Ninja Condors



Originaltitel: Ninjas, Condors 13 (1987)
Regie: Kuo-Ren Wu Drehbuch: Godfrey Ho
Darsteller: Alexander Lou, Stuart Hugh, Eugene Thomas FSK: 18


Ninjas aus Hong Kong? Filmark? Produziert von Tomas Tang? Och nee, das ist doch schon wieder… Was? Nein? Ist es nicht? Nein! Ist es nicht!
’Ninja Condors’ ist tatsächlich ein waschechter Ninja-Streifen. Kein zusammengeschusterter Archivmüll mit Ninja-Inserts und Richard Harrisons Schnurrbart in der Hauptrolle. Hier tritt Alexander ’Mafia contra Ninja’ Lou höchstpersönlich Ärsche!

Alex & Eugene. Don't give 'em traaaaaaaaash!

Lou spielt den knallharten Ninja Brian, der plötzlich weich wird und die Methoden seines skrupellosen Bosses hinterfragt. Das kann letzterer natürlich nicht dulden, also lässt er Brians Auto mit TNT verplomben, was dessen Freundin mit dem Leben bezahlt. Das schreit nach Rache, also verbündet sich Brian kurzerhand mit dem sprücheklopfenden Kung Fu-Afro Eddie (Eugene “She’s aaash, so don’t gimme this traaash!’ Thomas) und geht auf Ninja-Jagd…

Ja klar, die Story ist Tinnef, aber hey, das hier is’n Ninja-Film. Und da bin ich schon dankbar, wenn es nur einen simplen Handlungsfaden gibt, dem ich gemütlich folgen kann, ohne irgendwelches hineingeschnittenes Material ausmachen und auswerten zu müssen. Im Groben geht es eigentlich nur darum:

Ninjas mit weißen Anzügen über schwarzen Hemden, die als erstklassige Kämpfer angepriesen werden (aber eigentlich eher erstklassige Oberkellner sind)...

...kämpfen gegen...

...Ninjas in schwarzen Anzügen über weißen Hemden in Tiefgaragen.


Mittendrin...

...recherchieren pickelige Polizeischüler das Telfonbuch von Tokio.


Während Alexander Lou & Eugene “I wus jus’ paaassin’ byyy!” Thomas Ärsche treten.

Das kann jeder nachvollziehen und wenn’s so herrlich doof und rasant in Szene gesetzt wird, wie ’Ninja Condors’ (wo kam der Titel eigentlich hergeflogen?), dann dürfte es dem Gros der Action-Trash-Fans auch reichlich Freude bereiten.
Schon das Intro wartet gleich mit einer abgefahrenen Ninja-Montage auf und stimmt den Zuschauer direkt auf den Grundtenor ein. Die Fäuste und Füße fliegen flink und ununterbrochen über den Bildschirm und zum Finale gibt es sogar ein astreines Mansion-Shoot Out, bei dem sich Ballerfreaks vor Freude in die Hosen machen werden. Action satt, Freunde des heißen Eisens!
Käsige Soundeffekte und ein Synthiepop-Score beherrschen den Klangteppich und das ’Ninja: Final Duel’-Dreamteam Lou und Thomas sind den üblichen Filmark und IDF-Chargen (ja, damit meine ich auch Richard Harrison, sorry Rich) sowohl in Ausstrahlung, als auch in Martial Arts-Belangen haushoch überlegen.
Entgegen den üblichen Ninja-Streifen sind die Schattenkämpfer hier tatsächlich regelmäßig im Einsatz und decken alle ihre Parade-Disziplinen ab. Shuriken-Weitwurf, Extrem-Katana-Wedeln, Deadly-Mikado-Stäbchen-Killing, Fast-Travel-Teleportation, Unterirdisch-Kraulen und Kettensichel-Schnetzeln. Sie schleichen sich bei Gelegenheit sogar an unter Wasserfällen badende Frauen an, bekämpfen sich auf Kinderkarussells und Schlittschuhbahnen, und haben sogar einen Boss Namens Lucifer, der mit rosa Hemden und einer eindrucksvollen Räusper-Synchro punkten kann.

Ninjas - They freak me out.

Fazit: Ich bin begeistert. Endlich mal ein Ninja-Film, der nicht ausschließlich durch ausgewiesene Blödheit und Bad Acting Punkte schnorrt, sondern tatsächlich Action, Spaß dran und noch mal Action liefert. Und dann auch noch Ninjas! Tja, Leute, ihr lacht. Doch traurig aber wahr: Soviel Ninja gibt’s sonst selten in Ninja-Filmen!


Hudson