es nicht ein Tümpel auf dem Planeten der Monster wäre.
Kaum der Pfütze entkommen, merkt man schnell, dass das (wasserdichte?) Funkgerät noch immer im Schiff auf Bergung wartet. Ausgerechnet die heiße Blondine (die praktischerweise einen Bikini unter dem albernen Space Suit Marke Strampelanzug trägt) springt zurück in die Fluten um das gute Stück zu retten und wird von der erstbesten Wasserschlange in die Tiefe gezogen. Doppeltes Pech: Erstens ist die heiße, vollbusige Blondine von der Bildfläche verschwunden (dumme Idee Herr Regisseur!) und zweitens ist dieser verfrellte Planet voller Monster. Nun machen sich die Herrschaften auf einen langen, beschwerlichen Weg, von dem keiner weiß, wo er hinführen soll. Also latscht man durch die Flora, vermeidet die Fauna und braut sich auch mal einen Saft aus irgendwelchen fremdartigen Beeren zusammen (“Yeah it tastes awful … but it feels so good!“). Als immer mehr Gestrandete den tödlichen Wesen des Planeten zum Opfer fallen, spitzt sich die Spannung innerhalb der Gruppe zu. Soll man Captain Lee folgen, der die Gruppe auf einem Plateau in Sicherheit bringen soll? Oder liegt Vollbart Jim mit seiner Ansicht, sich den Gefahren der Gegend offen zu stellen gar nicht so verkehrt?

Wenn Jäger zu Ge... hörnten werden!

”Until we’re rescued, we live of the land and survive the best we can.“
“Live of the Land? What, are we a bunch of racoons? Why don’t we just go somewhere and ask somebody to help?”

Ja, ich werde euch gleich helfen. Aber erst muss ich den lieben Lesern hier von dem Schwachsinn erzählen, den ihr da verzapft und Film genannt habt.
Und Schwachsinn wird wirklich groß geschrieben bei ’Planet of the Dinosaurs’ dem Hobbyprojekt eigentlich renommierter Tricktechniker, die sich wenigstens für ein Wochenende mal Regisseur und Drehbuchautor nennen wollten.
Was die Macher hier auffahren gehört eindeutig in die Hitparade des schlechten Geschmacks: Bärtige Herrentorten mit Bauch rein/Brust raus-Zwang, Darstellerinnen mit Damenbart of Doom, Dialoge zum Lachen & Weinen (“We got to go out and teach them!” “We can’t risk lives trying to tame dinosaurs!“), leierndes Keyboard-Gedudel, das an ein sterbendes Martinshorn erinnert und ein T-Rex, der immer genau auf Stichwort erscheint, wenn das furchtbar konstante Gezanke und Gelaber zu aufdringlich wird.
Die animierten Viecher sind dann auch das Highlight des Streifens. Schließlich konnten die Herren Tricktechniker (u. a. Jim Aupperle, der auch für die Visuals bei ’Flesh Gordon’, ’Critters 2’ und ’Hellboy’ mitverantwortlich war) hier wirklich zeigen, was sie konnten und nicht nur so tun. Die Interaktionen zwischen den Darstellern und den Kreaturen ist technisch einwandfrei in Szene gesetzt. Da wird gejagt, attackiert, aufgefressen und aufgespießt, dass Fans von Stop Motion-Tricksereien sich wundern, wie solch gediegene Effekte in einen so miesen Film gelangen konnten.

Zivilisation-Reflektor Bekleidung: Vom Pyjama bis zur nackten Brust

“You know, this is just like camping out. When I was a little girl, we used to go out in this beautiful valley in Ohio. There were weeping willows and…”
“ROOOOOOOOOOARRR!“

Das Röhren stammt von einem der Saurier, der das Gequatsche nicht mehr ertragen kann. Somit funktioniert er quasi als Identifikationsfigur für den Zuschauer. ’Planet der Monster’ ist wahrlich ein schlockschwerenötiges Mistfilmchen, das nur bei zähen Stop Motion-Freaks und omnivoren Trashbrüdern über die Mattscheibe flutschen sollte.


Hudson