Ninja Terminator


‘When the last three Ninjas fight… Only one will survive!’


Originaltitel: Ninja Terminator (1985) Regie: Godfrey Ho
Drehbuch: Warren See, Godfrey Ho & the AAV Creative Unit
(ich glaub, das ist so eine Art Story-Pattern-Computer-Device!)
Darsteller: Richard Harrison, Jack Lam, Jang Lee Hwang FSK: 18


Immer den Ball im Auge behalten!

Ninja (jap. für ’Jemand im Geheimen’) ist die Bezeichnung für einen Partisanenkämpfer im vorindustriellen Japan, der als Kundschafter, Spion, Saboteur oder Meuchelmörder eingesetzt wurde. Er ist neben dem Samurai eine der gefürchtetsten und gleichzeitig am meisten bewunderten Gestalten des alten Japan, wobei zwischen der tatsächlichen Historie und der späteren Umdeutung und Begriffsverzerrung unterschieden werden muss. (Wikipedia)

“Ninjas sind schon toll. Coole Hupen, echte Sunny-Boys. Und sie sind bunt.” (Zitat Spooner)

Und Ninjas tummelten sich vor allem in den Achtzigern in unzähligen Schundfilmen. Es waren Leute wie Tomas Tang mit seiner Produktionsfirma ’Filmark’ und Joseph Lai, Kopf der ’IFD’-Mischpoke, die den vermummten Action-Honks ein fragwürdiges Denkmal nach dem anderen setzten.

Humor hat's auch...
1985 warf Lai mithilfe seines ’üblichen Verdächtigen’ Godfrey Ho (eine legendäre Entität der asiatischen Film-Geschichte, der das Wort Regisseur als ’Schnitter zweier Welten’ neu definierte) das Machwerk ’Ninja Terminator’ auf den Markt. Fans cybernetischer Organismen, die bis hierhin mitgelesen haben, können jetzt getrost wegschalten. Der ’Ninja Terminator’ ist nicht etwa eine stählerne Killermaschine mit Durst nach Ninjablut, sondern ein… ein… also, um ehrlich zu sein, weiß ich jetzt gar nicht so genau, wer oder was der Ninja Terminator ist (Edit eines Besserwissers: “Ninja Terminator ist im vorliegenden Film die Bezeichnung für den geilsten Oberninja, der alle anderen fettich macht!“).
Viel wichtiger ist allerdings auch eine Statue namens ’Golden Ninja Warrior’ (die auch noch einmal im gleichnamigen Film zum öhm ’Tragen’ kam), die zu Beginn von drei abtrünnigen Ninja(s) dem bösen ’Ninja Empire’ entwendet werden. Das kann der Mummen-Mob nicht dulden und schickt seine Häscher aus.

’Timebomb, Timebomb
you're my Timebomb...’
Zwei Jahre später haben sie dann auch schon den ersten Dieb erwischt, machen kurzen Prozess mit ihm und klauen seinen Teil der Beute zurück (ja ’Teil’, denn den GNW kann man wie ein Legomännchen in drei Teile teilen). Das alarmiert seinen alten Kumpel und Teilhaber-Komplizen Harry (Urgestein Richard Harrison in einer prominenteren Rolle, als man es von ihm in diesen Gefilden gewohnt ist), der erste Untersuchungen anstellt und sich an seinen Kumpel Jaguar Wong, Karate-Kanone und Interpole, wendet. Jener folgt der Spur (welcher auch immer) bis hin zum Drogenbaron Baron (der heißt so), welcher wiederum für das olle Ninja Empire arbeitet (oder so, sorry, ich hatte den englischen Dub in der Kiste). Das ganze artet in jede Menge Ärger plus Kloppe aus, aber das könnt ihr euch sicher denken…

…was ihr euch nach reichhaltiger FilmFlausen-Ninja-Lektüre ebenfalls denken könnt, ist, dass Harry und Jaguar Wong (Miau) nie in ein und dem selben Bild zu sehen sind, da die von Godfrey Ho persönlich gedrehte Ninja-Rahmenhandlung selbstverständlich nur ’quasi’ etwas mit den Abenteuern der ganzen ’Wong-Baron’-Plotte zu schaffen hat. Will sagen: Once again Ninjas meet some unrelated Stuff (shot long ago but never seen by any human being).

