A Nymphoid Barbarian in Dinosaur Hell


‘Where the prehistoric meets the prepubescent’


Originaltitel: A Nymphoid Barbarian in Dinosaur Hell (1991)
Regie & Drehbuch: Brett Piper
Darsteller: Paul Guzzi, Linda Corwin, Alex Pirnie FSK: unbekannt


Oh, Junge… Oh, Junge…
Davon hätte ich nie zu Träumen gewagt: Ein Endzeitfilm mit Barbaren in einer von Dinosauriern befallenen Welt aus Wäldern und Kiesgruben..

Geht nicht, gibt’s nicht. Jedenfalls nicht bei TROMA, dem New Yorker Hillbilly-Trash-Verein der Vereinigten Staaten von Amerika. Hier geht alles, auch ein Film mit diesem Titel, der übrigens mit Hilfe von Rückblenden (die aus diversem Archivmaterial aus dem Troma-Bestand wie etwa ’Tromas War’, ’The Toxic Avenger’ und sogar dem Troma-Vorspann zusammengeschustert werden) und einem unglaublichen Voice-Over von der Hauptdarstellerin selbst erklärt wird:

“Then, one day, I woke up a woman. […] The radiation had finished off humanity and created ghastly mutations. It’s turned our pets […] into gargantuan, horrifying creatures. Now Tromaville has become a ‘Dinosaur Hell’. And to survive I’ve become a Barbarian. But not just any kind of Barbarian. Because sometimes my juices start to flow and I feel like I’m nymphoid. It’s become harder and harder and harder than ever to find a decent boyfiend. So I guess you could say, I’ve become:

A NYMPHOID BARBARIAN IN DINOSUAR HELL!”

ARGH! Jetzt müssen wir erstmal auf die Leute warten, die dank dieses Schwachsinns in Hyperrage, Ohnmacht oder Atemnot geraten sind. Beruhigt euch, Leute! It’s only a movie. And a truly bad one at that!
Es schockiert sicherlich niemanden, wenn ich sage, dass der Film keinerlei Handlung hat und lediglich die “Geschichte“ der nymphomanen Barbarine “erzählt“, die weder nymphoman, noch besonders barbarisch ist. Der “erzählerische Rahmen“ verläuft wie folgt: Die zottelige Protagonistin rennt durch den Wald, verliebt sich in einen Kerl, der aussieht wie ein Komparse aus ’Todesjäger 2’, spielt mit ihm am Strand, wird schließlich von gurrenden, röhrenden Mutanten gekidnappt und von einem Barbaren mit Debbie Harry-Perücke und einer ’Leatherface’-Maske befreit...

“Beware of the Jabberwock, my son!“

Nymphoid Barbarian Fauna

Gerade als ich dachte “Meine Fresse, das sieht aus wie die Supertrash-Version von ’Mysterious Planet’!“, belehrte mich der Check in der IMDB eines Besseren: Das hier IST die Supertrash-Version von ’Mysterious Planet’, denn kein anderer als ’MP’-Regisseur Brett Piper ist für diesen Troma-Schmarren der untersten ’Shoe-be-do’-Klasse verantwortlich.
Dabei war Piper doch mit ’Galaxy Destroyer’ schon ein Schrittchen weiter gekommen, hatte sich von der ultimativen Schlechtness des mysteriösen Planeten entfernt und versprach so etwas, wie… naja gut, das wär vielleicht zu viel des Guten. Aber er versprach jedenfalls mehr als DAS!
Ich war zwar heiß auf den Film (schon alleine wegen des ’Barbarian’ im Titel), doch wurde ich schon vorgewarnt, dass es sich dabei um den übelsten Schund aus der Troma-Schmiede handeln solle. Also schraubte ich meine Erwartungen runter und siehe da: Ich hatte meinen Spaß.
Der Kritik-Spiegel pegelt sich bei ’A Nymphoid Barbarian in Dinosaur Hell’ größtenteils auf zwei Worte ein: trashig und langweilig.
Die Begriffe mögen im Grunde stimmen, doch ich finde, die Proportionen sollten etwas klarer dargestellt werden:

TRASHIG und langweilig.

Even More Nymphoid Barbarian Fauna

Riesige Raketenwürmer, grunzende Matschmasken-Dudes, gurrende Echsen-Zweibeiner, Hunde-Saurier, Sumpf-Kraken, fliegende Stop-Motion-Dämonen, schwimmende Monster-Käfer ein Rancor-Verschnitt (allesamt aus der Trickkiste eines Fünftklässlers), ein sabbernder Oberbösewicht mit Überbiss und Schädelhut, die unglaublich krude Bare-Bones-Syntheziser-Mucke, das beinahe völlige Abhandensein jeglicher Dialoge, der ganze Vorspann und dieses seltsame Wesen am Strand, das aussah wie eine Mischung aus Roland Emmerichs ’Hollywood Monster’ und einem Ewok … das alles war einfach zuviel des Schlechten, um nicht davon unterhalten zu werden, egal wie viele langweilige Stellen dazwischen auftauchten!

Intermission: In Momenten wie diesem frage ich mich, ob ich nicht vielleicht schon zu viel filmischen Müll konsumiert habe und meine Kritikfähigkeit (für beide Spektren) völlig den Bach runter gegegangen ist. Aber wenn mich ein Film unterhält, dann unterhält er mich halt und ich werde mich hüten, euch etwas anderes zu erzählen. (Auch wenn ich zugeben muss, mich zu erinnern, dass Pipers ’Mysterious Planet’ das Gleiche in blau war… Manchmal is’ einfach komisch, Freunde!)

But then again...

In diesem speziellen Fall, und weil ich ein Fan von Trash-Monstern, Stop-Motion, Mutations-Barbaren und manchmal auch sinnlosem ’Fantasy-Gekloppe-im-Laubwald’ bin, kann ich nicht anders, als gleichgesinnten, trashfesten Allesfressern das gleiche Erlebnis zu empfehlen. Freilich ist das hier einer der schlechtesten Filme aller Zeiten. Jedoch ist er so absurd und daneben (was sich allerdings zuvorderst durch die völlig seltsame Atmosphäre und die beknackten Monster aller Coleur begründet), dass er mir 80 Minuten Funtrash pur bot!


Hudson