Ninja Kommando



Originaltitel: Long zhi ren zhe (1982)
Regie: Corey Yuen Drehbuch: I. Dun No
Darsteller: Hiroyuki Sanada, Conan Lee, Jang Lee Hwang FSK: 16


’Ninja Kommando’: Irreführender Titel, macht aber nichts.

Yes, yes, y'all!

Kung Fu Nachwuchs-Keule Jay (Conan Lee) hat zwar einiges auf der Faust, hält aber wenig von der Zurückhaltungsklausel seines Kampfsportes. Zum Leidwesen seines Onkels Lee treibt sich Jay mit seinem nichtsnutzigen Kumpel Charlie herum und verschwendet seine körperlichen und geistigen Energien mit Prügeleien. Aus Spaß wird Ernst, als der Ninja Jin Mu aus Japan eintrifft und Lee ans Leder will. Scheinbar hat der Schattenkämpfer noch eine alte Rechnung mit Jays Onkel offen. Also Fäuste angespitzt und hinein in den Vergnügen…

Stelzenfight
Ja mei, Shakespeare ist das nicht, aber für 90 Minuten Martial Arts-Action Deluxe reicht das Hin und Her zwischen Ninja und Kung Fu Mann, inklusive Ehre, Rache und all den anderen üblichen Eastern-Dekreten dicke.
Die Fights sind schlichtweg grandios und mit Wums und Geschwindigkeit von Martial Arts-Experte Corey Yuen (’Karate Tiger’) atemberaubend in Szene gesetzt. Seien es die flotten Schwertkämpfe, ein Kung Fu-Duell auf Stelzen oder das ’Licht an/Licht aus’-Spiel zwischen Conan Lee und Hiroyuki Sanada und ein anschließender Fackellauf mit Finale im Petroleum-Bad; der Action-Fan bekommt eine Riesenportion Fetz auf’s verwöhnte Auge. Und wenn sich *SPOILER* die beiden Spezies am Ende verbrüdern *SPOILERENDE und in einem von Dämonen/Stelz/Buddel/Möpse-Fu getränkten Finale alles aufmischen, wackelt die Heide bis nach Lüneburg.

Schleutertrauma
Zum Glück wissen die Darsteller nicht nur durch ihre körperliche Präsenz zu überzeugen. Vor allem Conan Lee (’Eliminators’) gewinnt die Sympathien recht schnell, während sein (von Arne Elsholz synchronisierter) Kumpan mit ulfigem Dumm-Sprech die Gemüter eher spalten dürfte (ich mag das ja). Hiroyuki Sanada (’The Last Samurai’) glänzt als japanische Killer-Maschine mit Herz und präsentiert die faszinierenden Künste seiner Bruderschaft, die übrigens schon im Vorspann demonstriert werden. Dort wird eine prächtige Trainings-Sequenz gezeigt, in der die schwarzen Brüder synchron durch das Unterholz fegen und am Strand in Windeseile Löcher buddeln. “Most impressing!“ wie Darth Vader, König aller Ninja, sagen würde.

“Ich muss dich warnen. Deine Beleidigungen werden gerächt werden, von meinem Vater.”
“Dann soll er aber noch deinen Großvater mitbringen: Meister Großmaul?“

Lochfrass Fu

Corey Yuens Regiedebüt ist eine flotte Martial Arts-Sause, die zwar nicht die überzeugendste aller Stories hat, dafür aber in der deutschen Version mit albernen Sprüchen versehen wurde und insgesamt hervorragend inszenierte Fights aller Couleur bietet.


Hudson