The Phantom Empire


‘Trash with Flash’


Originaltitel: The Phantom Empire (1986)
Regie: Fred Olen Ray Drehbuch: Fred Olen Ray & T.L. Lankford
Darsteller: Ross Hagen, Jeffrey Combs, Sybil Danning FSK: 18


Heilig's Blechle

“Die Geschichte, die sie jetzt sehen werden, ist wahr. Dies sind die wahren Personen, die dieses große Abenteuer erlebt haben und dies ist… genau, was passiert ist… so wie sie es mir berichtet haben. Das ist mein Ernst.“

Jeder, der diese Zeilen liest (und vorher auch das Cover des hier begutachteten Filmes in Augenschein genommen hat) denkt sicher: Ein Verrückter!
Wenn jedoch der Name ’Fred Olen Ray’ unter diese Worte gemeißelt wird, wissen zumindst die Trash-Fans; ’Ein Verrückter mit Methode!’

Nein es ist nicht 'Oktaman'...

Das fängt schon bei der ’Oktaman-Vison’ an, durch die wir die First-Person-Perspektive eines Monsters sehen, welches gleich zu Beginn ein Pärchen samt Hund verspeist.
Die Ereignisse erwecken das Interesse der Tochter eines Wissenschaftlers, die zufälliger Weise auch noch steinreich ist, um der Sache nachzugehen.
Aufgrund eines Diamanten, welchen das Monster als Brosche trug, schließt sie darauf, dass das sagenumwobene, unterirdische Reich ’R'Iyeh’ tatsächlich existiert. Sie heuert eine Mannschaft von Leuten an, die sie für Schatzsucher und Abenteuerer hält, sich aber bald als brabbelnde Imbezile mit Hüten (inklusive einer Frau mit Zigarre, einem Wino aus dem Kofferraum und dem ’Re-Animator’ in einer Bomberjacke) herausstellen.

...sondern Oma Schwein, die Köpfchen zeigt.

Bald ist ein Eingang nach ’R’lyeh’ gefunden. Als die Gruppe immer tiefer in die Höhle gelingt und allmählich beginnt, ihre Alkohol-Vorräte zu plündern und lustige Lieder zu singen, stürzt ihnen endlich ein dralles, halbnacktes Haarspray-Madel in die Hände, verfolgt von einer Horde grunzender Individuen, die sich für unterirdische Monster halten (sollen).
So beginnt die Jagd durch den Stollen des Grauens, welche das Abfackeln dilettantisch bemantelter Stuntmans ebenso beinhaltet, wie das urplötzliche Auftauchen eines Roboters…

“Während ihr euch streitet, wisst ihr eigentlich, worüber ihr streitet? Interessiert euch nicht, was euch da attackiert hat?“
“Was schon Doc, ein Roboter.“
“Sind Roboter hier heimisch?“

"Das soll der Strand sein?"

’Wieviel mag das wohl gekostet haben?’, fragte ich mich nach dem Genuss dieses Machwerks. Spielt es doch die längste Zeit über vor ein und derselben Höhlenkulisse, die lediglich hin und wieder mal anders beleuchtet wird. Die Masken sind rundweg ’theatralisch’ schlecht (siehe Bildbeweis), die Schauspieler völlig von der Rolle. Dazu gibt es röhrige Klänge aus dem ’2.Wahl-Syntheziser’ und dieselben Stock-Footage-Aufnahmen aus ’Planet der Dinosaurier’, die auch schon Olen Rays Fantasy-Trasher ’Wizards of the Demon Sword’ zierten.
Als dann endlich (die im Vorspann versprochene) Sybill Danning (’Sador’) aus einem Space-Shuttle-ähnlichem Gefährt entsteigt, sprechen die Darsteller aus, was dem Zuschauer gleich unter dem entgleisten Gesichtsausdruck auf der Lippe hängt:

"Klasse! Das muss ein Scherz sein!"

Und genau das ist es auch. ’The Phantom Empire’ (hat nichts mit dem gleichnamigen Serial aus den 30er Jahren zu tun) ist ein filmischer Witz, eine Budget Resteverwertung,. Möglichweise von ein paar Scheinen die noch vom ’Geheimnis des Grabmals vom Nil’ aus dem selben Jahr übrig waren. Immerhin, und das ist das schöne daran, zieht Fred Olen Ray den Schwachsinn hier konsequent durch. Der Film ist eine Lachparade, von der ersten bis zu letzten Sekunde, und dürfte Fans solcher filmischen Würstchen unheimlichen Spaß bereiten. Ich jedenfalls habe mich über diesen extra-schrottigen Z-Sparten-Vertreter herrlich amüsiert und empfinde beinahe tiefste Trauer, dass das Versprechen des Abspanns bisher nicht gehalten wurde (Coming Soon: PHANTOM EMPIRE II: "The Land where Time said Fuck It!").

“Begreifen sie Doc, es war ein Mythos und es ist ein Mythos!”
“Aber der Roboter.“
“Wahrscheinlich ein geheimes Bergbau-Gerät der Regierung.“

BBQ, Subterrane Art

Filme dieses Kalibers haben einen Namen. Er lautet Trash. Fred Olen Ray ist ein Meister dieses Faches. Seien wir keine Spielverderber und gönnen dem Mann seinen Spaß! Es wird ja niemand gezwungen, solche Filme zu sehen.



PS: An alle, die Angst haben, dass die halbnackte Frisi-Maus nur halbnackt bleibt: Olen Ray delivers!

Hudson