Ninja Eliminator


‘Seine Gegner sind tödliche, unüberwindliche Killermaschinen! Doch er wird sie vernichten!’


Originaltitel: Ninja Assassins (1985)
Regie: Tim Ashby Drehbuch: Alan Jackson
Darsteller: Kelly Steve, Alan Hemmings, Rick Wilson FSK: 18


Hey Hey! Was haben wir denn hier? Ein Werbevideo für Hong Kongs Unterwelt?
Nein, es ist ’Ninja Eliminator’, der Film mit dem Dreh.

Als Freddy Krueger
noch Haare hatte.
Kurzer Handlungs-Abriss:
Was’n hier los?
Kurze Erklärung:
In Masken oder Grimassen gehüllte Schlaghosen-Asiaten mischen einander auf! C.I.A.-Tommy wird nach Hong Kong geschickt um mitzumischen. Gekrönt wird die Mischpoke von einer handvoll schwarzer Ninjas, die nach Belieben Erscheinen/Verschwinden können (möglicherweise waren das auch Schnittfehler) aber immer nur schleichen & schmulen.
Worum es wirklich geht:
Um einen Mikro-Film. Jedenfalls in den ersten zehn Minuten, dann verschwendet keiner mehr ein Wort darüber. Tommy lässt sich aber erstmal von einem dicken Ex-Ninja-Meister ein Buch geben, mit dem er die Kunst des ’Ninjitsus’ lernen kann, um zum Obermischer aufzusteigen (die lächerlichste Montage aller Zeiten! Glaubt mir.)
Obendrein gibt’s noch ein paar (eher unappetitliche) Bettszenen, zwei Bullen (dick und doof und in Trainingsanzügen), eine Geheimagentin, deren Identität bald auffliegt („Du scheinst nicht bemerkt zu haben, das Shang eine Geheimagentin ist!?“ „Ich habe verstanden. Sie ist eine Geheimagentin. Dabei hat sie gar nichts Geheimnisvolles an sich!“ „Das ist doch nur Tarnung. Sieh das ein, Wong!“) und den Bösewicht Mr. Smart.

'Shinobi' für Arme!
Diese Einzelteile hat der Regisseur mit HK-Stock-Footage & Spiel-Automaten-Musik versetzt, in den Mixer geschmissen, aber leider nur auf ’halb-durch’ gedrückt. Denn was uns hier als Endprodukt vorgesetzt wird ist Schmus, von Kopf bis Fuß. Da das Material aber bis zur Grenze der Lächerlichkeit und darüber hinaus ausgebeutet wurde, gibt es während den gut anderthalb Stunden ordentlich was a) zu Lachen und b) auf die Glocke! Lest selbst, was dieses zwiespältige Vergnügen sonst noch zu bieten hat:

Lustigster Dialog (offiziell):
„Ich muss auf’s Klo!“
„Soll ich etwa mitkommen? Jedesmal wenn ich mit dir die Toilette gehe werd ich von Schwulen angequatscht!“
„Hör auf zu quatschen. Es geht sonst in die Hose!“
Lustigster Dialog (inoffiziell):
„Es geht um die Kampftechnick der Ninja.“
„Aber wieso?“
„Weil unsere Feinde Ninjitsu benutzen um den Weltfrieden zu stören & um gewisse Personen zu beseitigen.“
„Naja!“
„Auch Terroristen setzen diese Techniken ein, um ihre Ziele zu verfolgen.“
„Oh mein Gott. Geschieht das wirklich?“
„Ja, sie machen vor nichts halt. Ich musste es am eigenen Leib spüren.“

Highlight:
Bei einer Prügelei mit den Ninjas (schwipp: da! schwapp: weg!) trägt C.I.Agent Tommy einen gelben Trainingsanzug, dessen Hosenboden sich farblich eindeutig abhebt (dieser Typ hat es also nicht auf’s Klo geschafft).
Lowlight:
Die unnötigen Sexsezenen, welche aus einem völlig anderem Film zu stammen scheinen.

Kropf-Kicker!
Beste Kopfbedeckung:
Asiatischer Afro.
Mieseste Kopfbedeckung:
Feinstrumpfhose.

Schönster ’Aha-Moment’:
Als Mama Leone meinte: „Das ist doch das Wohnzimmer aus ’Todesschwert der Ninja’!“
Schlimmster ’Aha-Moment’:
Als ich merkte, dass namhafte deutsche Synchronsprecher (wie Manfred Lehman) diesen Kappes vertonten.


Immer noch nicht genug?
Bitte schön, hier ist der Klappentext:
„Mitten im zwanzigsten Jahrhundert fühlt sich der CIA-Agent Tommy in eine andere, längst vergangene Zeit versetzt. Auf der Jagd nach einem geheimen Mikrofilm begegnen ihm sagenhafte Gestalten, die sich in Luft auflösen, sich in Pflanzen und Tiere verwandeln oder mühelos fliegen können! Doch Tommy hat es keineswegs mit lieblichen Märchenfiguren zu tun. Seine Gegner sind tödliche, unüberwindbare Killermaschinen, die gefährlichsten Krieger, die die Welt kennt: die „Ritter“ der Geheimorganisation der Ninja! Der CIA-Agent ist gegen seine Widersacher trotz modernster Waffen ohne jede Chance. Doch dann lässt er sich von einem Ninjutsu-Meister in die Geheimnisse des Ninja-Kults einweihen.“

Die zwei lustigen Drei.

Wie ich eingangs bereits erwähnte: ’Ninja Eliminator’ ist ein Film mit Dreh!
Aber eben (wenn man sich die Bedingungen in Hong Kong Mitte der 80er näher betrachtet; wahrscheinlich) ohne Dreh-Genehmigung und vor allem ohne Dreh-Buch. Egal was mir der Vorspann da von ’Written by’ erzählen will. War wohl auch ein Druckfehler: ’Fritten by’! Jaha, das glaub ich schon eher.
’Bon Appetit!’, an die Trash-Fans. ’Is nich mehr gut!’ an den Rest.

Hudson