Wie bei Bud Spencer:
Einen auf den Drömel
und schon ist nur noch
die Hälfte da!
Aber Moment, bevor wir zum niederschmetternden Fazit gelangen, lasst uns erst die spaßig, unterhaltsamen Komponenten dieser Shuriken-Schmonzette aufdecken.
Man stelle sich den Plot um Jaguar W. wie ein klassisches Prügelspiel mit Adventure-Einlagen vor: Jaguar spricht Leute auf der Straße an, die entweder
a) ihm erzählen, ob es etwas neues gibt (zum Beispiel, wer gerade so umgebracht wurde etc.)
oder b) ihn verhöhnend und schreiend angreifen (wohl weil ihnen die Fragerei zu blöde ist). Von da an gibt’s ordentlich auf die Mütze. Die Martial Arts Szenen sind spaßig, trashig und mit allerlei Soundeffekten untermalt, die nicht selten an das ’FUMP’-Geräusch erinnern, das ertönt, wenn man eine Flensburger-Flasche öffnet. Abgesehen von einigen (durchaus typischen) Querelen der verräterischen Art und einer sagen wir ’abstoßenden’ Porno-Einlage gibt’s in diesem hust*Story-Teil*hust nix. Dafür wird hier öfter zu den Ninjas geschaltet, als es bei Ho und Lai üblich ist.
Die Jungs tun es ihren KungFu-Brüdern gleich und kloppen sich schwertschwingend durch die Backwoods Hong Kongs, als gäb’s kein Morgen. Bei ihren Auftritten kommt natürlich auch wieder allerlei ’Ninja-Kriegsgerät’ zum Einsatz. Blendende Spiegel, ausfahrbare Sai-Dolche, Gas-Spray und Shuriken aller Art, die auch unter den Ninjas gerne mal getauscht werden (genauso wie der schwarze Eyeliner, der bei keinem Schattenkämpfer fehlen darf). Das herrlichste aller Ninja-Utensilien ist jedoch ein Spielzeug-Roboter, der vom ’Ninja-Empire’ entsandt wird und in einer Szene auftritt, die ich euch unmöglich in Worten, sondern nur mittels Screenshots erläutern kann:

No fuckin comment!

Dieser Roboter taucht auch im weiteren Geschehen noch ein paar mal auf, um u.a. dem zweiten Dieb eine Warnung ’auszusprechen’ und ihm eine Video-Kassette zu überbringen, auf dem fragwürdige Snuff-Folter-Filme zu betrachten sind. Ihr seht: Ein Film voll exploitiver Sinnlosigkeiten, wie man es von Godfrey Ho und Joseph Lai gewohnt ist.
Die Gemeinsamkeiten mit anderen Filmen dieser Liga hören hier aber nicht auf. Wie seine Genre-Brüder ist dieser Streifen eine nicht enden wollende Farce voller stupider Dialoge, nervtötender Schnittpatzer und Logiklöcher so groß, da passen ganze Büffelherden durch.

Alle suchen sie den Golden Ninja Warrior...
WIR haben ihn gefunden!

Letztlich ist und bleibt also auch ’Ninja Terminator’ nur eine sinnlose Aneinanderreihung leidlich amüsanter Fights und drollig-doofer Ninja-Sequenzen, die zwar Trash-Trabanten anziehen dürften, aber dem seltsamen Sub-Genre der Ninja-Schnipsel-Movies nichts Unverzichtbares hinzufügen können.

Hudson