Paratrooper


‘They Only Want A Brain ... Yours.’


Originaltitel: Scarecrows (1988)
Regie: William Wesley Drehbuch: Marcus Crowder, Stephen Gerard, Richard Jefferies, Larry Stamper, William Wesley
Darsteller: Ted Vernon, Michael David Simms, Richard Vidan FSK: 18


Scheuchen-Horror! Oha, da hab ich bislang keine guten Erfahrungen mit machen können. Aber hey, es sind die 80er und das Ding auf dem Cover sieht auch nett aus. So let’s give this a try!

Noch hängt er. Noch!
Ein wilder Haufen Paramilitärs raubt aus einem Tresor irgendeiner Basis eine dicke Tüte voller Geld und flieht im Flugzeug Richtung Oz. Zwischendurch will ein schlauer Kanonero die ganze Patte für sich allein und springt mit dem Fallschirm über dem Vogelscheuchenfeld nahe Munchkin-City ab, wo er alsbald von ein paar ausgestopften, aber recht lebendigen Feldmännern ’überrascht’ wird.
Die Kollegen im Flugzeug sind stinkesauer, landen mal eben neben der Holzfällerhütte und beginnen die Jagd auf den Verräter, ohne zu wissen, dass sie selbst längst ins Fadenkreuz (höhöhö ’Faden’kreuz, kapiert!?!) der mörderischen Vogelscheuchen geraten sind…

Tja Leute, was habt ihr erwartet, es ist Scheuchen-Horror und auch wenn der hier nicht viel mehr ist, als eine Randnotiz im Klassenbuch der Grusel-Geschichte, für ein Debüt kommt er recht knackig rüber.

Jetzt gibt's Ramba Zamba
Die düstere Atmosphäre (Betonung auf ’düster’, mit der Beleuchtung hatten sie’s hier nicht so) und die hübsch hässlich designten Horror-Scheuchen, deren recht brutales Vorgehen für den einen und anderen Augenöffner sorgt, können sich sehen lassen. Für das recht geringe Budget hat Regisseur William Wesley bei seinem Erstling eine brauchbare Optik hingezaubert.
Wenn’s um Spannungs und Unterhaltungsbelange geht, kommt der Film aber zunächst ins Straucheln. In der ersten Hälfte passiert erst einmal so gut wie gar nix. Spanungsaufbau? Charaktere etablieren? Nur seeehr dürftig. Meist bekommen wir Rumgelatsche im Dunkeln und ein paar Magerschocks präsentiert und zwar von kantig aussehenden Darstellern, deren kantiges Spiel niemanden 100%ig überzeugen dürfte, geschweige denn sich nach ihrem Ableben grämen ließe.
Danach geht’s dann immerhin ans Eingemachte und zwar nicht zu knapp. Ausgeweidete Menschen, deren untote Köppe im Kühlschrank lauern, Buh-Momente im Dutzend billiger, ein paar wirklich gelungene MakeUp- und Effekt-Momente und das gediegene Finale reißen ’Paratrooper’ gewaltsam aus dem Gröbsten raus.

’I wear my sunglasses at night’

Fazit: Solide Verpackung, strohige Füllung. ’Paratroopers’ ist Kleingeld-Horror mit sattsamer Wirkung und finsteren Visuals, aber nicht viel mehr.


Hudson