Der Ninja Jäger


‘An eye for an eye, a tooth for a tooth: he is the judge, the jury and the eliminator!’


Originaltitel: Blood Debts (1984)
Regie: Teddy Page Drehbuch: Richard Harrison & Timothy Jorge
Darsteller: Richard Harrison, Viele Geigen, Keine Ninjas FSK: 18


Als seine Tochter und deren Verlobter eines Tages aus unerfindlichen Gründen von einer Bande schießwütiger Brutalos abgeknallt werden (mit Gewehren aus dem 2. WK), wird Mark (Richard Harrison) zum Tier. Oder wie es der Klappentext so schön sagt: “Mark wird zum erbarmungslosen, tödlichen Jäger. Mark rächt sich furchtbar. Jeden einzelnen der fünf Mörder spürt er auf und tötet, tötet, tötet. Der Killerinstinkt in ihm bricht durch!“

Betagt und auf der Jagd
Da sich seine ’Mann sieht rot’-Taktik auszahlt, zieht er nun durch die Straßen der Großstadt und hilft potentiellen Vergewaltigungsopfern aus der Patsche, rächt zusammengeschlagene Suffis und bringt alten Omas die geklaute Handtasche zurück. Doch seine Frau zerbricht allmählich an der emotionalen Mehrbelastung und auch eine zwielichtige Organisation, die angeblich das Verbrechen von den Straßen fangen will, hat längst ihr wachsames Auge auf den Killer-Proll gerichtet…

Zieht euch zunächst bitte mal folgenden Dialog rein:
“Unser Mann ist ein Veteran aus Vietnam. Er hat die ganze Scheiße dort mitgemacht. Er kam zurück und wollte nie wieder eine Waffe in die Hand nehmen. Aber nun wurde seine Tochter umgebracht, zusammen mit ihrem Freund. Darin sehe ich den Grund für sein Verhalten.“
“Ja, das wäre ein Erklärung: Private Rache.
“Hm.“
“Er hat auf eigene Faust gehandelt. In der Annahme dass einer davon der Mörder seiner Tochter war.“
“Könnte möglich sein.“

Ein der sogenannten "Ninja"
beim voll böse dran sein tun.
NO FUCKIN’ WAY!
Aber es geht noch weiter: “Mark hat keinen Dachschaden. Er ist überzeugt, diese Leute waren Ninjas.“
“Hm.“
“Diese Verbrecher hasst er. Er fühlt sich als Racheengel. Er hat die fixe Idee, alle Ninjas müssen weg.“
“Damit hätten wir eine Begründung der Morde.“

Und das ist nur Spitze des Eisbergs.
Ich muss eventuell ergänzend erwähnen, dass es im gesamten Film keine Ninjas gibt (na gut, zugegeben: einer hat eine Ski-Maske auf, die allerdings durch ein purpur-grelles Zuhälter-Hemd komplett neutralisiert wird). Aus einem unerfindlichen Grund, nennt Mark aber alle mordenden, raubenden und gemütskranken Bastarde, die auf der Straße für Ärger sorgen, so.

“Mich hat noch kein Ninja geschafft. Du auch nicht!“ oder “Dich habe ich schon erwartet, du Möchtegern-Ninja!“

Voller Durchblick:
Richard Harrison
’Weltstar’ Richard Harrison steht auf dem Cover dick drauf. Gut ich bin keine Koryphäe des Ninja-Films (der gar keiner ist), aber das einzig weltmännische an dem Typen, der hier die ganze Zeit in einem prolligen Jogging-Anzug durch die Ghettos sprintet, ist seine granatenstarke Schenkelbürste. Von Ausstrahlung oder ähnlich sekundären Akteur-Attributen keine Spur.
Kulissen und Ausstattung sind ebenso erbärmlich, wie die Action (Schießereien, bei der immer nur der Held trifft). Die Synchronisation (der Sprecher von Homie Simpson spricht den Helden) setzt dem Ganzen den Zuckerhut auf und eine deplaziert eingestreute Fickel-Szene erklärt dann auch das Musik-Niveau. Trotz der gerade mal 86 Minuten Spielzeit zieht sich diese Gurke wie ein Hubba-Bubba-Streifen, verliert sich unterwegs in unerträglichem Gequatsche, macht ein Kehrtwendung zum Slapstick (Mark schießt mit einer Bazooka auf ’Ninjas ’ -> Einschuss -> Ninjas bleiben eine Sekunde lang stehen -> springen dann in die Luft -> siehe Bild unten) und endet in einem Schlusstext/Voice-Over, der besagt dass sich Mark nach dem ’Finale’ der Polizei stellte und nun eine lebenslange Haftstrafe absitzt.

Hier das Bild zum Gag.

Fazit: Brutaler Dauer-Nonsens, der selbst Good Old Schaule Bronson den Bart unter der Nase weggeschmolzen hätte. Dumm, dreist und dummdreist. Der nächste bitte…


Hudson