Ninja Fighters


‘Ein Kampf bis zum Untergang’


Originaltitel: Gong fen you xia (1982) Regie: Yen-ping Chu
Drehbuch: Na Se Weiss
Darsteller: Brigitte Lin, Hui San Yang, Sally Yeh FSK: 18


‘Released thru Joseph Lais IDF Films’ kommt ’Ninja Fighters’ aka ‘Pink Force Commando’, ein Hong Kong Abenteuer-Fetzer, dessen Handlung beinahe so abgedreht kaputt ist, wie seine Action.

"Na endlich! Wir haben
sein Chop Suey Rezept!"
Die Story setzt bei der Belagerung einer Handvoll Killermiezen in einem Blockhaus inmitten der Tundra ein, die sich einer Übermacht schurkischer Soldaten erwehren, welche unter der Leitung des gewitzten Fellmützenträgers Major einen Goldschatz erbeuten wollen, den die Mädels in der Hütte aufbewahren. Man beschließt, die Flucht zu wagen und sich nach einem Jahr wieder hier zu treffen, um das Gold aufzuteilen Gesagt, getan. Doch eines der Mädels, Jackal (Brigitte Lin) hat hinter dem Rücken der anderen mit dem Major paktiert und als es zum vereinbarten Treffen ein Jahr später kommt, hat das Pärchen die ganze Asche verbraten, in dem sie (Achtung! Achtung!) einen Vergnügungspark auf dem Treffpunkt errichtet haben. Als die Überlebenden des Intros im Haus von Jackal und Major eintreffen, kommt es zum Absurden Wendepunkt, der den Film in ganz neue Bahnen wirft…

“Sagen sie, wer sie sind.“
“Einer der auszog, den Weibern Verstand beizubringen. Sehr, sehr mühselig.“

Ja, an dieser Stelle muss ich meine Wortwahl aus Spoiler-Gründen vage halten, denn ’Ninja Fighters’ nimmt ein paar solch abwegige Twists & Turns, dass selbst M. Night Schaumaleineran erröten würde.

Meilenweit daneben, Alde!
Diese passen allerdings hervorragend zum verrückten Grundton des Films, der stilistisch völlig überzeichnet ist, gespickt mit schrägen Charakteren in albernen Kostümen und technisch durch allerlei Spielereien (Speed Ups, Slow Downs, Zoom Ins) gewürzt. Die Action ist so vielseitig, wie die von überall herbeigeklaute Musik (u.a. aus dem ’Conan’-OST und diversen Morricone-Stücken). Heftige Shootouts wechseln sich mit kurzen, aber blutigen Schwertduellen, rasanter Martial-Arts Action, epischen Massenschlachten und käsigen Explosionen ab und ja, es gibt tatsächlich einen Ninja-Angriff, der allerlei Ärsche tritt.
Die Darstellerinnen um Star Brigitte Lin (’Chungking Express’) sind mehr als fähig, ihren abgedrehten und bizarr bekleideten Charakteren überlebensgroßen Stil zu verleihen, allerdings kommt die auf deppsch gebügelte Synchro (“Schießt den Kerlen so richtig schön ins Gemüse!“) der hie und da aufkeimenden Dramatik etwas in die Quere.
Trash- und Debil-Synchro-Fans wird’s gefallen, Freunde epischer HK-Action werden eventuell die Nase rümpfen. Aber ernst nehmen, kann man diese ausgeflippten Sause sicher auch im Originalton nicht. Dafür sind Szenen, wie die Ausbildung Jackals zum “Machine Girl“ durch das Hong Kong-Äquivalent des ’Mannes ohne Namen’ einfach too fuckin over the top!

“Komm, wir gehen ein bisschen ins Gebüsch, solange dein Alter noch spielt.“
“Ja, wenn du meinst. Hoffentlich lohnt’s sich!“

Da schau her! Jetzt wissen wir endlich, wer die leuchtende
Bikini-Mieze aus den späteren IDF-Film Intros ist.

Fazit: ’Pink Force Kommando’ bietet überdrehte Abenteuer-Unterhaltung, wie man sie allzuoft sucht, meist jedoch nur in den besten B-Movies aus Hong Kong findet. Wer sich nicht an Storywendungen der besonders hanebüchenen Art und schrulligen Albereien stört, ist bei dieser Action-Extravaganz irgendwo zwischen Leone, Peckinpah und Godfrey Ho sehr gut aufgehoben.





Hudson