Ninja Champion



Originaltitel: Ninja Champion (1985) Regie & Drehbuch: Godfrey Ho
Darsteller: Bruce Baron, Pierre Tremblay, Phillip Ching FSK: unbekannt


Was is’ los?
Schon wieder Godfrey Ho und Joseph Lai? Also schön.
Was haben die ’Film-Material aus dem vergessenen Schuber zusammenbastelnden’ Herren denn heute im Programm? Ich werd’s euch sagen:

Rape and Revenge schon im Vorspann!

Eine junge Dame namens Rose wird während des 30-Sekunden-Vorspanns von einer Horde Facepaint-Campern vergewaltigt und macht sich in bester ’Foxy Brown’-Manier auf die Socken, um an den Bastarden Rache zu üben. Als erstes ist der asiatische Box Champion an der Reihe (ihr seid genauso ratlos wie ich). Kurz nachdem sie ihn mit einer Substanz vergiftet, die er ihr beim versuchten Beischlaf aus den Brustwarzen zutscht (kein Scheiß: “The wine! There must have been something in it!“ “Not the vine. My nipples, you jerk!”) verrät er ihr, dass die ganze Sache eine durchgeplante Machenschaft irgendwelcher Diamantenschmuggler war.

Revenge of the turban woman
Nach einem locker flockigen Rache-Ausflug der Marke ’Hit ’em with your high heels!’ nimmt sich Rose vor, den ganzen verdammten Schuchenring zu sprengen.
Ihr alter Freund George (ein Interpol-Agent) will ihr nur allzu gerne bei ihrem Unterfangen behilflich sein, doch ist er mittlerweile mit einer anderen Frau verheiratet, was Rose zum Anlass nimmt, ihm ebenfalls mit der Todesstarfe zu drohen. Dazu kommt es jedoch nicht, denn dem Chef der Unholde gelingt es, Rose umzubringen. Jetzt ist Cherry, Roses Zwillingschwester an der Reihe, die Dinge ins rechte Lot zu kloppen…

“I beg for forgiveness.“
“Forgiveness? You pay for what you did. It makes me feel good.“

Ihr wollt nun sicher wissen, warum der Film ’Ninja Champion’ heißt, gelle?
Naja, ein paar Ninjas planen in der (bei Ho und Lai) tpyischen, hineingeschnittenen Nebenhandlung den Aufstand gegen die Schmuggler, sind aber recht verdrossen darüber, dass ihnen Lady Vengeance die ganze Arbeit abnimmt. Ganz recht, Freunde: Die Ninja-Nebenhandlung besteht größtenteils aus Szenen in denen sich Ninjas darüber mokieren, dass sie nix zu tun haben, oder ihre Künste an den Fotografien ihrer Opfer in spé ausleben und sinnlos vor irgendwelchen Steinbrüchen herumhüpfen.

Schicht im Ninja-Steinbruch
Abgesehen von dem (ebenfalls typischen) Ende, in welchem zwei Ninja(s) - roter Ninja und weißer Ninja- eine klassische Klopperei vom Zaun (auf dem Abenteuerspielplatz) brechen, gibt es ein Cameo von Richard Harrison am Garfield-Telefon (die Szenen kennen wir ja mittlerweile auch aus ca. 2-12 weiteren Chop&Paste-Streifen). Und hey, was braucht ein Ninja-Streifen mehr, um sich als solcher zu qualifizieren?
Nein, wirklich: gebraucht hätte ’Ninja Champion’ ein Script, Schauspieler, satte Action oder wenigstens eine interessante Idee um auch nur den Hauch einer Chance beim Publikum zu haben. Was uns hier letztlich geboten wird, sind Hampel-Fights, Knallchargen-Shoot Outs, Hong Konger Lokalkolorit, Gangster in Freizeit-Kleidung, ein Bösewicht mit manischer Schlangenphobie, ein schwachköpfiger Glatzkopp, der Wookie-Laute von sich gibt, ein Revenge-Plot zum Husten, ein Schwiegervater-Twist zum Schreien, Szenen einer Ehe (“I’m not gonna make love to you. Go and take a cold shower!” “What did you say?! You’re my husband You have to make love to me!” “I can’t. If you are in a hurry, why don’t you pay somebody to screw you?”) und letzlich TRASH, TRASH, TRASH bis die Bude wackelt und die Nachbarn von ungehaltenem Lachen aus dem Schlaf gerüttelt werden.
“When you’re holding me close like this, I can really feel your body.”
“Do you like what you feel?”

Platz! Aus! Kommst du her! Böser Ninja! Unartiger Ninja!

Leute, dieser Film ist unglaublich. Unglaublich schlecht durchdacht, unglaublich dilettantisch montiert und unglaublicherweise stellenweise richtig amüsant. Aber das kommt von einem, der ’Todesschwert der Ninja’ mindestens einmal im Jahr schaut. Kurz gesagt: Ninja-Freaks schauen rein, der Rest lässt’s.


Hudson