Night Eyes


‘Tonight they will rise from the darkness beneath the city... to feed!’


Originaltitel: Deadly Eyes (1982) Regie: Robert Clouse
Drehbuch: James Herbert, Lonon F. Smith, Charles H. Eglee
Darsteller: Sam Groom, Sara Botsford, Scatman Crothers FSK: 16


"Solche Hoschis!"
“24 Ratten pro Mann (oder Frau und Kind) alleine in Amerika“, überzeugt ein greiser Professor seine Hörer zu Beginn von ’The Rats’, einem Tierhorror-Thriller basierend auf den Ratten-Schockern von James Herbert. Gewiefte Geschäftsmänner könnten nun eine Marktlücke im Lebensmittelbereich wittern (’Rats on a stick – the new NY local deli food’), doch die Protagonisten dieses Streifens geraten in ein eher bissfesteres Horror-Szenario. Kurz gesagt: Ratten greifen Menschen an.

Wie es dazu kam? Nun, es hat mit Hülsenfrüchten zu tun, die mit Wachstumsmitteln behandelt wurden und von den Ratten unerlaubt vernascht wurden, bis sie eines Tages die Größe eines Samowars hatten.

"Waaaaaas?!"
Dummerweise entschieden irgendwann ein paar schnarchige Gesundheitsinspektoren, jene Vorratskammern zu leeren und den Inhalt zu vernichten. Wohin nun mit dem steroidial geprägten Hunger der gefräßigen Nagetiere? Menschenfleisch muss als Nahrung herhalten. Die ersten Opfer (ein Kleinkind, ein Rentner und der Hausmeister aus ’The Shining’) lassen nicht lange auf sich warten und bald ist von einer regelrechten Invasion der Ratten die Rede. Ein Lehrer und eine Gesundheitsinspektante (lapidar auch als ’irgendwelche Geigen’ zu bezeichnen) müssen den Fall klären…

Was folgt sind Ratten in der S-Bahn, Ratten in der Kegelbahn, Ratten in der Umlaufbahn, Ratten, die im Kino zu Bruce Lees ’Game of Death’ Zuschauer verknuspern und mittendrin jede Menge Erklärungssprech und Beziehungs-Wischiwaschi. Same Tierhorror-Shit, different Film, wie’s so schön heißt. Von ’Enter the Dragon’-Regisseur Robert Clouse, der bereits mit dem Hunde-Schocker ’Die Meute’ einen recht passablen Tierhorror fabrizierte, hatte man sicher mehr erwartet, als diese gestreckte Verfilmung der fiesen Stories von James Herbert.

"Jaaaaaa!"
Für die Ratten strickte man düstere Kostüme, die Hunden übergestülpt wurden (funktioniert blendend… ahem). Vor jeder Attacke warnen die Biester mit schrillem, ohrenbetäubendem Geschrei, dass an lange Fingernägel auf Schiefertafel und eine Hundepfeife kurz vor der Explosion erinnert. Da kommt der Terror bald ganz von alleine auf. Die Darsteller mühen sich mit ihren dramaturgisch unterforderten Charakteren ab und die Musik versucht das Ganze in stimmige Töne zu verpacken.
Das rasant bissige Finale und die kruden Rat-FX sind möglicherweise (Schmalspur-)Grund genug, dass sich Trash- und Tierhorror-Fans in ’Night Eyes’ festbeißen, allen anderen kann ich von diesem Vorhaben aber nur abraten.


Hudson