Night of the Crow



Originaltitel: Stephen King - The Night of the Crow (1983)
Regie & Drehbuch: Phile Koeche
Darsteller: Lee Ryan, Roman Sutherland, Lesley Morris FSK: 18


Es gibt Türen, die sollten für immer geschlossen bleiben.
Eine davon ist scheinbar die Klappe meines heimischen Papp-Kartons mit der Aufschrift ’Uralte Scheissfilme: Nie wieder anschauen!’. Zugegeben, die Aufschrift hätte mir schon eine Warnung sein müssen.
Also, was hat mich dieses mal wieder erwischt? Ich will’s euch gerne sagen: Eine asbach Episoden-Sammlung unter dem Titel: ’Night of the Crow’, von der vorher wahrscheinlich auch noch nie einer was gehört hat.

Schlecht...
In diesem Machwerk stümperhafter Erzählkunst werden vier Shorts präsentiert, verzapft von vier Aushilfs-Regisseurem, die danach dann auch beinahe ausnahmslos in der Versenkung verschwanden.
Okay, dann lasst uns mal kurz den Inhalt dieser sinnentleerten Suppenschüssel auslöffeln: Story numero uno:
Ein alter Sack mit Herzproblemen glaubt in einem Parkhaus einen Yuppie erschossen zu haben. Als dieser Yuppie dann bei der wöchentlichen Poker-Runde plötzlich wieder quicklebendig auftaucht, bekommt Grandpa das große Hirnrinden-Flattern. Will sagen: Yuppie-Hallus bis die Dose platzt. Am Ende kommt ein Twist und der ist Mist!
Geschichte zwei:
Erinnert ihr euch an das grottige ’Kinder des Zorn’ (herrlich übersetzt vom engl. ’Children of the Corn’) bzw. an die gar nicht üble, gleichnamige Kurzgeschichte von Stephen King, aus der durchaus hervorragenden Schauer-Compilation ’Nachtschicht’? Ja? Genau die wurde hier schon verramscht, allerdings (und unglaublich!) noch grottiger, als in besagtem Film mit Linda Hamilton.
In einem amerikanischen Mais-Kaff bringen alle Kids (unter der Leitung eines Jungen mit irre großer WARZE!) nach dem kommunalen Gottesdienst ihre Eltern um. Ein paar Jahre später gondelt ein junges Ehepaar an der Gemeinde vorbei und wird von den mittlerweile älter gewordenen Übeltätern (WARZE!) überfallen, entkommt aber mit Müh und Not, um dann zu merken, dass ein angespitzter Mais-Kolben im Kühlergrill steckt…
Ja, nix ’…’, denn hier hört die Story auf, was (nicht nur für Kenner der Kingschen Geschichte) überhaupt keinen Sinn macht. Letzteres Segment (bzw. dessen Autor) gab den Machern auch den Anlass, dieses gesammelte filmische Tohuwabohu ’Stephen Kings - Night of the Crow’ zu nennen.
Weiter zu Mumbo Number Three:

Wird nicht besser...
Ein junger Mann tritt seinen ersten Dienst als Laufbursche in einem Hotel an. Vom unlustigen Concierge verschaukelt, von nervenden Gästen gescheucht, entdeckt er bald ein Zimmer, in dem einst ein Hochzeitspaar ums Leben kam. Bald schon muss er sich gegen deren Geister (naja, es sind eigentlich dünn-gerippige Zombies), die noch immer zwischen dem Mobilar herumspuken, zur Wehr setzen.
Vierte und (thank God!) letzte Episode: Ein begabter Comic-Zeichner versucht sein neuestes Werk an den Mann zu bringen. Als er in einem Laden öhh… eine Frau, die… tja ähm…
Also schön. JA, ich gebe zu: Ich bin eingeschlafen! Menschenskinder; dieses charakterlose, halbgare und mangelhafte Machwerk war einfach nur noch ermüdend und der ’Citizen Kane’ des Kurz-Horrors wird auch dieser letzte Beitrag nicht gewesen sein. Vertraut mir einfach! Hinzu kommen unzumutbare Geräuschkulissen, Bildqualität aus den Gründer-Zeiten der Beleuchtungstechnologie, glottrige Special-Effects, die so ’special’ sind, wie altes Mischbrot beim Bäcker und Schauspieler aus dem Kegel-Verein.
’Zusammengehalten’ (ich kann selbst nicht glauben, dass ich dieses Wort benutze) werden die Segmente übrigens von einigen völlig aus dem Zusammenhang gerissenen Krähen-Clips, die einfach nur dazwischen getackert wurden.

“David ist sicher ein umgänglicher Typ. Umgänglich genug, um befördert zu werden.“
“Befördert zu was? Zum Oberspeichellecker oder Hauptarschkriecher?“

SCHAUDER!!! Als würde der Film mich sehen...

Fazit: Es gibt viele gute ‘Horror-Shorts’. Schaut euch die beiden ’Creepshows’ an oder macht mal einen ’Geschichten aus der Gruft’-Abend. Vor diesem Sub-08/15-Kokolores von der Grusel-Resterampe kann ich euch nur dringend abraten. Stone the Crow!

Hudson