Die Insel der neuen Monster


‘They're men turned inside out! And worse... they're still alive!’


Originaltitel: Isola degli uomini pesce, L' (1979) Regie: Sergio Martino
Drehbuch: Sergio Donati, Cesare Frugoni, Luciano Martino & Sergio Martino
Darsteller: Barbara Bach, Claudio Cassinelli, Richard Johnson FSK: 16


LOST... mit Pferden

Die Insel der neuen Monster?
Was ist denn mit den alten passiert? Mag sich der eine oder andere Unkundige wundern. Die Frage liegt zwar nahe, dennoch handelt es sich bei dem Film um keine Fortsetzung, sondern um ein Gummi-Horror-Abenteuer, deren titelgebende Kreaturen alles andere als ’neu’ aussehen.
Tatsächlich kommen sie aus den Schmelzöfen italienischer Rumpelkistenkunst und machen ein paar gestrandeten Seemännern die Beach-Party kaputt. Wenig später finden jene Leute (unter denen sich vor allem Sträflinge befinden) eine schicke Inselanlage, die jedoch nicht zur Tourismusbranche, sondern eher ins Mad-Scientist-Gewerbe gehört. Ein ortsansässiger Megalomaniac darf da natürlich nicht fehlen. Dieser hat ganz bestimmt Pläne, die nahe der Weltherrschaftseroberung liegen. Die Insel ist nämlich die ’Spitze des Eisberges formerly known as Atlantis’. Und von dort sollen die speziell gezüchteten Monstrositäten haufenweise Schätze bergen. Gott sei dank wartet das Rettungsschiff ’Enterprise’ am Fuße der Klippen des Birkenwaldes. Jetzt noch schnell die nette Insel-Ische abgreifen und nix wie weg von diesem Eiland des Graunens… Zu spät! Überrumpelt und geschnappt, wird der letzte Überlebende selbst ein Gefangener des wahnsinnigen und seiner Bestien...

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“Das sieht nach Kult und Hexerei aus und alle diese Gräber… Die Gräber sind leer. Was hat das zu bedeuten?“
“Wisst ihr warum die Gräber leer sind? Hier sind keine Toten begraben, sondern ZOMBIES! Das sind lebende Tote. Die sind wie Vampire! Die fallen Menschen an! Deshalb sind die Gräber leer!“
“Hören sie auf, José. Erzählen sie nicht so einen Unsinn.Es gibt keine Zombies! Wo haben sie denn das her?“

Nein, Zombies gibt’s hier wirklich. Auch wenn das Setup, das Herstellungsjahr und die Cast/Crew mehr als nur darauf hinweisen. Regisseur Sergio Martino (’Fireflash’) dirigiert hier Richard Johnson (’Woodoo’) als sinistren Gentleman-Insellord, ’Bond’-Girl Barbara Bach (’Kampf um die 5. Galaxis’), die homöopathische Mengen Zaubermilch an die Monster verteilt und die eingeborene Voodoo-Doll Shakira, die (hoffentlich Dummy)Hühnern die Kehle aufschlitzt, was mit dem Rest der Handlung nicht wirkich viel zu tun hat. Diese ist offensichtlich eine von diversen Variationen der ’Insel des Dr. Moreau’ und bietet außer der Grundlage für einen abenteurlichen Monster-Fasching, kaum neues.

NICHT in die Kamera glotzen!
Für B-Movie-Fans sind die ’neuen Monster’ natürlich ein Fest. Zu je einem Drittel ’Gappa’, ’Piranha’ und Geisterbahnfachkraft, röhren die Viecher den unbeabsichtigten, aber nicht zu verleugnenden Camp-Faktor auf Hochtouren. Auch die übrige Ausstattung passt sich dem Niveau fugenlos an (Vulkanausbrüche aus dem Archiv, Mini-Sets in Flammen, Trash aus dem Eimer). Und, ja, Birkenwäldchen sind nicht unüblich auf tropischen Inseln.

“Für dich sieht dieses Wesen wie ein Monster aus. Aber das ist die Lösung eines der größten Probleme der Menschheit. Eines Tages, und dieser Tag ist nicht mehr fern, wird dieser Planet nicht mehr in der Lage sein, die Bevölkerungsexplosion zu verkraften und seine Bewohner zu ernähren. Und wisst ihr, was dann geschieht? Dann wird eine neue Rasse auftauchen. Jaaa eine neue Rasse. Diese von mir erschaffenen Amphibien werden in die Meere hinabtauchen und unermässliche Reichtümer hinaufbringen, damit die Menschen überleben können.“
Genau. Und damit kauft die Menschheit dann riesige Mengen Lebensmittel vom Jupiter-Aldi.

“Jetzt gib schon zu, dass du ein ganz miserabler Kartenleser bist!“

Fazit: Unbedarfter Monsterspaß, der vor allem gegen Ende schrecklich unterhaltsam wird! Hier ist ausnahmsweise mal die gekürzte Version zu empfehlen, da sich die ungeschnittene DVD dank langatmigem Handlungsgeschwurbel nur unnötig in die Länge zieht.


Hudson