Piranha - Der Fluß des Todes



Originaltitel: Piranha, Piranha! (1972)
Regie: William Gibson Drehbuch: Richard Finder
Darsteller: William Smith, Peter Brown, Ahna Capri FSK: 16


Kurze Anmerkung:
Dieser Film (O-Titel: ’Piranha, Piranha!’ (1972)) hat nichts, aber auch gar nichts mit Joe Dantes Killerfischen aus dem Jahre 1978 zu tun. Regie führte William Gibson, der ebenfalls nichts mit Dante und erst recht nichts mit dem bekannten Schriftsteller gleichen Namens zu tun hat.

Lange Anmerkung:

Zeit zum Wenden
Obwohl der Film das Wort gleich zweimal im Titel hat, gibt es hier lediglich im Vorspann einen bedrohlich dreinschauenden Piranha zu sehen. Das isses. Mehr Piranha gibt’s nicht. Es sei denn, man interpretiert diese in eine blubbernde Wassermenge hinein (diese gibt es tatsächlich in einer Szene).
Storytechnisch geht’s um die Studentin Terrie, die mit ihrem Bruder Arthur nach Venezuela reist, um dort in Begleitung ihres Reiseführers Pendrake Tieraufnahmen zu machen. Nach einigen Begegnungen mit der einheimischen Fauna treffen sie auf den undurchsichtigen Jäger Caribe, der eine sehr eigene Philosophie pflegt (kurz gesagt: Er knallt jedes Tier ab, das ihm vor die Flinte kommt und faselt etwas davon, dass diese ’ein Teil von ihm werden’) und sich ihnen anschließt, um sie zu den ’Diamanten-Quellen’ im Dschungel zu führen, welche Terry unbedingt fotografieren will. Als sich der starrköpfige Caribe zu der jungen Frau hingezogen fühlt, sie seine Avancen aber ablehnt, kommt es zum Eklat mitten im Dschungel…

Also da werd mal einer schlau draus!

Immer wieder amüsant
auf dem VHS-Cover
Szenen zu sehen, die
aus dem Film heraus-
geschnitten wurden.
’Piranha’ wird beworben wie ein Killerfisch-Film, beginnt wie eine Wildlife-Reportage über das (Tier)Leben in Venezuela, wird als Dschungel-Abenteuer fortgesetzt und endet im Backwood-Killer-Genre, irgendwo jenseits von ’Deliverance’.
Was nach Abwechslung klingt, löst sich jedoch bald in das unwohle ’Weder Fisch noch Fleisch’-Gefühl auf, das lediglich von der Anwesenheit William Smiths gewürzt wird. Der war nicht nur ’Conans’ Papa, sondern auch mal ein ’Hells Angel’ und verfügt über einen erheblichen Vorrat an Charisma und physischer Präsenz. Neben den übrigen Durchschnittsmimen fällt seine Leistung besonders positiv auf. Wenig Spannung und noch weniger Action werden von wohlklingenden Easy-Listening-Sounds begleitet, die einen an heimelige Abende in der ’Schwarzwaldklinik’ erinnern, hier aber fehl am Platz wirken.

“Terry hat Angst vor Waffen. Das ist eine lange Geschichte. Soll ich sie ihnen erzählen?“
“Nein.“

Subtrahiert man das Zugegensein William Smith’s, bleiben eigentlich nur die eindrucksvollen Naturaufnahmen. Aber wer Flamingos und eine Herde Wasserschweine sehen will, der schaltet doch lieber Sielmann ein.


Hudson