Ninja Thunderbolt II: Thunder Fox



Originaltitel: Ninja Empire (1990) Regie: Godfrey Ho Drehbuch: My Ass
Darsteller: Mike Abbott, Marko Ritchie, Marcus Egan FSK: unbekannt


Ninjalympics

Wo Tomas Tang und Mike Abbot drauf steht, da ist meist auch Ninja-Schwachsinn drin. Schön, der Titel selbst verrät es auch und ratet gar nicht erst weiter, hinter dem Regie-Synonym Bruce Lambert kauert selbstredend kein anderer, als ‘the King of the Ninjas’ himself, Godfrey Ho.
Jetzt, da wir diese grundlegenden Fakten geklärt haben und sich dem Schnipsel-Ninja-Subgenre fremde Konsumenten längst abgewendet haben - wir also unter uns sind - kann ich euch gleich sagen: Lasst es sein. Dieser Film ist weniger wert als die Socken in eurer Sofaritze.

Ich könnte jetzt versuchen die Handlung dieses Stinkers zusammenzuklamüsern, doch es würde beim Versuch bleiben. Ganz ehrlich, ich habe keinen blassen Schimmer, worum es hier ging und hatte auch kein Interesse daran, der miesen englischen Synchro auf den Zahn zu fühlen. Irgendwelche Syndikate im Clinch, Nutten die nicht mehr wollen, seiernde Schmalspurganoven, unfähige Auftragskiller, ein alter Chinese, der von allen als ’Godfather’ bezeichnet wurde und Ninjas auf dem Abenteuerspielplatz. Letztere sind leider dermaßen spärlich zu sehen, dass Szenen wie folgende zum lachhaften Hightlight des ganzen Filmes werden:

Irgendwo vor einer Kiesgrube, höchstwahrscheinlich Hong Kong.
Ein alter Mann rennt einem weißen Ninja in die Arme. Es kommt zu folgendem Dialog:

“I’ve just heard, some gang is moving into the middle east, organizing a deal to sell the arabs russian arms. That means they gonna try to wreck our business, doesn’t it?“
“Hmm. Invite them to a cocktail party in the name of a local rich. Then I see how we’ll gonna deal with them.“

Okay. Das dürfte gerade mal für eine Flasche Bier reichen.
Und normalerweise bin ich echt der Meinung, dass Trashnasen beinahe jedem Ninja-Fetzer aus der ’Filmark’ oder ’IDF’-Schmiede etwas abgewinnen können (na gut, es könnte auch sein, dass etwas in meinem Oberstübchen nicht mehr ganz rund läuft), aber sinnloser, langweiliger, unzusammenhängender Schund wie dieser ist die oft zitierte Ausnahme von der Regel. Selbst die regelmäßig auftretenden dilettantischen Kämpfe und Schießereien können diesen in belanglosen Dialogen versinkenden Film nicht in die Trash-Liga retten.

Lasst uns 'Gedankengang' spielen:
"Wie konnte ich, ein angesehener Opa in traditioneller Kleidung nur in diese Situation zwischen tödlich stierenden Ninjas, einer geschmacklos frisierten Trulla vom Escort-Service und diesem wild mit den Armen wedelnden Mann hinter der Kamera geraten?"

Auf einer normalen Qualitäts-Skala sind Ninja-Filme dieser Art ja schon kaum anzusiedeln, weshalb man sie nur untereinander vergleichen bzw. bewerten kann. Wenn also ’Todesschwert der Ninja’ auf jener Subgenre-eigenen Skala eine 10 hat und ’Ninja Terminator’ eine 5, dann bekommt ’Ninja Empire’ eine - 2.
Das hier muss sich wirklich keiner antun.


Hudson