Die Mumie des Pharao


"They came from the dead ... to feast on the living..."


Originaltitel: Dawn of the Mummy (1981) Regie: Frank Agrama
Drehhbuch: Frank Agrama, Ronald Dobrin & Daria Price
Darsteller: Brenda King, Barry Sattels, George Peck FSK: 18


Ägypten, vor 3000 Jahren:
In Karnevalskostüme aus der Grabbelkiste gekleidete Orient-Statisten jagen arme Bauern (ähnlich bekleidet) übers Feld, was aber nichts mit dem Film zu tun hat.
In der nächsten Szene schnibbeln ein paar perverse Perser einem Pharao den Bauch auf, holen das Gekröse raus und belegen den leeren Leichnahm mit einem bösen Fluch.

Ist es Im-Ho-Tep? Mumion?
Nö, nur ein Schlumpf aus
’nem doofen Horror-Film!
Ägypten heute (frühe 80er!):
Eine Ausgrabung in der Grabkammer eben jenes Pharaos wird von einer alten Hexe gestört, die sich aus unerfindlichen Gründen die Zähne mit Edding bemalt hat und in bester ’Sam Raimi - She Bitch’ Manier heranstürmt und schreit:
„Haaargh! Ich warne euch! Versucht nicht das Grab zu öffnen. Über diesem Grab liegt ein Fluuuuuuuuuuuuuuuuuuuch!“ (O-Ton)
Und schon sind wir in New York, komplett mit Joggern, Yellow Cabs und quäkigem Jazz-Verschnitt im Score. Von dort aus machen sich zwei Yuppie-Fotografen mit ihren Models auf nach Kairo (schwindelerregend, dieser ständige Ortswechsel) wo sie erstmal den Ausgräbern von vorhin ins Handwerk pfuschen. Sie kommen nämlich auf die grandiose Idee, in der Grabkammer ein Photo-Shooting zu veranstalten (Spitzen Lokal-Kolorit!) und werden somit auch potentielle Opfer des ’Fluuuuuuuchs’. Dieser personifiziert sich dann auch bald in der obligatorischen Mumie (ein riesiger Lulatsch in Schlamm-Packung, der irgendwie an ’Lurch’ aus der ’Adams Family’ erinnert), die tatkräftige Unterstützung von einer Rotte Zombies erhält!

Enter Sandman!
Oh je, was für ein Schmus! ’Die Mumie des Pharao’ kommt daher, wie ein italienischer Billigfilm, ist aber tatsächlich ein amerikanscher, mit Schauspielern, die aussehen wie Italiener. Ich will hier gar nicht groß über die lächerlichen Dialoge herziehen (na gut…doch: „Was ist das für ein Gestank, es riecht so verbrannt!“ „Keine Angst, das ist der Geruch des Goldes!“), oder eindeutige Anleihen bei Genre-Vettern (die Szenen mit dem Bräutigam, dessen Herzdame von Zomnbies gefressen wird…na, fällt euch was auf, liebe Fulci Fans!?) hervorheben, sondern gleich direkt zu dem größten Manko springen: Dem Gekreische!
Himmel-Herrje, was hat sich Regisseur Frank Agrama (’Queen Kong’) bloß bei diesen nervärschigen Scream-Quietschboys und Girls, die sich Akteure schimpfen, gedacht? Okay, auch die Beleuchtung ist mies, die trägt aber wenigstens noch halbwegs zur Stimmung des Films bei. Und eine gewisse Atmosphäre will ich ihm garnicht absprechen, jedoch wird diese kontinuierlich durch irgendjemandes Schreien und Kreischen unterbrochen (vorzugsweise: „Der Fluuuch! Ahrg, der Fluch!“ oder manchmal auch „Gold, harr harr, Gooold!“). Der Rest des films verliert sich dann im ansteigenden Wahnsinn seiner Hauptfiguren, die alle erst verrücktg werden, um kurz darauf von der Mummy und ihren Minions gemeuchelt zu werden.

"Oh Verzeihung! Eigentlich wollte ich sie
nur bitten, meine Mullbinden festzuzurren!"

’Die Mumie des Pharao’ ist durchschnittliche Grabschänder-Gruselei mit hysterischem Gekreische und einem für Genre-Fans interessanten Finale. Nichts Besonderes, aber für alle gut, die ab und an mal wieder gerne auf der Zombie-Welle der frühen 80er reiten und Stephen Sommers ’Mumie’ Movies für Bibi-Kram halten.

Hudson