New York 1991 – Nacht ohne Gesetz


‘Today, their city. Tomorrow... yours!’


Originaltitel: Self Defense (1983) Regie: Paul Donovan & Maura O'Connell Drehbuch: Paul Donovan Darsteller: Tom Nardini, Brenda Bazinet, Darel Haeny FSK: ungeprüft


"Zweimal Zuckerei!"
Jeder beschwert sich über die Polizei, aber wenn sie mal streiken ist das Geheule groß. So auch in New York, wo die blauen Männer die Arbeit niederlegen und sich kriminelle Subjekte einen Wolf freuen und gleich in die Nachbarschaft ausströmen, um Schlimmes auszuhecken. Während die harmloseren Deppen sich mit Straßenrennen begnügen, ist die widerliche ’New Order’ Gang auf echten Terror aus. Sie stürmen eine Schwulen-Bar und nehmen die Gäste in die Mangel, um ihnen eine “kleine Lektion“ zu erteilen. Als der Barkeeper sich wehrt, wird er im darauffolgenden Handgemenge getötet. Jetzt hat die ’New Order’ einen Mord mit zig Zeugen am Hacken. Für ihren skrupellosen Anführer Cabe gibt es nur eine Lösung: Exekution der Zeugen. Einzig Daniel kann der kaltblütigen Ermordung durch viel Glück entkommen und landet nach einer erbarmungslosen Hetzjagd im beinahe verlassenen Mietshaus von Horatio, der gerade seine Freundin Barbara und deren blinden Bruder Patrick zu Besuch hat. Sie nehmen den verzweifelten Flüchtling auf und bekommen es kurz darauf mit den ’New Order’-Irren zu tun. Mit allen ihnen zur Verfügung stehenden Mitteln und der Hilfe ihres Nachbarn, dem Waffennarr Chester, versuchen sie, die gewissenlosen Eindringlinge aufzuhalten…

When you're pushed...

Belagerungs-Thriller-Action im Ghetto!
Wie schon John Carpenters ’Assault’ spielt ’Self Defense’ (Originalitel) auf engstem Raum, stellt kaltblütige Invasoren, die keinen Schritt weichen werden, gegen verängstigte, aber zu allem bereite Belagerte, die sich schon bald als sehr wehrhaft erweisen.
Der Vergleich mit Carpenters kleinem Meisterwerk kommt natürlich nicht von ungefähr, schließlich sind dessen Einflüsse bis hin zur Musik deutlich erkennbar. Das macht aber nichts, wenn man, wie ich, zu jenen Leuten gehört, die der Ansicht sind “Besser gut geklaut, als schlecht selber gemacht!“.
Vor allem, was Spannung, Ruchlosigkeit und Atmosphäre anbelangt ist ’NY 1991’ dem großen Vorbild dicht auf den Spuren. Schon von Anfang an beschleicht den Zuschauer eine bedrückende Stimmung, die der Film, der nur in einer Nacht spielt und dementsprechend düster ist, bis zum Ende beibehalten kann.

...pointing hilarious weaponry
is as easy as breathing!
Die Auseinandersetzungen zwischen den beiden Fronten sind in bester Survival-Thriller-Manier inszeniert. Während die Invasoren auf überlegene Feuerpower setzen, haben die Bewohner des Hauses nur wenig, um sich zu wehren, nutzen aber ihren Einfallsreichtum und haben so das gespannte Publikum schnell auf ihrer Seite. Die Ausweglosigkeit und Gewissheit, dass es jeden erwischen kann, nagen ununterbrochen am Betrachter und auch die gezeigte Skrupellosigkeit ist wenig nervenschonend.
Solide Leistungen der Darsteller, die ihren Figuren jeweils Sympathie und Abscheu verleihen, komplettieren diesen spannenden Survial-Thriller, der ohne Längen auskommt und sein Publikum bis zur letzten Einstellung (twisty, twisty!) fesselt. Unbedingt anschauen!


Hudson