No Blood No Surrender



Originaltitel: No Blood, No Surrender (1986)
Regie & Drehbuch: Rudy Dominguez
Darsteller: Palito, Max Alvarado and Brandy Ayala FSK: 16


Zitat: "Auch wenn durch den Mann schon der Wind weht,
achte darauf, dass der Schwengel steht."

Wer jemals die ’No Blood No Surrender’-DVD in Händen hielt, wird sich folgende zwei Fragen gestellt haben:
Wer ist die philippinische Oma auf den Cover und warum kleidet sie sich wie Rambo? Also zunächst einmal ist es keine Oma, sondern das hutzelige Kriegsheimkehrerlein Sgt. Samson und zweitens, er kleidet sich wie Rambo, weil Samson die philippinische Antwort auf Amerikas Vietnam-Veteranen Nr. 1 ist.
Samson will in der Heimat der Frau eines gefallenen Kameraden einen Brief überbringen, wird jedoch in Santo Sepulco vom ortsansässigen Sheriff aus der Stadt vertrieben, weil dieser Angst hat, Samson würde etwas über seine illegalen Waffengeschäfte erfahren. So einfach lässt sich das sprücheklopfende Kampfgerippe allerdings nicht ins Boxhorn jagen. Samson get’s his shit together and strikes back…

Noch'n Zitat: "Er sieht vielleicht nicht aus wie ein Mann, aber er ist einer."

Er ist wirklich einer. Wenn auch ein halber und sehr dünner. Mit hoher deutscher Synchronstimme geschlagen, die nichts als Blödsinn verzapft ("Seid ihr alle schwul oder was habt ihr mit den Ärschen?") und gerne auch mal von Lux-Seife quatscht.
Sieht man von ein paar Entgleisungen ab, ist ’No Blood No Surrender’ ein 1 zu 1 Deppen-Remake von ’First Blood’, dem ersten ’Rambo’-Streifen, nur halt mit ’nem Spackenzausel im Tanktop und einem so gewaltigen Hänger im zweiten Drittel, dass man meint, die dicke Berta sei auf den Autoren gefallen. (Wenn denn jemand die Eier hat, zu behaupten, diesen Schund verfasst zu haben.)
Man möchte Hauptdarsteller (den Begriff Schauspieler dürfte ich hier aus Respekt vor echten Fachleuten gar nicht benutzen) Palito (’Coffin Joe’) zunächst mit dem ähnlich obskuren Weng Weng vergleichen, doch selbst dieser Mini-Me des philippinischen Exlpoitation-Kinos hat mehr in seinen Filmen her gemacht, als das hier herumhampelnde Grimassengerippe.
Der Trash Flash wird zum Train Crash und unkommode Gefühlsschwankungen vergällen dem Zuschauer den ohnehin oberflächlichen Spaß, wenn einerseits eine Wagenladung voller Backwood-Ballermänner "Im Walde blüht ein Blümelein und das heißt Erika." singen, während kurz zuvor absurde Drama-Szenen eingeschoben wurden, in denen Samson versucht ein Kind zu retten.

Ob Philippinen oder USA, 80er Action-Regel Nr. 1 ist:
Ohne Vietnam-Rückblende geht überhaupt gar nix...

"Ich habe bis heute nicht gewusst, dass Judas ’ne Tunte war."
"Sind wir nicht alle irgendwo Tunten?"

Den meisten Trashfans wird ’No Blood No Surrender’ als ’Auf der Filmbörse liegengelassen’ in Erinnerung sein. Is echt besser so, Jungs. Greift auch das nächste Mal einfach zum Film links oder rechts daneben, da habt ihr sogar per Zufall bessere Chancen unterhalten zu werden.


Hudson