Oase der Zombies



Originaltitel: Tumba de los muertos vivientes, La (1983) Regie: Jesus Franco
Drehbuch: Ramón Llidó & Jesus Franco
Darsteller: Manuel Gélin, Eduardo Fajardo, Lina Romay FSK: 18


Jesus Franco ist sein Name, schlechte Filme zu drehen seine Berufung.
’Oase der Zombies’ ist einer davon. Und er ist wirklich schlecht.

Hier erstmal was für's Auge.

Irgendwann während des 2. WKs knallen sich englische Soldaten und Rommels Wüstenfüchse in einer Oase gegenseitig über den Haufen und hinterlassen einen wertvollen Goldschatz. Über die Jahre wächst die Legende um das verschollene Nazi-Gold und irgendwann machen sich die ersten ’Tomb Raider’ auf die Suche danach. Doch der Schatz wird noch immer von den untoten Hüllen der ehemaligen Besitzer bewacht. Es kommt wie es kommen muss: Zombies greifen Menschen an!!!

Und hier mal was vom Auge.

Jesses, Franco, was war das denn wieder für ein Mumpitz?
Naja, man ist es ja nicht anders von ihm gewohnt. Dennoch komme ich um die obligatorische Warnung auch hier nicht umhin: Der mutige Betrachter kommt in den zweifelhaften Genuß langatmiger, mies gefilmter und schlecht beleuchteter Dünen-Trips mit Sülz-Rhabarbereien mal steifer, mal schlaffer, oft doofer Dosenbrot-Darsteller, deren möglichst baldiges Ableben schnell zum Herzenswunsch wird.
Für Franco-Verhältnisse ist das beinahe hypnotisch schlechte Wüsten-Geschwurbel auch noch ungewohnt zahm: Gerade mal ein paar wurmbehangene, einäugige Zombie-Puppen aus der Mottenkiste, ein paar mit Plasteline zugewulstete Gesichts-Schabracken und eine schwachbrüstige Liebesszene gibt es zu belächeln. Kein böses Blutvergießen, kein Innereiengemansch, no ’T&A’, da stampft der ausgehungerte Gore-Wauzi beleidigt mit den Pfoten und macht sich mit ’nem Flunsch davon. Alle anderen haben schon lange vorher ausgeschaltet, nur ich mußte den Quark bis zu Ende durchstehen. Das gebietet ja die olle Gutachter-Ehre.

Leute, nehmt euch an diesem jungen Mann ein
Beispiel und lest lieber mal wieder ein gutes Buch!

Fazit: Die Film-gewordene Steppenhexe. Ihr wisst schon, diese Strohballen, die in Western oder Wüstenepen durch’s Bild rollen und rollen und rollen, begleitet vom gelangweilten Zirpen der Grillen.


Hudson