Nightflyer


‘Where they're headed isn't the mystery. What's taking them there is.’


Originaltitel: Nightflyers (1987)
Regie: Robert Collector Drehbuch: George R.R. Martin & Robert Jaffe
Darsteller: Catherine Mary Stewart, Michael Praed, John Standing FSK: 16


Nightflyer, ja wo fliegen sie denn?
Durch die ewige Nacht des Weltenraums. Heller wird’s hier nicht.
Eine Raumschiffbrücke voller Wissenschaftler, Raumfahrer und Frisurverbrecher machen sich in der hochtechnisierten und Computer-gesteuerten Weltall-Büchse ’Nightflyer’ in Regionen auf, die noch nie ein Mensch zuvor gesehen hat. Sie suchen nach dem Volkryn, einer außerirdischen Super-Intelligenz, doch bald geht alles schief. Der Bord-Computer spielt verrückt und beginnt, Besatzungsmitglieder auf krude Art und Weise zu meucheln. Kein Wunder, ist schließlich ein Hologramm mit dem Aussehen von Michael Praed der Pilot des Schiffes…

Sieht aus wie Muadib, ist aber Robin Hood in Space!

‘Nighflyer’ ist ein (auf der gleichnamigen Geschichte von George R.R. Martin basierender) Science Fiction-Film, der trotz geringem Budget eine zuweilen recht interessante Optik und ansehnliche Spezial-Effekte aufweisen kann, dessen Story jedoch weder zündet, noch zu einem befriedigenden Abschluss gebracht wird. Zu viel hält man sich mit nicht enden wollenden Diskussionen, Voice-Over-Erklärungen und Genre-Klischees auf.

Zahnbehandlung der Zukunft:
Korrekte Super-Laser aber
leider keinerlei Betäubung!
Darüberhinaus wird hier einfach zu viel gemopst: Designs von ’Alien’, Ideen von ’2001’ und Musik vom ’Blade Runner’.
Alles eigene in ’Nightflyer’ rangiert von ’recht eindrucksvoll’ (das Raumschiff selbst), über ’altbacken’ (Laserballereien mit blechernen Schussgeräuschen) bis in die Regionen des Trash (In einer Szene wird einem Kollegen das Gesicht zwischen Unterkiefer und Oberkiefer gespalten. Später kämpft der Held mit der enthaupteten Puppe, die er selbst ’bedienen’ muss.). Für die Effekte waren echte Leute vom Fach verantwortlich, u.a. Robert Short (’Beetlejuice’‚ ’E.T.’), Roger George (’Beastmaster’, ’Terminator’) und Gene Warren (’Freaks’, ’ES’).
Vor der Kamera begnügte man sich hingegen mit TV-Schauspielern und B-Stars. So erfahren Michael Praed-Fans endlich, wofür ihr Herzblatt Pfeil und Bogen hinter sich ließ und bei ’Robin of Sherwood’ vom ollen Jason Connery abgelöst wurde (glaubt mir, darüber sind manche Damen immer noch nicht hinweg). Catherine Mary Stewart (’Der Komet’) spielt ihre Rolle unterkühlt und in schauderhafter Eighties-Pop-Aufmachung, während Michael Des Barres (’Ghoulies’) ordentlich aufdreht. Ebenfalls mit an Bord: James Avery (der dicke Onkel Phil aus ’Prinz von Bel Air’) und Lisa Blount (’Blinde Wut’), doch mehr als dürftige Zeilen und etwas Hetze durch die Korridore gibt’s von denen nicht.

Maja und Willy retten sich!

’Nightflyer’ hat zwar die Ambitionen, eine ansprechende Geschichte zu erzählen, verliert sich jedoch schon bald in langweiligen Dialogen, Effekt-Zauberei und schließlich einem Ende, das den Zuschauer schulterzuckend zurücklässt. Schade drum.


Hudson