Der Herrscher des Central Park


‘Ein Mann gegen eine ganze Stadt...’


Originaltitel: The Park Is Mine (1986) Regie: Steven Hilliard Stern
Drehbuch: Lyle Gorch & Stephen Peters
Darsteller: Tommy Lee Jones, Helen Shaver, Yaphet Kotto FSK: 16


Als Vietnam-Veteran Mike nach unheilbarer Krebserkrankug vom Dach des Krankenhauses springt, bleibt nur sein alter Freund Mitch, um dessen Vermächtnis zu erfüllen.
Mike plante seit zwei Jahren eine irrsinnige Aktion, um am Veteranen-Gedenktag den Central Park zu besetzen. Da sein vorzeitiges Ableben dieses Vorhaben verhinderte, soll nun Mitch die Sache in die Hand nehmen. Mitch, selbst Veteran und vom Leben und den Menschen auf’s Tiefste enttäuscht, nimmt sich der Aufgabe an. Von einem verlassenen Abflusssytem aus plant und organisiert er die Großaktion. Im gesamten Park hat Mike alle möglichen Sprengkörper und Waffen versteckt und gebunkert, die Mitch nun scharf macht und strategisch auf dem 345 Hektar (!!!) großen Gelände verteilt. An jenem Abend folgt sein Anruf bei der Polizei:
“Meine Nachricht betrifft ganz New York City. Von diesem Augenblick an, gehört der Central Park mir.“ Für 72 Stunden soll der Park von keinem betreten werden. Um seiner Forderung Nachdruck zu verleihen, erbringt er sogleich eine Probe seiner Feuerkraft. Die Polizei nimmt ihn nun zwar ernst, befolgt seine Anforderungen jedoch keinesfalls. Als sich eine Reporterin (Helen Shaver, ’Starship Invansions’) in den Park schleicht, wird Mitchs Verantwortungsbereich um einen Menschen erweitert. Hinter den Kulissen ziehen zwielichtige Beamte die Fäden. Nur Cop Eubanks (Yaphet Kotto, ’Alien’) scheint bei Vernunft zu bleiben…

“Denkt über euch nach. Denkt über diese Stadt nach.“

"Vermittlung? Mehr Munition!"

Noble Beweggründe treiben Tommy Lee Jones Charakter in ’The Park is mine’. Nun mag die Outline nach einem exploitiven, reißerischen Actioner klingen, nach ’Rambo’ im Central Park. Keine Ahnung, wie viele Leute man bräuchte, um den Central Park (der doppelt so groß ist, wie ganz Monaco), aber ein Mann müsste wahrlich ’Roadrunner’-Qualitäten besitzen, um das Gelände bewachen zu können. Trotz dieses hanebüchenen Set Ups geht es hier um mehr als nur um Gewehrsalven, clevere Fallen und Explosionen. “Ich will die Menschen nur daran erinnern, dass sie sich ihr Leben lang mit Scheiße abgeben müssen. Vielleicht bin ich für diese Bonzen dadurch zu einem besonders gefährlichen Menschen geworden.“
Die Action steht also nicht im Vordergrund, weniger reißerisch ist ’Der Herrscher des Central Park’ deswegen allerdings nicht. Ein Veteranen-Klischee nach dem anderen wird abgearbeitet, und schließlich auf die Spitze getrieben, als ausgerechnet zwei asiatische Super-Killer (einer ein Ex-Vietcong!) auf Mitch losgelassen werden.
Tommy Lee Jones ist dessen ungeachtet für die Titelrolle perfekt. Er spielt gekonnt gegen das ’Mann sieht rot’-Klischee an und vermag es, seiner Figur beinahe absolute Sympathie zu verleihen.

“Was haben sie in der Army gemacht?“
“Was man in der Army so macht. Irgendwas in die Luft sprengen und Menschen töten.“

"Bin schon da!"

’Der Herrscher des Central Park’ ist ein spannendes Action-Drama, dem man die optische und musikalische Achtziger-Jahre-Herkunft genauso anmerkt, wie die Tatsache, ein Produkt der Reagan-Ära zu sein, was die Macher auch nicht hinter sozialkritischen Ansätzen verstecken können.

Hudson