Open House


‘People are just dying to get in!’


Originaltitel: Open House (1987) Regie: Jag Mundhra
Drehbuch: David M. Evans & Jag Mundhra
Darsteller: Joseph Bottoms, Adrienne Barbeau, Rudy Ramos FSK: 18


Es ist ein Kreuz mit tonnenschweren VHS-Kisten, die man vom Videothekar seines Vertrauens vor Jahren mal für eine handvoll Dollar und eine gut abgehangene Salami erworben hat.
Der Inhalt stammt größtenteils aus dem Horrorregal und eines Tages hat man halt alle guten Streifen durch und dann auch alle nicht so guten und irgendwann selbst alle miesen. Schließlich bleiben nur noch Slasher-Streifen aus den Achtziger Jahren übrig und so sehr ich diese Dekade und ihren cineastischen Auswurf auch verehre, bei Slashern hört der Spaß auf. Und zwar im wahrsten Sinne des Wortes.

Open Throat

Kein zweites Subgenre hat mehr Müll und weniger wahre Klassiker hervorgebracht, als der ’Knifekill-Flick’. 'Open House' ist einer der beschissensten. Und das, obwohl Genre-Primadonna Adrienne Barbeau hier gegen alle Widrigkeiten antritt. Der Plot dreht sich um einen ’Makler-Killer’, der bei Hausbesichtigungen Makler(innen) und deren Kunden platt macht. Mittendrin gibt's einen Talk-Radio-Host/Geliebten der Makler-Mieze (Adrienne), der während seiner Show des Öfteren Anrufe von allerlei verrücktem Volk bekommt. Es dauert nicht lange, bis die Fäden sich verknoten und ein Bulle, der aussieht wie Peter Orloff, sich des Falles annimmt…

Closed Klosett
"Wir verfolgen sämtliche Spuren, die es gibt."
"Ihre Spuren sind für die Katz. Ich hab noch mal die Akten studiert. Sie sollten sich noch einmal unter den Psychopathen umsehen!"
"Glauben sie denn, das bringt uns weiter?"
"Meine Frau hat da so eine Idee."

Ich darf mir für FilmFlausen ja einigen Scheiß anschauen. Aber bei Filmen wie ’Open House’ wird das ’Darf’ zum ’Muss’. Wer hier mit Spannung rechnet, hat schon verloren. Die ganze Machart ist dermaßen abgeschmackt, dass man sich bei gutem Willen gerade mal noch an die halbdebile Synchro klammern kann. Die Musikauswahl rangiert von unpassend bis unfähig, die Kills sind unspektakulär und von überschaubarer Anzahl. Um den Killer selbst wird kein großes Rätselraten veranstaltet, sein Motiv ist hingegen unfassbar.
Dass Adrienne Barbeau fünf Jahre zuvor in ’Die Klapperschlange’ zu sehen war, spricht entweder für ihren Ex John Carpenter oder gegen ihren Agenten anno ’87.

"Hey warten sie! Dieser Kerl hat Lisa in den Klauen. Sie müssen doch was unternehmen!"
"Wie alt ist ihre Freundin?"
"Was soll das? Was zum Teufel hat das mit der Sache zu tun?"
"Ist sie unter 18, ist es Entführung. Aber dann sind sie wegen Verführung Minderjähriger dran. Ist sie älter, müssen sie 48 Stunden warten und sie als vermisst melden."

Brutzula im Dauerstress

Für einen Psychothriller zu infantil, für einen Slasher nicht reißerisch genug. Den Begriff Trash hat dieser Murks auch nicht verdient, allerhöchstens dessen deutsche Übersetzung. Es gibt ein altes Sprichwort, das besagt, dass jeder Film, wirklich jeder noch so obskure, miese oder lächerliche Streifen irgendjemandes Lieblingsfilm ist. Die arme Seele, die sich ’Open House’ dafür ausgesucht hat, bekommt mein Beileid und bei Bedarf gerne auch meine VHS.


Hudson