Pieces - Stunden des Wahnsinns


‘Pieces... It's exactly what you think it is!’


Originaltitel: Mil gritos tiene la noche (1982) Regie: Juan Piquer Simón
Drehbuch: Joe D'Amato, Juan Piquer Simón & Dick Randall
Darsteller: Christopher George, Lynda Day George, Frank Braña FSK: ungeprüft


Puzzle-Talent das selbst den Kindern des Zorns Angst machen würde!

'Pieces - Stunden des Wahnsinns' (auch bekannt als 'Der Kettensägenkiller' und 'One Thousand Cries Has the Night') ist ein italienischer Slasher mit der Extra-Portion Blut. Was diesen Film dem einen oder anderen amerikanischen Vorbild in Sachen Unterhaltung vielleicht überlegen macht, ist dass wir hier noch mehr der Grundzutaten für jeden guten Film haben: zahlreiche nackte Mädchen und herrlich graphische Gore-Szenen.

Was folgt? Siehe Titel!

Die Story ist übliches College-Wischi-Waschi. Auf dem Campus treibt sich ein Irrer rum, der in seiner Freizeit am liebsten hübsche, nackte Studentinnen mit seiner Kettensäge zerlegt, und naja, pornographische Puzzelspiele macht er auch gerne. Dazu kriegen wir natürlich alle Charaktere aus dem Horror-Lehrbuch: den College-Casanova Kendall und seinem Kumpel den Quoten-Nerd, die Kommissare im Einsatz, die den Killer schnappen wollen, den ewig-gestressten Dekan, die schöne Undercover-Agentin / Tennis Lehrerin, und natürlich den berüchtigten Professor Arthur Brown (he is the god of hellfire!). Als üblichen Verdächtigen gibt es die Grusel-Variante von Bud Spencer, als Gärtner, der ebenfalls ständig mit der Kettensäge tätig ist. Und wie schon der Arzt bei den Simpsons sagte: "Einer unserer Patienten ist Kannibale. Versucht mal rauszufinden, welcher - ihr werdet angenehm überrascht sein!"

Jaja, immer schön anfassen, die am Tatort
rumliegenden, blutbeschmierten Mordwerkzeuge!

Okay, was die Handlung angeht mag der Film Einheitsbrei der Marke 'Splatter University' sein. Aber mal ehrlich, wegen der trickreichen Handlung habe ich mir 'Pieces' auch nicht angesehen. Wenn der Regisseur von 'Supersonic Man' nach einem Drehbuch von Joe D'Amato persönlich einen Horrorfilm dreht, und auf der Cast-Liste große Namen wie Christopher George ('Der Exterminator', 'Ein Zombie hing am Glockenseil', 'Panik in der Sierra Nova', 'Hall of Death') und dessen Frau Lynda Day George (hatte ebenfalls 'Panik in der Sierra Nova' und in der 'Hall of Death'), Edmund Purdom ('Ator - Herr des Feuers', 'Großangriff der Zombies') oder Frank Braña ('Hundra', 'Tex und das Geheimnis der Todesgrotten') stehen - also alle rundum ihre Erfahrung im Exploitation-Bereich haben - kann nicht mehr viel schiefgehen. Auch Paul L. Smith, der Buddy-Klon aus 'Red Sonja', 'Dune' oder 'Gor' und der völlig sinnlose Auftritt eines Bruce Lee-Imitats sorgen übrigens für Spaß. Aber das wichtigste in diesem Film ist wie eingangs erwähnt der Brust- und Blut-Gehalt, und hier haben wir einen Grund zum Feiern. Es wird mehr gesägt als im 'Texas Chainsaw Massacre' und öfter geduscht als bei mir zu Hause. Nackte Mädchen werden in zwei Hälften ge-chainsawt, Köpfe werden abgesägt, Mütter mit Äxten enthauptet, Genitalien von Leichen (á la 'Frankenhooker') zerkratzt, und vieles mehr. Da fühlt man sich wohl! (Man = Spooner, Anm. d. Red.) Obendrauf gibt es übrigens Porno-Synchro per excellence, eine Dusch-Szene zu Marsch-Musik und einen Score, der an die 'Goblin'-Mucke in 'Buio Omega' und 'Dawn of the Dead' erinnert. Einen Hauch des ersten Titels spürt man in ‘Pieces’ sowieso oft, was am Skript von D’Amato liegen mag.

Also 'Five Easy Pieces' sind das nicht!

Fazit: In meinen Augen verdient 'Pieces' für die hochgradige Horror-Unterhaltung und die wundervollen Chainsaw-Kills sogar noch eine bessere Wertung, aber da mich die Redakteure von Filmflausen regelmäßig bitten das Niveau über meinem Kopf zu tragen, gibt es ein 3/5 Rating, und eine saftige Empfehlung für Drive-In Freaks und Italo-Liebhaber!


Spooner